Waiblingen Aktion gegen Katzenelend

Das Ziel: die Lebensbedingungen der Katzenpopulation nachhaltig zu verbessern. Foto: Pixabay/CC0 Public Domain

Waiblingen. In Deutschland leben rund zwei Millionen Katzen auf der Straße. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben für die hungrigen, verwahrlosten Tiere. Obwohl überall Tierschützer im Einsatz sind, gehen viele der Straßenkatzen elend zugrunde. Der Tierschutzverein Waiblingen startet deshalb eine Aktion.

Für den Tierschutz sind freilebende Katzen ein großes Problem: Viele der erwachsenen Tiere lassen sich nicht mehr an den Menschen gewöhnen und sind dem Leben auf der Straße schutzlos ausgesetzt. Deshalb betreut der Tierschutzverein Waiblingen an verschiedenen Orten freilebende Katzen mit Futterstellen, an denen sich die Tiere satt fressen können. Gleichzeitig wird dabei ihr Gesundheitszustand kontrolliert und sie werden gezählt. Am wichtigsten aber ist, dass sich die Streunerkatzen dort einfangen lassen und anschließend beim Tierarzt unter Narkose kastriert werden. Einige Tage nach dem Eingriff – sofern sie wieder ganz gesund sind – werden sie wieder freigelassen. Das ist einer Pressemitteilung des Tierschutzvereins zufolge der einzige Weg, um die unkontrollierte Vermehrung der Katzenpopulation zu stoppen und damit das Katzenelend nachhaltig zu lindern.

Hauskatzenbesitzer betroffen

Das Problem betrifft aber auch die Besitzer von Hauskatzen, denn es sind nicht nur die Streuner, die sich unkontrolliert vermehren – auch die unkastrierten „Freigänger“ sorgen für Nachwuchs mit den Straßenkatzen. Bei einem als „Freigänger“ lebenden weiblichen Tier müsse man jederzeit mit unerwartetem und möglicherweise unerwünschtem Nachwuchs rechnen, schreiben die Tierschützer. Aber auch unkastrierte, männliche „Freigänger“ tragen ihren Teil zur ungewollten Vermehrung von Straßenkatzen bei. Deshalb reicht es nicht aus, nur die Streuner zu kastrieren. Die Kastration ist für den Tierarzt ein Routine-Eingriff, der unter Narkose durchgeführt wird und für die Tiere ungefährlich ist. Sie sind meist nach ein bis drei Tagen wieder völlig gesund. Die Kastration ist zwar nur ein kleiner Schritt, erzielt aber eine großer Wirkung, wenn es darum geht, die Lebensbedingungen der Katzenpopulation nachhaltig zu verbessern.

Bis zu 40 Euro Zuschuss

Der Tierschutzverein Waiblingen unterstützt deshalb das Kastrieren der geliebten Vierbeiner mit einer Aktion: Alle Hauskatzenbesitzer, die noch bis 31. Mai einen Kater oder eine Katze kastrieren und gleichzeitig kennzeichnen lassen und in Korb, Kernen, Grunbach, Weinstadt oder Waiblingen (mit allen Ortsteilen) wohnen, erhalten bei Vorlage der Rechnung einen Zuschuss: Für die Kastration eines Katers 30 Euro, für die einer Katze 40 Euro. Bei dieser Gelegenheit sollte man auch daran denken, sein Tier kennzeichnen zu lassen.

Tiere markieren

Zwei Schritte sind dabei wichtig: das Markieren und Registrieren der Tiere. Markieren heißt, das Haustier vom Tierarzt unverwechselbar kennzeichnen zu lassen, und zwar durch eine Tätowierung oder durch einen Mikrochip, der unter die Haut gespritzt wird. Der Mikrochip ist ein reiskorngroßes Röhrchen mit einprogrammierter Identifikationsnummer, die durch ein Lesegerät erkennbar wird. Ebenso wichtig wie das Markieren ist das Registrieren. Der Deutsche Tierschutzbund bietet dazu die kostenlose Aufnahme in sein Deutsches Haustierregister an. Dort haben rund 700 000 Halter ihre Tiere angemeldet. Nachdem die Katze tätowiert oder gechipt wurde, wird der ausgefüllte Meldebogen an das Deutsche Haustierregister, Baumschulallee 15 in 53115 Bonn, verschickt.

Übrigens: Für Reisen innerhalb und außerhalb der Europäischen Union müssen Katzen gechipt sein.


Info

Nähere Informationen zu der Aktion des Waiblinger Tierschutzvereins gibt es bei den Tierärzten oder direkt beim Tierschutzverein.

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