Schwaikheim Lokal des TSV Schwaikheim bekommt schon wieder neuen Wirt

Wieder ein Italiener. Anthoni Scorza wird der künftige Wirt der TSV-Vereinsgaststätte. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Schwaikheim. Wieder ein Italiener. Anthoni Scorza wird der künftige Wirt der TSV-Vereinsgaststätte. Er folgt auf Gianluca Manta, der nach nicht mal zwei Jahren aufhören wird. Kalabrien (Scorza) folgt auf Apulien (Manta). Oder Fellbach (Scorza) löst Bad Cannstatt ab (Manta), wenn es nach den vorherigen Stationen geht. Scorza hat im Herzen Fellbachs vier Jahre lang das „Prego Da Anthoni“ betrieben, als Nachfolge der traditionsreichen Weinstube Mack. Der Pachtvertrag dort läuft aus. Nun zieht es ihn, der in Alfdorf wohnt, an den Schwaikheimer Ortsrand, ins TSV-Lokal im Freizeitzentrum. Während es unter seinem Vorgänger noch als „Casa Wiesental“ firmiert, die Lage im Namen trägt, will Scorza sein Markenzeichen, den Vornamen, weiter nutzen: „Trattoria da Anthoni“ soll es künftig heißen.

Der 24-Jährige hat Pläne mit dem Lokal. In einer Vitrine soll frischer Fisch präsentiert werden, wie schon in Fellbach. „Es ist wichtig, die zu zeigen, es reicht nicht, wenn die bloß auf der Karte stehen.“ Scorza rasselt die Liste der Wassertiere, die er im Auge hat, auswendig runter. Auf der Speisekarte sollen süditalienische Spezialitäten stehen, aber auch gutbürgerliche deutsche Küche soll nicht fehlen. Der neue Italoschwabe, mit unüberhörbarem hiesigen Dialekt, bei dem schon einige Schwaikheimer gegessen haben, in Fellbach, startet Anfang Februar.

Neu: Vitrine mit frischem Fisch und eine Vinothek im Nebenzimmer

Auf deren Empfehlungen hin hat sich der TSV-Vorstand bei der Suche nach einem neuen Wirt verlassen, berichtet der Vorsitzende Wolfgang Krämer. Man habe aber nicht gezielt wieder nach einem Italiener Ausschau gehalten. Einen deutschen Wirt zu bekommen sei sehr schwierig, so Krämers Stellvertreterin Sigrid Maier. Wirte anderer Nationalität brächten eine wichtige Voraussetzung mit: dass sie ihr Lokal als Familienbetrieb führen. Auch schwäbische, deutsche Küche sei Bedingung gewesen, so Krämer. Unter 2000 Mitgliedern gebe es nun mal genug, die Wert auf einen gemischten Braten legen. „Oder Hackbraten, wenn er gewünscht wird“, ergänzt Scorza schmunzelnd. Er kennt seine Schwaben. Schwaikheimer sind da auch nicht anders. Er habe keine Probleme, zweigleisig zu fahren. Er hat zwar keine Erfahrung bislang mit Vereinsgastronomie, „aber ich kenne beide Nationen“. Noch eine Neuerung plant er: eine Vinothek im Nebenzimmer.

Der Vor-Vorgänger wurde verhaftet

Vorgänger Manta sprang damals ein, als dem Verein der eigentlich vorgesehene, hochgepriesene Wirt abhanden kam, Mario L., der wegen seiner Verbindungen zur Mafia in Italien mittlerweile verurteilt wurde. „Wir sind Manta sehr dankbar. Er musste das ja alles innerhalb von nur vier Wochen auf die Beine stellen“, so Krämer. Es sei zunächst fantastisch gelaufen, bald aber sei der Wirt mit dem Umsatz nicht mehr zufrieden gewesen. Man habe daraufhin über alle Möglichkeiten gesprochen, wie der Verein ihm helfen könne. „Wir sind mit ihm ja sehr zufrieden.“ Ein weiteres Problem sei die Wiedereröffnung eines, einst alteingesessenen, Lokals in der Ortsmitte. Damit seien die Mittagstischessen weggebrochen. Im Sommer laufe es mit der Außenbewirtschaftung dank der Terrasse, die es so kein zweites Mal im Ort gebe. Aber im Winter, mit der Lage abseits? Sigrid Maier verweist auf veränderte Gewohnheiten. Früher seien die Leute nach einer Beerdigung auf dem nahen Friedhof noch auf einen Kaffee herübergekommen. Hochzeiten müssten heutzutage Events „mit möglichst viel Chichi drumrum“ sein. Eine Familienfeier in einem Saal reiche nicht mehr. Auch dass man nach Spiel oder Training noch gemeinsam ein Bier im Vereinsheim trinkt, sei längst nicht mehr selbstverständlich, so Krämer.

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