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Waiblingen Neustart im Bachofer-Hotel

Das markante Gebäude hat den Besitzer gewechselt. Foto: Büttner/ZVW

Waiblingen. Große Wetten hätten auf das Boutique-Hotel über dem Restaurant Bachofer wohl nur noch die wenigsten abgeschlossen. Doch nun wird aus der jahrelangen Baustelle doch noch ein kleines, feines Hotel: Die Waiblinger Alpenland-Grundstücksgesellschaft mit ihren Geschäftsführern Andreas Bayer und Harald Panzer hat das Gebäude gekauft und beabsichtigt, den Umbau so schnell wie möglich fertigzustellen.

Aufatmen bei Oberbürgermeister Andreas Hesky, Erleichterung und Freude auch bei Gastronom Bernd Bachofer, der das Hotel über seinem Sterne-Restaurant betreiben wird. Vier Jahre nach der Insolvenz des Investors Alexander Weis hat das Gebäude einen neuen Besitzer. „Wir werden das Konzept mit den neun Zimmern fortsetzen“, kündigt Andreas Bayer an. In Kürze soll das Baugesuch eingereicht werden. Die Bauarbeiten sollen starten, sobald die Genehmigung auf dem Tisch liegt.

„Wir wollen Waiblingen etwas zurückgeben“

Es ist keine neue Liebe, die die Investoren mit dem Bachofer-Haus verbindet. „Wir hatten das Gebäude schon länger im Fokus“, sagt Bayer. Schließlich handle es sich um ein markantes Gebäude, bei dem auch der Investitionsstau offensichtlich gewesen sei. Zum Zuge kam die Alpenland-Grundstücksgesellschaft aber erst, nachdem ein anderer Interessent absprang. Rund 1,3 Millionen Euro will Andreas Bayer in den Umbau investieren, um aus der Baustelle neun schnuckelige und sehr individuelle Hotelzimmer zu machen.

Dabei gehe es ihm und Harald Panzer nicht um die Rendite, versichert Bayer: „Wir wollen Waiblingen etwas zurückgeben.“ Als Stammgast kennt er Sterne-Koch Bernd Bachofer persönlich und er setzt genau auf diese Kombination von gehobenem Restaurant und einem kleinen und feinen Hotel, das sich von den großen Hotel-Ketten abhebe. „Waiblingen braucht das kleine Hotel, aber auch eine Gastronomie wie Bachofer“, ist Bayer überzeugt. Die Stadt habe Firmen wie Stihl und Bosch und Banken und damit eine Klientel, die eine gute Gastronomie benötige. „Man muss einen Sternekoch auch halten“, findet Bayer.

„Wir sind froh, dass der Investor aus Waiblingen stammt“

Für Oberbürgermeister Andreas Hesky und seinen Wirtschaftsförderer Marc Funk sind Andreas Bayer und Harald Panzer mit der Alpenland-Grundstücksgesellschaft ein absoluter Glücksfall. Diese hat ihren Sitz in Waiblingen und gehört zur Wohninvest-Gruppe mit Sitz in Fellbach. Sowohl Bayer als auch Panzer leben in Waiblingen und fühlen sich nach Angaben Bayers mit der Stadt verbunden, bringen als Eigentümer des Ludwigsburger Hotels Nestor aber auch Erfahrungen im Hotelbereich mit. Ideal, findet der OB. „Für das Haus Bachofer braucht man jemanden mit einem Faible für ein altes Haus in der Innenstadt und ein gut geführtes Restaurant“, sagt er. Die Stadt brauche einen Investor, der zu Bachofer passt und mit dem Haus sorgsam umgehen wird. Das Gebäude zwischen dem alten und dem neuen Rathaus sei ein stadtgeschichtlich wichtiges Haus in Waiblingen, erinnert der OB: „Wir sind froh, dass der Investor aus Waiblingen stammt.“

Anders als im Falle von Alexander Weis, dem die Stadt das Gebäude in Erbpacht überließ, hat der Gemeinderat diesmal dem Verkauf des Hauses und der angrenzenden Loungefläche zugestimmt. Denn als Irrtum hatte sich herausgestellt, mit einem Erbpachtvertrag die Hand auf dem Gebäude halten zu können. „Die Hoffnung, dass man durch ein Erbbaurecht das Mitspracherecht erhöht, hat sich nach dieser Erfahrung zerschlagen“, stellt Oberbürgermeister Hesky klar. Mit dem Erbbaurecht gehöre einem das Grundstück, aber das Gebäude sei in privater Hand. Allerdings wurde laut Hesky in den Kaufvertrag die Verpflichtung aufgenommen, dass Grundstück und Gebäude vorrangig für gehobene Gastronomie genutzt werden sollen. Weder für den Gastronomen noch den Investor gebe es aber eine Sicherheit. Wichtig sei deshalb, dass die Chemie zwischen beiden stimme.

Ideal als Hotel

Dass nun alles passt, betont auch Wirtschaftsförderer Marc Funk: „Ich bin überzeugt, einen guten Partner gefunden zu haben.“ Eineinhalb Jahre habe die Suche nach einem neuen Investor gedauert, drei ernsthafte Interessenten seien im Rennen gewesen. Das Gebäude und das Projekt seien speziell, der Unterzeichnung seien deshalb intensive Prüfungen seitens des Investors vorausgegangen. „Es wird eine schöne Ergänzung zum Hotel, das die Volksbank gerade baut“, freut sich Funk. Dass ein Boutique-Hotel in der Stadt nachgefragt wird, haben laut Hesky auch Expertisen ergeben. Aber auch wegen der Bedeutung des Gebäudes fürs Stadtbild hält er eine Hotel-Nutzung für ideal: „Hätten wir keinen Investor gefunden, hätte ich mir überlegt, ob die Stadt selbst einsteigen soll.“

 

 
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