VfL Waiblingen Handball: Mandy Hoogenboom spielt nicht mehr

Mandy Hoogenboom spielt nicht mehr Foto: Heiko Potthoff

Waiblingen.
Im Heimspiel der Waiblingerinnen am Samstag gegen Zwickau (23:23) fehlte der Name Mandy Hoogenboom in der Aufstellung des VfL. Und die Torhüterin wird, laut Verein auf eigenen Wunsch, auch künftig nicht mehr in der 2. Liga spielen. Der Vertrag gilt zwar bis zum Saisonende, aufgrund der Auszeit gibt es jetzt aber kein Geld mehr vom VfL für die 23-Jährige.

Streit mit Hoogenboom habe es nicht gegeben, sagen Vorstandsmitglied Peter Müller und Trainer Nicolaj Andersson. „Sie kam und sagte, dass sie ein bisschen Pause braucht und Zeit, um wieder Spaß am Handball zu finden“, erläutert der Däne. Das sei zwar schade, „aber wir akzeptieren es“. In dieser Saison stand Hoogenboom, die hauptberuflich als Friseurin arbeitet, unter großem sportlichen Druck. Wegen des langfristigen Ausfalls von Neuzugang Celina Meißner war sie die einzige Zweitliga-Torhüterin im Kader. Zwar rückte Laura Pavic aus der Württembergliga-Mannschaft auf. Es war aber klar, dass die Hauptverantwortung im Tor auf den Schultern der Niederländerin liegen würde.

Leistungen gaben immer wieder Anlass zur Kritik

Als die Runde lief, gaben die Leistungen immer wieder Anlass zur Kritik, auch Torwarttrainer Fabian König schaffte es nicht, das Duo deutlich stärker zu machen. Der VfL versuchte freilich, kurzfristig Ersatz für Celina Meißner zu finden. Doch das erwies sich als zu schwierig. Nun ist Meißner zurück – und zeigte gleich in ihrem ersten Spiel für den Verein am Samstag vor einer Woche einen vielversprechenden Auftritt. Auch deshalb wohl trotzten die Waiblingerinnen dem Tabellenführer Halle-Neustadt als erstes Team in dieser Zweitliga-Saison einen Punkt ab (28:28).

Ob es an der Rückkehr des als Nummer eins verpflichteten Neuzugangs liegt, dass Hoogenboom sich schon vor dem Zwickau-Spiel zurückzog, ist Spekulation. Jedenfalls wird das Torhüter-Duo künftig Meißner/Pavic heißen. Während es sich Andersson durchaus vorstellen kann, dass Hoogenboom in zwei, drei Monaten wieder zum Kader stößt, sagt Vorstandsmitglied Müller, die Torhüterin werde bis zum Saisonende nicht mehr in der 2. Liga spielen. Der Verein muss nun darauf hoffen, dass sich Meißner nicht erneut verletzt. Für die kommende Saison wird er nach einer weiteren Zweitliga-Torhüterin suchen, denn, so Müller: „Mandy Hoogenbooms Vertrag läuft aus. Wir gehen davon aus, dass sie in der nächsten Saison nicht mehr in Waiblingen spielt.“ Heißt nichts anderes als: Mandy Hoogenboom muss den VfL verlassen.

Eine Perspektivspielerin fürs Tor verpflichtet

Noch am Mittwoch gab der Verein zwar bekannt, dass er bereits eine Torhüterin für die kommende Runde verpflichtet hat. Doch es ist keine zweitligaerfahrene, sondern eine Perspektivspielerin: Die 18-jährige Vivien David wechselt vom Jugendbundesliga-Team des Erstligisten HSG Blomberg-Lippe nach Waiblingen. Das gab VfL-Torwarttrainer und Frauen-Sportkoordinator Fabian König in einer Pressemitteilung des Vereins bekannt. Die Abiturientin, die derzeit auch für die Drittliga-Mannschaft der HSG im Einsatz ist, erhält beim VfL einen Drei-Jahres-Vertrag.

Vivien David startete ihre Handballkarriere im Alter von sechs Jahren bei der HSG Augustdorf/Hövelhof, zunächst noch als Feldspielerin. „Eher unfreiwillig“ sei sie eineinhalb Jahre später im Tor gelandet, wird die Ostwestfälin in der VfL-Pressemitteilung zitiert. „Weil wir keine Torhüterin hatten, wurde ich reingestellt.“ Nach dem Wechsel zum TuS Brake/Bielefeld zog es David zu ihrem aktuellen Verein HSG Blomberg-Lippe. Mit der Auswahl des Handballverbands Westfallen gewann die 1,81 Meter große David im Jahr 2017 den Jugend-Länderpokal, ein Jahr später gab’s den Vizetitel. In der vergangenen Saison wurde die Torhüterin mit der A-Jugend der HSG im Final-Four um die deutsche Meisterschaft Dritter.

Fabian König hatte Vivien David laut Pressemitteilung das erste Mal beim Länderpokal 2017 beobachtet, im Oktober 2019 folgte das Probetraining beim VfL Waiblingen. „Sie hat einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Nachdem sie sich in der Jugend-Bundesliga und in der 3. Liga etabliert hat, sehe ich in der Perspektive, in der 2. Liga zu spielen, den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung.“ Die 18-Jährige erhalte zudem die Möglichkeit, ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin in Schorndorf zu starten und somit Sport und Beruf miteinander zu verbinden.

Die Mitteilung schließt mit einem Statement von David zu ihrem Wechsel: „Das Konzept des VfL hat mich überzeugt, und ich fühlte mich von der ersten Sekunde an sehr wohl im Training. Die Atmosphäre in Waiblingen ist ebenso familiär wie professionell.“ David sehe gute Rahmenbedingungen, um sich weiterzuentwickeln und in der 2. Bundesliga zu etablieren.

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