Schwäbisch Gmünd Parken in Gmünd wird bald günstiger

Der Vorschlag, in den städtischen Großgaragen wie Parkdeck Rems neue Tarife einzuführen, findet Unterstützung. Foto: Tagespost/Thomas Mayr

Schwäbisch Gmünd. Jetzt reicht’s“, so kommentierte Oberbürgermeister Richard Arnold den Umgang des Parkhausbetreibers Apcoa, der in Gmünd drei Großgaragen betreibt. Das Unternehmen habe Vereinbarungen, die zu einer größeren Attraktivität der Stadt führen sollten, wieder rückgängig gemacht, sagte er in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Mittwoch. Dort stellte die Stadtspitze ihre Gegenmaßnahmen dar, die bei den Stadträten breite Unterstützung fanden.

In den Parkhäusern, die der Stadt gehören, sollen schnellstmöglich, bestenfalls noch zum Weihnachtsgeschäft, diese Tarife eingeführt werden: 30 Minuten frei, jede weitere angefangene halbe Stunde 50 Cent, Tagesmaximum 7 Euro; Flextarif entfällt; mehr Radspuren, bessere Wegweisung für Radler, mehr Rad-Abstellplätze; kreisweite Vertaktung des Busverkehrs; Mobilitätspunkte mit Umsteigemöglichkeiten auf allen vier Seiten der Innenstadt und Teilintegration in den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS).

Schließlich, begründete Arnold den letzten Punkt, sei Gmünd durch die Remstal-Gartenschau näher an Stuttgart gerückt. Als Mobilitätspunkte sollen die Parkplätze Schießtal und Nepperbergstraße bis Ende Oktober mit den Naturstromern angefahren und an den Stadtkern angebunden werden. Das Ziel sei, den individuellen Fahrzeugverkehr in der Stadtmitte zu reduzieren. Wenn der Gemeinderat den Vorschlägen zustimmt, würden die günstigeren Tarife für 773 Stellplätze gelten.

Voraussichtliche Kosten der Tarifreduzierung: 100 000 Euro

Diese Maßnahmen würden rund 100 000 Euro kosten, schätzt die Verwaltung.

CDU-Fraktionsvorsitzender Alfred Baumhauer kündigte an, dass die Fraktion das ganze Maßnahmenpaket mittrage. Mindestens auf mittlere Sicht aber werde Gmünd auf Attraktivität fürs Auto nicht verzichten können. Dafür sei die kostenfreie erste halbe Stunde in den Parkhäusern notwendig.

Nach den „Problemen mit dieser Firma“ fand Gertraude von Streit (Grüne) es richtig, dass die Stadt nun prüfe, auch die von Apcoa betriebenen Parkhäuser nach Ende der Pachtzeit zu übernehmen. Für die Grünen sei natürlich die angekündigte weitere Förderung des Radverkehrs besonders erfreulich.

Die Zusammenarbeit mit Apcoa könne „so nicht weitergehen“

„Genau richtig“ nannte auch Sigrid Heusel (SPD) die Änderung der Parktarife in den städtischen Parkhäusern. Die Zusammenarbeit mit Apcoa könne „so nicht weitergehen“. Ein richtiger Schritt, aber noch nicht genug, so bewertete Sebastian Fritz (Linke) die Vorschläge der Verwaltung. Auch für Fußgänger wäre noch viel zu verbessern. Bei der Schaffung von mehr Rad-Abstellplätzen solle auch der Handels- und Gewerbeverein mit ins Boot geholt werden.

FWF-Stadträtin Karin Rauscher sah die Zeit ebenfalls reif, an den Parkgebühren etwas zu ändern. Den entstehenden Abmangel müsse die Stadt eben tragen.

Die Gültigkeit des 1-Euro-Tickets weiter auszudehnen, regte Brigitte Abele (BL) an. Die Förderung des wetterunabhängigen Busverkehrs sei noch wichtiger als die des Radfahrens.
 


Tag-Tarife bei Apcoa

City-Center und Remsgalerie: In diesen beiden Häusern gilt das Dynamic Pricing System. Das bedeutet laut Apcoa: Der Tarif pro angefangene Stunde orientiert sich an der Auslastung des Parkhauses zum Zeitpunkt der Einfahrt. Im Parkhaus City-Center gilt außerdem der Flex-Tarif. 
Parler-Markt: Hier wird das Dynamic Pricing System nicht angeboten. Apcoa gibt dort folgende Tarife an: Je Stunde in der ersten und zweiten Stunde 1,50 Euro, ab der dritten angefangenen Stunde 2 Euro, Höchsttarif pro Tag 10 Euro.


Tarife Stadtparken

Parkdeck Rems: bis 60 Minuten 1,50 Euro, bis 120 Minuten 3 Euro, je weitere angefangene Stunde 2 Euro.
Stadtgarten: Erste Stunde kostenlos, zweite Stunde 1 Euro, jede weitere angefangene Stunde 50 Cent.
Fehrle-Parkhaus: Erste Stunde 1 Euro, danach je angefangene halbe Stunde 50 Cent. Diese Tarife sind für die drei Großgaragen vorgeschlagen: 30 Minuten frei, je weitere angefangene 30 Minuten 50 Cent, Tagesmaximum 7 Euro, Flextarif (4 Stunden pauschal 3,50 Euro) entfällt.

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