Waiblingen Bosch streicht 170 Stellen in Waiblingen

In Waiblingen produziert die Bosch Packaging Technology Verpackungsmaschinen für die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie. Foto: Habermann / ZVW

Waiblingen. Die Robert Bosch Packaging Technology GmbH streicht in Waiblingen 170 Arbeitsplätze im Bereich Nahrungsmittel. In Waiblingen soll der Fokus stärker auf Verpackungsmaschinen für Pharmakunden gelegt werden, teilt das Unternehmen am Mittwoch mit. Derzeit sind hier 950 Mitarbeiter beschäftigt.

Am Mittwoch hat die Geschäftsleitung die Belegschaft über die neuerlichen Streichungspläne informiert. Wirklich überraschend kam die Ankündigung wohl nicht. Im Jahr 2017 hat der Umsatz beim weltgrößten Hersteller von Verpackungsmaschinen bei 1,3 Milliarden Euro stagniert und war in den vergangenen Jahren mit den in Waiblingen produzierten Maschinen sogar gesunken. Der Arbeitsplatzabbau in Waiblingen läuft bereits seit 2016. 150 Jobs im Bereich „Food“ sollten bis 2018/19 gestrichen werden. Wie eine Unternehmenssprecherin erklärte, sind bis dato rund 100 Mitarbeiter auf andere Arbeitsplätze im Bosch-Konzern vermittelt worden.

Die Robert Bosch Packaging Technology GmbH plant, die Zukunftsfähigkeit ihres Standortes Waiblingen zu sichern, heißt es in einer Pressemitteilung. In Waiblingen produziert das Unternehmen Verpackungsmaschinen für die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie, wie zum Beispiel Tiefziehmaschinen für Kaffeerahm-Döschen oder Tablettenpressen. Auch der Sitz und die Zentrale des Bosch-Geschäftsbereichs Packaging Technology ist hier angesiedelt.

Bei Verpackungsmaschinen herrscht hoher Preis- und Wettbewerbsdruck

Für die kommenden Jahre erwartet das Unternehmen wieder eine stärkere Nachfrage, insbesondere für das in Waiblingen produzierte Produktprogramm für die Pharmaindustrie. Allerdings bestehe ein hoher Preis- und Wettbewerbsdruck im Markt, vor allem bei Verpackungsmaschinen für die Nahrungsmittelindustrie. Der Geschäftsbereich müsse deshalb die Wettbewerbsfähigkeit in Waiblingen sowohl in der Produktion als auch in den Verwaltungsfunktionen der Zentrale verbessern, die Produkt- und Fertigungskosten in Waiblingen senken und die Produktivität steigern. Dies führt auch zu einem geringeren Beschäftigungsbedarf.

Zukünftig will die Verpackungstechniksparte den Schwerpunkt der Waiblinger Produktion auf das profitablere und wachstumsstärkere Produktprogramm für die Pharmaindustrie legen. Dieses Portfolio hat jedoch eine geringere Wertschöpfungstiefe, so dass die Beschäftigung sinken wird. Auch in zentralen Funktionen der Verwaltung und Informationstechnologie wolle der Standort Kosten sparen und Prozesse schlanker gestalten.

Noch keine Stellungnahme vom Betriebstrat

Den Stellenabbau will der Geschäftsbereich soweit möglich sozialverträglich durchführen. Mitarbeiter sollen vorzugsweise an andere Standorte vermittelt werden. Darüber hinaus sind Vorruhestandsregelungen und Abfindungsangebote geplant. Im nächsten Schritt wird die Standortleitung mit den Arbeitnehmervertretern Verhandlungen aufnehmen, um sozialverträgliche Maßnahmen zu vereinbaren. – Der Betriebsrat wollte am Mittwoch noch keine Stellungnahme zu den angekündigten Streichungen von Arbeitsplätzen abgeben.

Der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky ist gestern ebenfalls von den Plänen informiert worden. Er bedauert den Stellenabbau bei einem wichtigen Arbeitgeber. Schon in der Vergangenheit hatte die Stadt des Öfteren mit Stellenabbau bei Bosch zu tun, vor allem bei der Kunststofftechnik (Bosch WaP), die 2010 mit 1300 Beschäftigten komplett aus Waiblingen nach Feuerbach verlagert werden sollte.


Verpackungstechnik

2017 hat Bosch Packaging Technology einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro erzielt und bewegt sich damit auf Vorjahresniveau. Die Zahl der Mitarbeiter an den mehr als 30 Standorten betrug rund 6300. In Waiblingen sind 950 Beschäftigte tätig.

Um die Strategie noch zielgerichteter umzusetzen, hat Bosch die Struktur des Geschäftsbereiches vereinfacht. Das Unternehmen ist jetzt in zwei statt bisher vier Produktbereiche gegliedert – Pharma und Food.

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