Waiblingen 200 Menschen demonstrieren gegen AfD-Landesparteitag

Waiblingen. Am heutigen Samstag findet in Waiblingen der Landesparteitag der AfD statt. Vor dem Bürgerzentrum wurde am Morgen gegen die Partei demonstriert. Die Proteste verliefen friedlich und ohne größere Zwischenfälle.

Rund 200 Gegner der rechtspopulistischen Partei haben sich am frühen Samstagmorgen gegen 9 Uhr auf dem Vorplatz versammelt. Die Polizei hatte mit deutlich mehr Personen gerechnet. Mit einem Großaufgebot schützt sie den ersten Parteitag der AfD nach dem Wahlsieg bei der Landtagswahl im März. Auch mehrere berittene Polizisten sind im Einsatz. Der Eingangsbereich zum Bürgerzentrum ist abgezäunt.

Ein breites Bündnis von rund 20 Gruppen hatte im Vorfeld zum Protest gegen den Landesparteitag aufgerufen: darunter die Alternative Liste Waiblingen, Amnesty International, die antifaschistische Jugend im Kreis, lokale DGB-Gruppen, der Verein Fremde unter uns, die IG Metall Waiblingen sowie die Piratenpartei Rems-Murr. Gefolgt sind dem Aufruf vor allem viele recht junge Menschen.

Die Proteste verlaufen friedlich. Kurzzeitig hat eine Antifa-Gruppe versucht, die Straße an der Talaue zu blockieren. Doch nach zwei Minuten ist die Blockade von der Polizei bereits beendet. Im Zuge dessen kommt es zu einer kleinen Rangelei zwischen Polizei und Antifa. Auch werden bei den Protesten acht Eier auf den leeren Bürgerzentrums-Vorplatz geworfen, die aber niemanden treffen.

Alfonso Fazio von der Alternativen Liste hält während der Demonstration vor dem Bürgerzentrum eine hochemotionale Rede gegen die AfD (Ausschnitte davon sind in diesem Video zu sehen). Gegen 11 Uhr beginnen die AfD-Gegner dann mit einem Protestmarsch durch die Stadt. Am Alten Postplatz findet anschließend eine Abschlusskundgebung statt, die gegen 12 Uhr beendet ist.

Rund 300 AfD-Delegierte im Saal

Im Saal tagen derweil rund 300 Mitglieder der AfD, darunter auch die 23 künftigen Landtagsabgeordneten. Wer in den Saal will, muss sich peniblen Kontrollen von Polizei und Security unterziehen lassen. Von dem Protest zeigen sich die Delegierten der AfD jedoch ungerührt. Sie scheinen ihn fast zu genießen. Die Stimmung im Saal ist entsprechend entspannt. Die Zufriedenheit über die 15,1 Prozent bei den Landtagswahlen ist den AfD-Mitgliedern noch deutlich anzusehen. Der Kreisvorsitzende Ralf Özkara jedenfalls meint selbstbewusst: "Wir sind die neue Volkspartei."

Auch Fraktions- und Parteichef Jörg Meuthen bekräftigt in seiner Grundsatzrede zur Landtagsarbeit den Anspruch der AfD, Volkspartei zu sein. Und nennt 30 Prozent der Wählerstimmen als mittelfristiges Ziel. Zunächst einmal dürfe man die Hoffnungen der Wähler nicht enttäuschen. Das hieße aber auch: "Wir dürfen uns nicht in die Riege der Kartell-Parteien einreihen", sagt Meuthen. Kommt es zu einer grün-schwarzen Landesregierung, so wäre der 54-Jährige Oppositionsführer.

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