Wahl-Check Plüderhausen Kandidatin Fridi Miller im Gespräch

„Merkel muss weg“, steht auf Friedhild Anni Millers Porsche zu lesen. Foto: Palmizi / ZVW

Plüderhausen. Wenn sie gewählt würde, würde sie Bürgermeisterin in Plüderhausen werden. Aber eigentlich will Friedhild Anni Miller Bundeskanzlerin werden. Ein wichtiges Anliegen wäre es ihr dann, Bürger- oder Volksentscheide einzuführen. Ein Gespräch mit der schillernden Bewerberin.

Video: Drei Fragen an Bürgermeisterkandidatin Fridi Miller.

Gelesen hat man schon viel von ihr. Wer sie googelt, kommt auf 1360 Ergebnisse in 0,3 Sekunden. Der erste Eindruck von Friedhild Anni Miller: eine überaus freundliche, fast schüchterne Frau. Deren Ziele aber weit über Plüderhausen hinausgehen. Warum bewirbt sie sich hier als Bürgermeisterin? „Ich bewerbe mich ja gerade mal parallel bei 50 Bürgermeisterwahlen“, erzählt die 48-Jährige und präzisiert: „47 Bürgermeister- und drei Oberbürgermeisterwahlen.“ Mit Plüderhausen verbinde sie auch viel, erzählt sie. Vor allem aber ist sie der Ansicht: „Das System stimmt nicht mehr. Menschen auf Ämtern und in der Justiz haben die Macht, willkürlich Menschen und Kinderseelen zu zerstören.“

Wenn sie gewählt würde, würde sie Bürgermeisterin werden

Wer bei Wahlen antritt, bekommt Aufmerksamkeit. „Ich brauche die Presseaufmerksamkeit für meinen Kampf für Kinder- und Menschenrechte und gegen Korruption und Lobbyismus“, sagt Friedhild Anni Miller. Deswegen trete sie bei Bürgermeisterwahlen an. „Jetzt kriege ich die Presse-Aufmerksamkeit für das Thema.“ Sie könne dabei mitreden, weil sie viel davon erlebt, am eigenen Leib erfahren habe, „wie Menschen in Ämtern und Justiz einen zerstören können“.

Will sie überhaupt Bürgermeisterin in Plüderhausen werden? „Doch. Wenn mich die Bürger mit einer Mehrheit wählen würden, würde ich hierherziehen und das machen.“ Sie glaube an Gott, sagt Miller. Er habe sie auf den Weg geschickt, um Missstände aufzudecken.

Ihr größtes Ziel ist es jedoch, die Bundeskanzlerin „vom Thron zu stoßen“. Warum? „Sie handelt nicht zum Wohle der Menschen.“ Sie sei vielmehr eine „Polit-Marionette“, „Ex-Stasi-Mitarbeiterin“ und Freimaurerin, ist Miller überzeugt.

„Merkel muss weg“-Aufkleber auf dem Porsche

Zurück zu Plüderhausen. Hergekommen ist die Kandidatin in einem Porsche, der mit „Merkel muss weg“- und „Fridi für Deutschland“-Aufklebern übersäht ist. Friedhild Anni Miller kommt viel herum, sie kandidiert bei etlichen Kommunalwahlen. Sie konzentriert sich auf einige, auf Böblingen zum Beispiel, wo sie herkommt. „Da habe ich jeden Termin wahrgenommen“, sagt Miller. Bei der Oberbürgermeisterwahl in Ravensburg will sie ebenfalls antreten. Auf Plüderhausen konzentriere sie sich ebenfalls, wie auch auf Denkendorf.

"Wahlen werden gefälscht im Bezug auf mich"

Zu Plüderhausen hat sie eine Beziehung, erzählt Miller, unter anderem durch einen Kontakt aus der gemeinnützigen Arbeit. Und: „Ich kenne auch Thomas Hornauer.“ Sie sei Gesprächspartnerin in einer seiner Sendungen gewesen. Die Sendung sei kurz online gewesen, dann aber wieder herausgenommen worden.

Bei Wahlen ist Friedhild Anni Miller überzeugt: „Wahlen werden gefälscht im Bezug auf mich.“ Sie habe Wahlbetrug bei der Gemeinde- und Kreistagswahl in Sindelfingen und Böblingen bewiesen.

Miller sieht "eigentlich gute" Chancen bei der Wahl

In Plüderhausen will Friedhild Anni Miller Wahlkampf machen, indem sie zu den Kandidatenvorstellungen und zur Podiumsdiskussion der Zeitung kommt. Darüber hinaus wird sie wohl nicht viel präsent sein. Sie könne nicht jeden Tag hierherfahren, erzählt sie. Sie habe auch keinen Führerschein. „Den hat man mir rechtswidrig weggenommen.“ Zum Gespräch hat sie sich fahren lassen. Spezifische Flyer für die einzelnen Wahlen macht Miller nicht. „Da hätte ich viel zu tun. Ich kämpfe ja grundsätzlich in jeder Stadt für das Gleiche.“ Millers Ziele sind zum Beispiel ein Bürger-Haushalt, mit dem die Bürger über ihre Belange selbst entscheiden, Mehrgenerationen-Objekte, „wo Alt und Jung zusammenfinden“ und Gemeinschaftsschulen.

Welche Chancen sieht sie für sich bei der Wahl in Plüderhausen? „Eigentlich gute.“ Man sage in jeder Stadt und Gemeinde: „Wenn ich komme, sind die Hallen voll.“


Zur Person

Friedhild Anni Miller stammt aus Böblingen. Sie hat einst bei Daimler Kontoristin gelernt. Sie ist im Moment Familienhelferin, erzählt sie, helfe unentgeltlich Menschen, die für ihre Kinder kämpfen, Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt seien oder Menschen, die unberechtigt in der Psychiatrie seien. Die Kandidatin ist geschieden und hat eine Tochter, die nicht bei ihr lebt. Dazu hat sie nach eigenen Angaben eine Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Miller ist unter anderem im Mai 2017 bei der Oberbürgermeisterwahl in Sindelfingen angetreten und erreichte dort 4,4 Prozent. Laut Stuttgarter Zeitung zeigte sie der Oberbürgermeister an, weil sie ihn und die Sindelfinger Bürger massiv und obszön beleidigt habe. Bekannt geworden ist sie auch durch einen Auftritt bei Günter Jauch, bei dem sie 32 000 Euro gewann.

Miller tritt als parteilose Kandidatin an. Würde sie gewählt werden, so versichert sie, würde sie als Bürgermeisterin 90 Prozent des Gehalts für soziale Zwecke spenden. Sie hat eine eigene Homepage www.liebe-fridi.de. Auf Youtube gibt es von ihr ein paar denkwürdige Auftritte.

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