Waiblingen Das Hotel Bachofer ist eröffnet

Waiblingen. So glücklich war der Sterne-Koch Bernd Bachofer wohl selten: Sieben Jahre nach dem gesetzten Termin wurde jetzt die Eröffnung des Boutique-Hotels über dem Restaurant am Marktplatz gefeiert. „Ich bin dankbar und beseelt“, sagte der Gastronom beim Rundgang durch die acht individuell gestalteten Zimmer. „Es ist noch viel schöner geworden als geplant. Wir haben das alte Haus mit seinen Schrulligkeiten herausgearbeitet.“

Wer ein Menü im Restaurant Bachofer genossen hat, braucht sich um seinen Nachhauseweg keine Sorgen mehr zu machen. In den beiden Stockwerken über dem Restaurant sind ein Frühstücksraum und acht schnuckelige Hotelzimmer entstanden, die allesamt nach Gewürzen benannt und ihnen farblich nachempfunden wurden. Die Töne von Muskatnuss, Kardamom, Wacholder, Honig, Ingwer, Safran, Chili und Kurkuma finden sich in den beiden Einzelzimmern (um die 85 Euro), Doppelzimmern (etwa 130 Euro) und der Suite wieder, aus denen Projektmanagerin Sabine Schneider für die Alpenland-Grundstücksgesellschaft mit Liebe zum Detail das Krumme und Unperfekte herausgearbeitet hat. Auch die Duschbäder wurden höchst individuell in Schrägen und Balken angepasst, die Fachwerke im Innern des Hauses freigelegt. Dazu passen die ausgewählten Möbel: etwa der aus dem 18. Jahrhundert stammende Schrank im Flur, aber auch die modernen Boxspringbetten zu den ausgefallenen Holz-Schreibtischen, von denen jeder auf einem individuell gestalteten Bein – wie etwa einer Wacholderwurzel oder einem Spazierstock – steht.

Unfassbar stolz sei er auf sein Boutique-Hotel, bekannte Bernd Bachofer bei seiner Begrüßung. Auf sein Hotel, das im verflixten siebten Jahr endlich Wirklichkeit geworden sei. Tatsächlich hätten wohl nicht mehr viele darauf gewettet, dass im Bachofer-Hotel jemals Gäste übernachten würden. Doch dann hatten im Sommer vergangenen Jahres über dem Sterne-Restaurant wieder die Handwerker übernommen. In wochenlanger Arbeit wurde das alte Gebäude in den Urzustand zurückversetzt und dann von neuem liebevoll umgebaut. Authentisch sollte es werden, technisch aber auf dem neusten Stand. Wie berichtet, hatte das alte Haus vier Jahre nach der Insolvenz von Investor Alexander Weis Ende September 2017 mit der Alpenland Grundstücksgesellschaft einen neuen Besitzer gefunden, der sich den Umbau einiges kosten ließ.

Auf diesen Umstand verwies auch Oberbürgermeister Andreas Hesky in seiner Ansprache. „Das Haus Marktplatz 6 saniert man nicht so wie jedes andere“, sagte er. Hier brauche man Liebe zum Denkmal, zum alten Haus, zu Details, das richtige Auge und das richtige Händchen. Die beiden Alpenland-Geschäftsführer Andreas Bayer und Harald Panzer beglückwünschte Hesky zu ihrer „klugen, mutigen, mit Herzblut und weniger mit der Rechenmaschine gefassten Entscheidung“, das alte Gebäude zu erwerben. Damit habe Waiblingen ein weiteres Hotel, „klein, fein und exklusiv“. Ein Hotel vor allem aber auch, das ein Bekenntnis von Bachofer und den Investoren zu Waiblingen sei.

Ein Sternekoch in Waiblingen: Absoluter Glücksfall

Tatsächlich seien er und Harald Panzer schon nach einer kurzen Besichtigung sicher gewesen, sich dieser Herausforderung stellen zu können, sagte Alpenland-Chef Andreas Bayer. Eine Herzensangelegenheit sei ihnen das Bachofer gewesen. Und für Waiblingen ein Glücksfall, einen Sternekoch in der Stadt zu haben. Das weiß auch der Oberbürgermeister: Über allem, was die Stadt getan habe, was der Gemeinderat mit dem Gebäude beschlossen habe, sei stets das Ziel gestanden, „den und das Bachofer“ in der Stadt zu halten.

Die Geschichte

Im Sommer 2011 gab der Gemeinderat den Plänen des Gastronomen Bernd Bachofer und seines Investors Alexander Weis grünes Licht für ein Boutique-Hotel über dem Restaurant am Marktplatz. Das Haus wurde Weis in Erbpacht überlassen.

Im Herbst 2011 wurde das Restaurant umgebaut, doch dann geriet Weis’ Unternehmen in Schwierigkeiten. Der Umbau kam zum Erliegen. Weis verlegte seinen Wohnsitz nach England, meldete Insolvenz an.

Nur mit Mühe gelang es der Stadt, dass der Erbpachtvertrag aufgehoben wurde. Damit war der Weg frei für den neuen Investor. Die Alpenland-Grundstücksgesellschaft mit ihren Geschäftsführern Andreas Bayer und Harald Panzer kaufte das Gebäude.

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