VfB Stuttgart VfB-Fans für den Erhalt der 50+1-Regel

Stuttgart.
Die Anhänger des VfB Stuttgart haben ein klares Signal zum Erhalt der 50+1-Regel ausgesendet: 136 Fanclubs und Gruppen aus der organisierten Fanszene des schwäbischen Traditionsvereins unterstützen eine deutschlandweite Kampagne, die von über 1000 Fanclubs, Fangruppen und Verbänden unterzeichnet wurde. 

Die DFL will eine "ergebnisoffene Grundsatzdebatte"

Die Kampagne auf der Seite www.50plus1bleibt.de wurde von engagierten Fans ins Leben gerufen und bezieht zum Thema 50+1 klar Stellung: „Der Fußball gehört uns allen und darf nicht noch mehr zum Spielball einiger Weniger werden.“

Die 50+1-Regel soll den Einfluss externer Investoren auf einen Verein begrenzen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) aber stellt sich die Frage, wie sich die deutschen Vereine künftig für externe Geldgeber öffnen können, um im internationalen Vergleich nicht weiter den Anschluss an Clubs aus England oder Spanien zu verlieren?

Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass die Vereine ihren Einfluss behalten und sich nicht vollständig an Investoren aus China, den USA oder dem arabischen Raum ausliefern. Die DFL will diese Punkte in einer "ergebnisoffenen Grundsatzdebatte" erörtern. 

Die Mitgliederversammlung aller 36 Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga wird am 22. März 2018 über den weiteren Diskussionsprozess hinsichtlich der 50+1-Regel entscheiden.

Fans fürchten grundlegende Veränderungen

"Aus Sicht des DFL-Präsidiums erscheint es zweckmäßig, in den kommenden Monaten die Formulierung und Umsetzung der 50+1-Regel zu überprüfen und dabei zu erörtern, wie wichtige Prinzipien der gelebten Fußball-Kultur in Deutschland zukunftssicher verankert werden können und ob gleichzeitig neue Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen sind", hieß es Anfang Februar in einer Erklärung der DFL.

Der Wegfall oder eine zur Diskussion stehende weitere Lockerung der 50+1-Regel, so die Verfechter der Regelung auf ihrer Website, würde den Fußball grundlegend verändern: „Der Wettbewerbsdruck würde sich für alle Clubs unweigerlich erhöhen. Die Finanzkraft mancher Eigentümer wäre plötzlich wichtiger als die solide und erfolgreiche Arbeit Anderer.“

Auch die VfB-Ultras haben sich in den vergangenen Wochen mit Spruchbändern klar und deutlich für den Erhalt der Regel ausgesprochen: Die Ultras fürchten eine neuerliche Grundsatzdebatte und positionieren sich klar: „Die 50+1-Regel und die Kriterien für eine Ausnahmegenehmigung sind nicht verhandelbar!“

VfB-Präsident Wolfgang Dietrich sieht den Verein in der 50+1-Debatte eher in der Beobachterrolle. Anfang Februar sagte er der Stuttgarter Zeitung: „Für uns stellt sich diese Frage so direkt nicht, weil wir seit 1. Juni 2017 eine klare Beschlusslage durch die Mitgliederversammlung haben. Die Mitglieder haben mit diesem Beschluss die Legitimation erteilt, bis zu 24,9% der AG-Anteile zu verkaufen.“ 


Mehr als 1000 Fangruppen unterzeichnen Erklärung für 50+1-Regel

  • Mehr als 1000 Fangruppen haben als Erstunterzeichner eine Erklärung für den Erhalt der 50+1-Regel in den Fußball-Bundesligen unterzeichnet. Auf der Website www.50plus1bleibt.de erhalten seit Mittwoch weitere Fanclubs und -gruppen die Möglichkeit, den Appell zu unterzeichnen, hieß es in einer Mitteilung der Initiative "50+1-Regel bleibt!".
  • Damit wollen sich die Fans vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am 22. März, auf der es eine Grundsatzdebatte über das Thema geben soll, positionieren. Die Fan-Erklärung mit allen Unterzeichnern soll den Vereinen der DFL und des Deutschen Fußball-Bundes vorher übermittelt werden, teilte die Initiative mit.
  • Im Falle der Abschaffung der 50+1-Regel würde die Möglichkeit eröffnet, dass ein Investor die Mehrheit an einem Club erwerben kann. "Die Interessengemeinschaft Unsere Kurve ist seit vielen Jahren ein Verfechter der 50+1-Regel", sagte Jochen Grotepaß, Sprecher der Fanorganisation, die zu den Erstunterzeichnern der Erklärung gehört.
  • "Nur durch diese Regelung wird sichergestellt, dass die ursprüngliche Seele des Vereins erhalten bleibt." Die 50+1-Regel sei das Kernstück des Volkssports, "deshalb darf diese Regel nicht aufgeweicht werden oder gar verschwinden".

(dpa)

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