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VfB Stuttgart Big Data im Transfergeschäft

„Datengewinnung und Datenabgleich sind jetzt schon komplett in unsere Arbeit involviert“, erklärt Sportvorstand Jan Schindelmeiser. Foto: pixabay.com/CC0 Public Domain/Montage Mogck

Stuttgart.
Ambitioniert, aber auch bescheiden. So lautet das Credo von Jan Schindelmeiser. „Das ist kein Widerspruch“, sagt der Stuttgarter Sportvorstand. Seine Hauptaufgabe im aktuellen Transfer-Sommer ist es den Kader der Schwaben bundesligatauglich zu machen: „Wir wollen uns so verstärken, dass wir uns in der Bundesliga behaupten können.“

Neugeschaffene Abteilung „Daten-Analyse und Daten-Management“

Die Suche nach Neuzugängen ist bereits jetzt Anfang Juli abgeschlossen. „Es geht jetzt viel mehr um die Realisierung von Transfers“, erläuterte Schindelmeiser am Montag. Bei der Suche nach potentiellen Verstärkungen haben die Stuttgarter in dieser Sommerpause erstmals auf die im Winter neugeschaffene Abteilung „Daten-Analyse und Daten-Management“ zurückgegriffen.

Von seiner neuen „Taskforce“ um den Datenanalysten George Syrianos erhielt der Sportvorstand objektivierbare Analysekategorien, die ihm und seinem Team bei Transfers und Spielerbeurteilungen geholfen haben. „Datengewinnung und Datenabgleich sind jetzt schon komplett in unsere Arbeit involviert“, erklärt Schindelmeiser.

Spiel-, Trainings- und Gegneranalyse

Syrianos wurde im Winter an den Neckar gelotst. Der Deutsche mit griechischen Wurzeln arbeitet seit Februar 2017 als „Head of Football Analytics“ beim Bundesliga-Aufsteiger.

In Kooperation mit Universitäten, externen Partnern und Start-Up-Unternehmen arbeitet die Daten-Abteilung seitdem der sportlichen Leitung zu, unterstützt das Scouting und ist auch schon in die Spiel-, Trainings- und Gegneranalyse involviert.

Scouting, Datenanalyse, Netzwerken

Subjektive Eindrücke eines potentiellen Neuzugangs - gewonnen von der Scouting-Abteilung - sollen so die Unterstützung von objektiven Parametern bekommen. Schnelligkeit, Größe, Fitness, Laufvermögen, Passqualität - all diese Faktoren können Aufschluss darüber geben, ob der Spieler mit seinen individuellen Fähigkeiten zur Spielweise des VfB passt.

Scouting, Datenanalyse, Netzwerk – das Arbeiten auf dem Transfermarkt ist eine hochkomplexes Feld, auf dem Clubs jeder Fehler teuer zu stehen kommen kann. Siehe die Personalien Tashchy, Kliment, Tyton, Kravets... 

Mittels der neuen Datenabteilung erhofft sich Jan Schindelmeiser eine Minimierung bei Fehlern dieser Art. „Die Interpretation und Bewertung der Daten ist für uns ein Hilfsmittel bei der Entscheidungsfindung – als unterstützende Maßnahme, nicht als das entscheidende Element“, erläutert der Sportvorstand den Einsatz von Big Data im Transfergeschäft.

„Die Wissenschaft darf uns nicht dominieren"

Doch Jan Schindelmeiser kennt auch die Risiken der neuen Arbeit auf dem Transfermarkt 2.0. „Die Wissenschaft darf uns nicht dominieren. Sie ist dazu da, um uns zu unterstützen. Am Ende entscheidet immer der Mensch.“

Scoutingberichte, Big Data, Empfehlungen, Gespür, Erfahrungen - Am Ende sammeln sich viele Puzzleteile über einen interessanten Spieler. Aus diesen Einzelteilen gilt es dann ein stimmiges Gesamtbild zu formen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. 

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