Fellbach Trauer um früheren Fellbacher Bürgermeister Raimund Ulrich

Raimund Ulrich, Archivbild Foto: Bernhardt/ZVW

Fellbach.

Am Dienstag ist 81-jährig Fellbachs früherer Bürgermeister Raimund Ulrich an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben. „Fellbach hat eine herausragende Persönlichkeit verloren, die durch ihr Wirken viele Spuren in unserer Stadt hinterlassen hat“, wird Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull in einem Nachruf aus dem Rathaus zitiert. Raimund Ulrich habe bei all seinem Tun stets den Menschen in den Mittelpunkt gestellt, sich für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger interessiert und sich für deren Anliegen eingesetzt: „Raimund Ulrich und seine zutiefst menschliche Art werden uns fehlen.“

Der öffentliche Dienst war für Raimund Ulrich Berufung. Nach dem Besuch der Staatlichen Verwaltungsschule Stuttgart – Jahrgangskollege war der spätere Ministerpräsident Baden-Württembergs Lothar Späth – trat Raimund Ulrich in den Dienst der Gemeindeverwaltung Schmiden. Der legendäre Schmidener Bürgermeister Gotthilf Bayh wurde dort sein kommunalpolitischer Lehrmeister und Ziehvater.

Nach dem Zusammenschluss Schmidens und Fellbachs wurde Raimund Ulrich Teil der Stadtverwaltung Fellbach und 1973 erster Leiter der neu geschaffenen Verwaltungsstelle Schmiden – oder „Ortsteilschultes“, wie er selbst gelegentlich mit einem Augenzwinkern sagte. Bereits ein Jahr später wechselte er ins Rathaus Fellbach und wurde Persönlicher Referent von Oberbürgermeister Guntram Palm. 1976 übernahm er die Leitung des Amtes für Bodenordnung und Liegenschaften. Vier Jahre später wurde Raimund Ulrich vom Gemeinderat zum weiteren Beigeordneten der Stadt gewählt und rückte in die Bürgermeisterriege auf. Als Bürgermeister wurde er acht Jahre später vom Gemeinderat bestätigt. Der Verantwortungsbereich von Bürgermeister Raimund Ulrich war breit gefächert – Amt für Jugend, Schule und Sport, Sozialamt, Ordnungsamt, Standesamt, Feuerwehr und Liegenschaftsamt. In seinem Aufgabenbereich hat Raimund Ulrich zahlreiche Projekte initiiert, auf den Weg gebracht und mitgestaltet: Bau von Seniorenwohnanlagen, Integration der ausländischen Mitbürger, Bildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Kindergärten, Schulen und Jugendhaus, Lösung von Verkehrsfragen, freiwillige Baulandumlegungen, dank derer dann Wohnungsbau zur Behebung des Wohnungsproblems erfolgen konnte, ein Thema, das Stadtverwaltung und Gemeinderat schon in den 1980er Jahren stark beschäftigte, wie auch die Unterbringung von Asylbewerbern.

Bei seinem Amtsantritt als Bürgermeister im Februar 1981 sagte Raimund Ulrich im Gemeinderat: „Mein oberstes Ziel wird es sein, unseren Bürgern bei ihren Anliegen und Sorgen zu helfen.“ Nach diesem Leitmotiv habe er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1997 gehandelt, heißt es aus dem Rathaus. Raimund Ulrich sei ein „Bürger-Bürgermeister“ gewesen. Dies habe ihm bis in den Ruhestand hinein viel Anerkennung und Sympathie eingebracht.

Der Lebensweg Raimund Ulrichs endete auf tragische Weise. Am späten Montagnachmittag wurde er beim Überqueren einer Straße von einem Auto erfasst. An den schweren Verletzungen, die er bei diesem Unfall erlitt, starb er wenige Stunden später in einem Krankenhaus.

Eine öffentliche Trauerfeier für Raimund Ulrich findet am Mittwoch, 13. Dezember, von 10.30 Uhr an in der Festhalle Schmiden, Hofäckerstraße 1, statt.

 

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