Waiblingen Bürgerpreis 2017: Ein Otto für das Ehrenamt

Waiblingen. „Ist der süß!“ entfuhr es den Kreisseniorenräten, als sie ihren Bürgerpreis entgegen nahmen. Gemeint war der Rems-Murr-Otto, der fürs Ehrenamt steht, für besondere Leistungen in und für den Rems-Murr-Kreis. Fünf Initiativen bekamen am Dienstagabend in der Kreissparkasse wieder diesen Otto überreicht. Denn sie haben sich vorbildlich im Kreis, in ihrer Gemeinde engagiert. Sie sind die Preisträger des Bürgerpreises 2017.

Den Weg aus der Enge hinaus ins Freie bahnen, über den eigenen Tellerrand blicken, anderen Menschen die Hand reichen – dafür steht er, der Rems-Murr-Otto, den der Korber Künstler Guido Messer für die Kreissparkasse Waiblingen entworfen hat. „Ein passendes Bild für unsere Preisträger“, sagte Lothar Kümmerle, Vorstand der Kreissparkasse Waiblingen, bei der Preisverleihung am Dienstagabend. Fünfmal durfte er ihn vergeben, den Bürgerpreis 2017. „Sie haben erkannt, wo Hilfe und Unterstützung gebraucht wird, und somit einen wichtigen Teil zur Gesellschaft beigetragen.“

"Alle Teilnehmer haben uns großartige Projekte vorgestellt"

Freilich sind es nicht nur diese fünf Initiativen, die hervorzuheben wären: Beworben hatten sich in diesem Jahr 24 Vereine, Gruppen, Engagierte. Sie alle sind in den Bereichen Gemein- und Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und im Zusammenleben der Generationen aktiv. „Alle Teilnehmer haben uns großartige Projekte vorgestellt“, sagte Kümmerle. Die Gewinner des Abends stehen beispielhaft für das ehrenamtliche Engagement im Kreis.

Gesund im Alter - Eine Initiative des Kreisseniorenrats

„Wie“, fragt Laudator Pfarrer Rainer Hinzen von der Diakonie Stetten, „kann Selbstständigkeit so lange wie möglich aufrechterhalten werden?“ Wie können alte Menschen dort bleiben, wo sie am liebsten sind - nämlich zu Hause? Der „Kreisseniorenrat Rems-Murr e. V.“ engagiert sich seit seiner Gründung im Jahr 2001 unter anderem intensiv in dem Themengebiet „Gesundheit im Alter“. Dabei wird auch zukunftsorientiert gedacht. Themen wie Telemedizin, sogenannte ärztliche Versorgungskonzepte, die über eine räumliche Entfernung erfolgen oder moderne Assistenzsysteme, also innovative Versorgungsformen in verschiedenen Bereichen, sind für die Engagierten ein Begriff. Dank dieser Methoden haben ältere Menschen die Chance, länger im eigenen Umfeld zu leben, und es wird eine bessere gesundheitliche Versorgung gewährleistet.

"Kreispflegeplan" in jedem Landkreis

Der Kreisseniorenrat war zudem bei der Planung des Neubaus der Klinik in Winnenden aktiv eingebunden. Den Vereinsmitgliedern war es dabei sehr wichtig, dass ausreichend Betten für ältere Menschen und Räumlichkeiten zur Reha oder Ergotherapie vorhanden sind. Der Kreisseniorenrat bietet den Bürgern außerdem den Service von Wohnberatern an, die auf Unterstützungsmöglichkeiten im Kreis hinweisen. In jedem Landkreis gibt es einen „Kreispflegeplan“, mit dessen Hilfe versucht wird, dass genügend Heimplätze in Pflegeheimen der Region zur Verfügung stehen. An der Erstellung dieses Plans war der Kreisseniorenrat aktiv beteiligt.

Azubi werden - Freundeskreis für Flüchtlinge

„Für viele Flüchtlinge bedeutet Arbeit Integration und Unabhängigkeit und damit den Weg in ein normales, gesichertes Leben“, sagte die grüne Landtagsabgeordnete Petra Häffner. Das Projekt „Flüchtlinge zu Azubi 17“ widmet sich genau diesem Thema. Es ist ein Konzept des „Arbeitskreises Arbeit und berufliche Integration“ des Fellbacher Freundeskreises für Flüchtlinge. Ziel des Projekts ist es, Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. Im ersten Schritt wurden dafür rund 250 Interviews mit den Menschen geführt, um die Vorkenntnisse einschätzen zu können. Die Ergebnisse wurden in einer Datenbank hinterlegt.

Zwei verschiedene Workshops

Es wurden zwei verschiedene Workshops organisiert, in denen berufliche Ausbildungen vorgestellt und die Erwartungen an die Auszubildenden erklärt wurden. Schließlich wurden noch Mathematik- und Deutschtests durchgeführt, um die Wissensstände zu prüfen. Auch die Berufswünsche der Einwanderer wurden erfragt. 33 Teilnehmer erwiesen sich als ausbildungsfähig. Geplant ist, dass bis Juli 2017 etwa 15 dieser Flüchtlinge einen Ausbildungsplatz in der Tasche haben. Die Immigranten werden dabei aktiv in die Suche eingebunden und bereiten sich mit ihrem Paten gemeinsam auf die Vorstellungsgespräche vor. Es ist vorgesehen, dass die Einwanderer auch während ihrer Ausbildungszeit durch ihre Paten betreut werden.

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