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Schorndorf Überschallknall: Abfangjäger unterwegs

Schorndorf. Es ist Samstagabend, kurz vor 22 Uhr. Plötzlich ertönen zwei laute Knaller, Fenster erzittern. Feiernde auf der SchoWo halten erschreckt inne. Eine Explosion? Nein, aber eine durchbrochene Schallmauer: Zwei Abfangjäger waren aufgestiegen, weil der Funkkontakt zu einer koreanischen Passagiermaschine abgebrochen war.

Laut Polizei gab es zeitweise keinen Funkkontakt des Flugzeuges zur Flugsicherung. Deswegen stiegen Abfangjäger auf, um die Maschine zu begleiten. Laut Medienberichten erhielten die Piloten Anweisung, auf Überschallgeschwindigkeit zu gehen, deswegen die sehr lauten Knaller. Inzwischen sei aber die Maschine sicher gelandet, gab die Polizei bekannt.

Nicht nur in Schorndorf, auch in Waiblingen, Göppingen und Esslingen waren die Menschen besorgt wegen der ungewöhnlich lauten Geräusche. In den sozialen Netzwerken wurde aber schnell gemeldet, dass es sich um niedrig fliegende Abfängjäger handelte, die schneller als der Schall unterwegs waren.

Vermutlich handelte es bei der Passagiermaschine um den Flug Nummer KE917 der Korean Air aus Soul, unterwegs in Richtung Zürich. Auf der App Flightradar24 war der Flug als "diverted to STR" gekennzeichnet, also umgeleitet nach Stuttgart. Die Flugroute ist ebenfalls zu sehen, wobei die Maschine einen großen Schwenker von der eigentlichen Flugroute ab Balingen wieder nach Norden Richtung Stuttgart und eine Schleife zum Flughafen macht.

 

Warum der Funkkontakt der Maschine abbrach, ist nicht bekannt. Erst am Freitag waren ebenfalls Abfangjäger aufgestiegen, um eine Maschine ohne Funkkontakt abzufangen. Ein Ferienflieger aus dem ägyptischen Badeort Hurghada wurde von der Luftwaffe eskortiert.

Nach Zwangslandung in Stuttgart Reise fortgesetzt

Nach der Zwangslandung am Stuttgarter Flughafen haben die 211 Passagiere am Sonntag ihre Reise nach Zürich fortgesetzt. Sie hatten die Nacht auf Feldbetten in einem Terminal verbracht, wie eine Sprecherin sagte. Sie wurden demnach am frühen Morgen mit Bussen in die Schweiz gefahren.

Am Samstagabend hatten zwei Bundeswehrjets die Korean-Air-Maschine auf dem Weg von Seoul nach Zürich gezwungen, in Stuttgart zu landen. Mit einem anderen Flieger wären die Reisenden am Samstagabend nicht mehr weitergekommen: Der letzte Start ist in Stuttgart nur bis 23 Uhr erlaubt.

 

 

 

 

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