TVB 1898 Stuttgart Häfner-Brüder freuen sich aufs Duell

René (Flensburg) gegen Henrik Toft Hansen (Kiel), Michael (Magdeburg) gegen Allan Damgaard (Göppingen) – und jetzt Kai (Hannover) gegen Max Häfner (Stuttgart): Wir sprachen mit dem TVB-Youngster über das dritte Bruderduell in der Ersten Handball-Bundesliga.

Herr Häfner, an diesem Donnerstag treffen Sie mit dem TVB auf den TSV Hannover-Burgdorf und damit auf Ihren älteren Bruder. Haben Sie eigentlich jemals gegen Kai gespielt?

Durch unseren Altersunterschied kam es bisher noch nie dazu, dass wir gegeneinander in einem Pflichtspiel angetreten sind. Einzige Ausnahme war das Handballspielen früher auf der Straße.

Sie agieren beim TVB in der Regel auf der linken Seite – im Angriff wie in der Abwehr. Kai tummelt sich bei den Recken auf der rechten Seite. Das bedeutet, Sie werden sich auf dem Spielfeld wohl kaum aus dem Weg gehen können. Mit welchen Gefühlen gehen Sie in dieses direkte Bruder-Duell?

Stimmt. Bestimmt werden wir das eine oder andere Mal uns auf dem Feld begegnen. Es wird für uns beide eine neue und spannende Erfahrung sein. Jedoch denke ich, dass wir, sobald wir auf der Platte stehen, voll fokussiert sein werden und alles andere ausgeblendet wird. Kai und ich freuen uns riesig auf das Spiel.

Zehn Jahre ist es mittlerweile her, als Ihr Bruder das Trikot des TVB trug. Sie waren damals elf Jahre alt. Haben Sie Kai damals eigentlich in der Gemeindehalle spielen sehen?

Ja, wir waren mit der kompletten Familie fast bei jedem Heimspiel in der Gemeindehalle dabei und haben den TV Bittenfeld und Kai angefeuert.

Haben Sie Ihren großen Bruder als Vorbild gesehen?

Auf jeden Fall. Nicht nur handballerisch, sondern auch wie er Handball, Schule/Studium und seine Freunde unter ein Hut bekommen hat. Das erfordert eine Menge Disziplin und Ehrgeiz. Da konnte beziehungsweise kann man sich einiges von ihm abschauen.

Wie eng ist der Kontakt heute?

Wir haben relativ engen und regelmäßigen Kontakt – und das, obwohl wir über 500 Kilometer auseinanderwohnen. Wir telefonieren öfters und reden nicht nur über Handball, sondern tauschen uns auch über sämtliche andere Themen aus, was beim jeweils anderen so läuft.

Im vergangenen Jahr spielte Kai groß auf, mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er Europameister und gewann bei den Olympischen Spielen in Rio die Bronzemedaille. Wie stolz ist man als Bruder da?

Sehr stolz, es ist schwierig, das in Worte zu fassen. Wir sind bei den Spielen mit der ganzen Familie vor dem Fernseher gesessen und haben mitgefiebert. Gekrönt wurde das natürlich mit der Europameisterschaft und der Bronzemedaille in Rio.

Als Sie zur aktuellen Saison beim TVB Ihren ersten Profi-Vertrag unterschrieben, wurden Sie häufig in die Schublade „der jüngere Bruder von Kai Häfner“ gesteckt. War das für Sie eher Ansporn oder Belastung?

Dieser Vergleich mit Kai und der Satz „der Bruder von“ kommt natürlich des Öfteren. Jedoch sehe ich es weniger als Belastung. Mein Bruder hat Großes geleistet und da kann man stolz drauf sein. Ich kann mir von ihm viele Tipps und Tricks abschauen. Ich werde nach wie vor meinen eigenen Weg gehen. Aber wie gesagt, der eine oder andere Ratschlag vom älteren Bruder kann nicht falsch sein (lacht).

In der vergangenen Saison spielten Sie mit dem TSB Schwäbisch Gmünd noch in der vierten Liga, nun messen Sie sich mit den besten Spielern der Welt. Mit wie viel Ehrfurcht sind Sie die Aufgabe angegangen?

Mit sehr viel, wenn ich ehrlich bin. Das war ein großer Schritt für mich. In der Bundesliga ist alles viel schneller, detaillierter und die Zweikämpfe werden deutlich härter geführt. Jedoch versuche ich, mich in jedem Training zu verbessern und mich an das hohe Niveau immer weiter zu gewöhnen. Ich freue mich über jede Minute, in der ich Spielpraxis sammeln kann.

Sie wurden beim TVB, auch aufgrund des Verletzungspechs, schnell ins kalte Wasser geworfen und haben schon etliche Spielanteile gesammelt. Ein Drittel der Saison ist vorüber, wie sieht Ihre persönliche Zwischenbilanz aus?

Bisher bin ich super zufrieden und kann mich nicht beklagen. Persönlich hätte ich vor der Saison nicht gedacht, dass ich in meiner ersten Saison in der Bundesliga so viele Spielanteile genießen darf, was natürlich auch mit der einen oder anderen Verletzung meiner Mitspieler zusammenhängt. Wie jeder Sportler, so ist es auch mein Ziel, dass ich auch in Vollbesetzung des Kaders meine Spielanteile bekomme.


Die Häfner-Brüder

Kai Häfner wurde am 10. Juli 1989 in Schwäbisch Gmünd geboren. Der Linkshänder ist 1,88 Meter groß, spielt im rechten Rückraum und auf Rechtsaußen. Zur Saison 2006/2007 wechselte er vom TSB Schwäbisch Gmünd zum damaligen Zweitligisten TV Bittenfeld.

Von 2007 bis 2011 war Kai Häfner beim Erstligisten FA Göppingen am Ball, 2011 schloss er sich für drei Spielzeiten dem HBW Balingen-Weilstetten an. 2014 wechselte er zum TSV Hannover-Burgdorf.

Am 15. April 2010 feierte er gegen Dänemark sein Nationalmannschafts-Debüt. Im vergangenen Jahr wurde er Europameister und gewann die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio.

Max Häfner wurde am 13. Mai 1996 in Schwäbisch Gmünd geboren. Der Rechtshänder ist 1,85 Meter groß, spielt auf Linksaußen, im linken Rückraum und auf Rückraum-Mitte.

Mit dem TSB Schwäbisch Gmünd, bei dem er wie sein Bruder in der Jugend spielte, stieg er in die Baden-Württemberg-Oberliga auf und wechselte zur Saison 2017/2018 von der vierten Liga zum TVB in die erste Liga.

Sein Pflichtspiel-Debüt feierte Max Häfner am 19. August 2017 in der ersten Pokalrunde des Deutschen Handball-Bundes gegen den Drittligisten HSV Bad Blankenburg. Max Häfners Vertrag läuft bis 2020.

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