Wahl-Check Urbach Ein entscheidender Sonntag für die Gemeinde

 Foto: Montage: Mogck / ZVW

Urbach. Die Formulierung „schicksalsträchtig“ ist wohl ein bisschen zu hoch gegriffen. Aber bedeutend ist dieser Sonntag für die Gemeinde Urbach schon. Denn 6972 stimmberechtigte Urbacherinnen und Urbacher sind morgen dazu aufgerufen, einen neuen Bürgermeister zu wählen und über das Schicksal des Waldhauses zu entscheiden. Es ist aber nicht zwingend notwendig, an beiden Abstimmungen teilzunehmen.

Zwei Stimmzettel erhält jeder Wähler, wenn er seinen Benachrichtigungsschein im Wahllokal abgibt. Einer berechtigt ihn, den Bürgermeister zu wählen, der andere, am Bürgerentscheid über das Waldhaus teilzunehmen. Es ist aber möglich, nur den Bürgermeister zu wählen oder nur über das Waldhaus abzustimmen. Die Stimmzettel sind verschiedenfarbig, recyclingpapier-grau (Bürgermeisterwahl) und gelb (Bürgerentscheid).

Vier Bewerber und zwei Favoriten

Vier Bewerber (Martina Fehrlen, Fridi Miller, Dieter Schienmann und Thomas Hornauer) wollen Urbachs nächster Bürgermeister beziehungsweise nächste Bürgermeisterin werden. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass Fehrlen und Schienmann das Rennen unter sich ausmachen werden. Fridi Miller zum Beispiel hat im Vorfeld bereits gesagt, sie wolle gar nicht Bürgermeisterin von Urbach werden, der Posten einer Landrätin in Freudenstadt sei ihr viel wichtiger. Nebenbei bemerkt: Mit der Zeitung will sich nichts mehr zu tun haben, zumindest im Fall Urbach nicht. Und auch Thomas Hornauer kandidiert im Prinzip nur aus Lust an der Freud’ in Urbach. Denn dort sei ihm alles viel zu eng. Als Bürgermeister sowieso. Sein erklärtes Ziel ist seit einiger Zeit Remshalden.

Zurück zu einigen Formularien beziehungsweise zu den gültigen Bestimmungen: An die Wahlurne gehen dürfen deutsche und EU-Bürger ab 16 Jahren, die mindestens drei Monate in Urbach wohnen und hier ihren Hauptwohnsitz haben. Wählen kann man in Wahllokalen überall im Gemeindegebiet von 8 bis 18 Uhr. Welches das eigene Wahllokal ist, sieht man im Wahlbenachrichtigungsschreiben. Das wurde allen, die zur Wahl berechtigt sind, zugeschickt.

Plötzlich krank: Man kann trotzdem wählen

Vieles kann nun selbst politisch interessierten Menschen am Wahltag in die Quere kommen. Zum Beispiel wird man plötzlich krank und kann nicht ins Wahllokal gehen. Kein Grund zur Sorge, man kann trotzdem wählen. Nämlich, wenn man einen Verwandten, Freund oder Nachbarn ins Rathaus schickt mit einem Wahlscheinantrag. Den haben alle Wähler zugeschickt bekommen mit dem Wahlbenachrichtigungsschreiben. Man findet ihn auf der Rückseite. Das ist der Antrag auf Briefwahl. Hat man ihn ausgefüllt, erhält die Vertrauensperson damit im Rathaus die Briefwahlunterlagen. Die füllt der Kranke daheim aus. Dann müssen sie wieder im Rathaus abgegeben werden. Bis 15 Uhr kann man sich im Krankheitsfall am Sonntag im Rathaus melden.

Was aber, wenn man wählen will und auch können sollte, aber kein Wahlbenachrichtigungsschreiben erhalten hat? Man geht ins Urbacher Rathaus. Bis 18 Uhr helfen die Mitarbeiter dort bei allen Unklarheiten weiter.

Wahlschein weg: Trotzdem ins Wahllokal gehen

Was tun, wenn das Wahlbenachrichtigungsschreiben zwar ins Haus kam, sich aber am Sonntag nicht mehr finden lässt? Trotzdem ins Wahllokal gehen und den Ausweis mitnehmen. Dort gibt es ein Wählerverzeichnis. Wer wählen will, muss da drinstehen. Wer nun ausgerechnet noch den Ausweis vergessen hat, kehrt trotzdem nicht um. Er hat vielleicht den Führerschein dabei oder ist einem Helfer im Wahllokal persönlich bekannt.

Nur eine Stimme - Wer mehr vergibt, wählt ungültig

Für die Wahl hat man nur eine Stimme, kann also nur einen Kandidaten ankreuzen. Wer mehrere Bewerber ankreuzt, produziert einen ungültigen Stimmzettel. Wer keinen der auf dem Stimmzettel aufgeführten Kandidaten wählen will, sondern jemand anderen, kann das tun. Für den Fall ist auf dem Stimmzettel unten eine leere Zeile vorgesehen. Der eigene Vorschlag sollte allerdings eindeutig sein. Nur der Name reicht nicht, es könnte ja im Ort etwa zwei Hans Müller geben. Beruf, Adresse oder weitere Angaben helfen. Richtig wäre zum Beispiel: „Malermeister Hans Müller, Hauptstraße 12, Musterstadt.“ Ob Hans Müller Bürgermeister werden will, ist dabei unwichtig. Den Stimmzettel gibt man gefaltet ab, so dass man nicht sieht, wen man gewählt hat. Briefumschläge wie beispielsweise bei der Bundestagswahl gibt’s am Sonntag keine.

Entschieden ist die Bürgermeisterwahl am Sonntag nur dann, wenn ein Bewerber mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erhält. Ist dies nicht der Fall, werden die Urbacher am Sonntag, 13. Mai, noch einmal zu den Urnen gerufen. Bei dieser sogenannten Nachwahl gilt die einfache Mehrheit, sprich, Bürgermeister ist der oder die, der/die die meisten Stimmen bekommen hat.

Wahlstudio live

Der Wahlabend am Sonntag, 22. April, in Urbach wird spannend. Schließlich geht es nicht nur um eine neue Bürgermeisterin / einen neuen Bürgermeister, sondern auch um die Entscheidung zum Waldhaus. Darum berichtet unsere Redaktion am Sonntagabend live in Bild und Ton aus der Urbacher Auerbachhalle. Dort haben wir ein Wahlstudio eingerichtet, das Chefredakteur Frank Nipkau und Redakteurin Liviana Jansen moderieren.

Alle Entwicklungen und Ergebnisse des Wahlabends kann man ab 18.15 Uhr im Live-Stream hier mitverfolgen oder auf Facebook. Außerdem gibt es ab 18 Uhr einen Wahlblog.

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