Waiblingen E-Zigaretten: Mehr Nutzen, mehr Schaden?

Symbolbild. Foto: pixabay.com / CC0 Creative Commons

Waiblingen.
Die Fachwelt ist sich nicht einig: Einerseits deutet manches darauf hin, dass E-Zigaretten beim Ausstieg aus der Sucht helfen. „Andere Untersuchungen geben Anlass zur Sorge, dass die Nutzung dieser Produkte zu einem verstärkten Rauch-Einstieg führen könnte“, heißt es im Newsletter „Tabakentwöhnung“ des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg vom Oktober 2017. Weil E-Zigaretten weniger Schadstoffe enthalten als herkömmliche Zigaretten, könnte die Gefahr bestehen, dass mehr Jugendliche ins Rauchen einsteigen im Glauben, eine E-Zigarette sei ja nicht schlimm. Letztlich wagen die Autoren keine eindeutige Antwort auf die Frage, ob E-Zigaretten „in der Gesamtbetrachtung eher nützlich oder schädlich sind“: „Es gibt einfach zu viele Details, die wir noch nicht kennen, und zu vieles, was wir noch nicht wissen.“

Deutschland fällt durch Negativrekorde auf

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät vom Konsum von E-Zigaretten ab. Auch als Ausstiegshilfe bei der Tabakentwöhnung eignen sich E-Zigaretten aus Sicht der BZgA nicht.

Bei der Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle Anfang Dezember wurden – wie schon oft zuvor – schwere Vorwürfe laut: „Beim Kampf gegen die durch Rauchen verursachten Gesundheitsschäden fällt Deutschland vor allem durch Negativrekorde auf: Es ist das einzige Land in der Europäischen Union, das uneingeschränkt große Plakatwerbung für Tabakprodukte erlaubt. Deutschland hat europaweit die größte Dichte an Zigarettenautomaten und in den meisten Bundesländern einen unzureichenden Nichtraucherschutz. Deswegen gehört es seit Jahren in der Tabakkontrolle zu den Schlusslichtern in Europa“, kritisiert das Deutsche Krebsforschungszentrum. Das Zentrum hat zuletzt 2015 einen Tabakatlas herausgegeben. Demnach sterben in Deutschland jedes Jahr 121 000 Menschen an den Folgen des Rauchens: „Somit sind 13,5 Prozent aller Todesfälle auf das Rauchen zurückzuführen.“ Das Rauchen koste die Gesellschaft rund 80 Milliarden Euro im Jahr, etwa für Behandlungen oder Produktionsausfälle.

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