Stuttgart Verdi kritisiert geplanten Stellenabbau bei Stuttgarter Zeitungen

, aktualisiert am 15.10.2019 - 13:18 Uhr
Bei der Gemeinschaftsredaktion von "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" sollen bis Ende 2021 rund 50 Arbeitsplätze wegfallen. Foto: ZVW/Christine Tantschinez

Stuttgart. Der angekündigte Stellenabbau in der Südwestdeutschen Medienholding SWMH ("Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten", "Süddeutsche Zeitung") nimmt konkrete Formen an. Die Gewerkschaft Verdi berichtet von geplanten 50 Stellen, die allein in der Gemeinschaftsredaktion der Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Zeitung abgebaut werden sollen. 

Am 9. Oktober hatte SWMH-Chef Christian Wegner seine Unternehmenstrategie vorgelegt. Darin vorgesehen seien Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro, vorwiegend für den Ausbau der digitalen Angebote - aber auch der geplante Abbau von Stellen bis Ende 2020 im gesamten Unternehmensbereich waren angekündigt. Laut einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi wurden am Montag gegenüber den Betriebsräten nun konkretere Zahlen genannt. Verdi kritisiert insbesondere, dass rund 50 Beschäftigte in Stuttgart abgebaut werden sollten, ohne dass dies vorab mit den Betriebsräten diskutiert worden sei. Zudem weigere sich der Konzen laut Mitteilung der Gewerkschaft, mit den Arbeitnehmervertretungen Sozialpläne zu verhandeln.

Ein Sprecher der SWMH weist die Kritik der Gewerkschaft zurück. Es habe Gespräche mit den Betriebsräten gegeben, weitere Gespräche seien terminiert. Der Stellenabbau sei zuvor angekündigt worden. Auch solle dieser sozialverträglich erfolgen, wobei keine Sozialpläne erforderlich seien. Stellen, die durch natürliche Fluktuaktion frei würden, sollen nicht neu besetzt werden.

Am Montag Vormitag hatte die Konzernführung  gegenüber den versammelten Betriebsräten mehrerer Tochterunternehmen Details zu dem angekündigten Abbauprogramm im Zeitungsbereich verkündet. Auch am Dienstag gebe es nach Angaben von SWMH weitere Gespräche. Verdi kritisiert, dass es am Montag nur zur Gemeinschaftsredaktion von „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ konkrete Angaben gegeben habe, wonach 40 bis 45 der 270 Vollzeit-Stellen als Abbau-Ziel genannt wurden. Klar sei, dass die Außenredaktionen in Göppingen, Esslingen, Waiblingen und Böblingen geschlossen werden, und die Produktion des allgemeinen Teils der konzerneigenen Regionalzeitungen in Stuttgart mit weniger Personal konzentriert werden solle. Laut Verdi-Pressemitteilung sei geplant, mit anderen Konzern- und Partnerunternehmen in den vier Städten Gemeinschaftsredaktionen zu bilden.

Am Dienstag veröffentlichte auch die SWMH eine Pressemitteilung zur regionalen Strategie des Medienhauses. Geplant sei demnach eine stärkere Zusammenarbeit der regionalen Verlage, sowohl redaktionell als auch im Werbemarkt. Tatsächlich sollen dabei auch neue Gemeinschaftsredaktionen gegründet werden. Welche das konkret sein sollten, wurde nicht spezifiziert. Auch sei vorgesehen, dass die Regionalseiten, die bislang die einzelnen Titel der Gruppe auch selbstständig erstellt hatten, stärker als bisher von Stuttgart aus gesteuert werden sollten. Gleichzeitig sollten die regionalen Medienhäuser ihrerseits die Mantelredaktion in Stuttgart stärker mit regionalen Inhalten beliefern. Diese Umstellung sei bis Anfang 2021 geplant. Das Unternehmen rechne mit einem Arbeitsplatzabbau in zweistelliger Höhe bis Ende 2021

Zur SWMH-Gruppe gehören rund 200 Medien, darunter überregionale Tageszeitungen wie die Süddeutsche Zeitung, regionale Tageszeitungen (Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, Schwärzwälder Bote, Böblinger Kreiszeitung) und Fachmedien.  

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