Weinstadt-Endersbach Neues Kinderhaus für Endersbach

 Foto: ZVW

Weinstadt-Endersbach. Rund 450 Menschen sollen im neuen Wohngebiet Halde V einmal wohnen – und darum braucht Endersbach zwingend eine neue Kita. Entstehen soll sie direkt neben dem Kinderhaus Halde IV, inklusive neuer und bezahlbarer Wohnungen. Streit gab es im Gemeinderat indes darüber, wie groß das Gebäude nun werden soll.

Wenn es in Weinstadt an einem mangelt, dann sind es neue Wohnungen. Erst jüngst warf eine Eigentümerin eines Stückles im innerörtlichen Kleingartengebiet „In den Ländern“ der Stadt vor, es mit der Schaffung von neuem Wohnraum nicht wirklich ernst zu meinen – und den Leuten für potenzielles Bauland zu schlechte Preise zu bieten.

Baubürgermeister Thomas Deißler stellte nun im Gemeinderat klar, wie er das Problem lösen will – nämlich sehr wohl dadurch, dass Baulücken innerhalb der Ortsteile genutzt werden. Geschehen soll dies nun im Endersbacher Wohngebiet Halde IV, direkt neben dem jetzigen Kinderhaus Halde IV.

Dort sollen in einem dreigeschossigen Gebäude ausschließlich bezahlbare Wohnungen entstehen, mit einem auf Mietwohnungsbau spezialisierten Bauträger, inklusive Einzimmerwohnungen – denn laut Deißler sind selbst Zweizimmerwohnungen für Senioren oft schon zu teuer.

Im Erdgeschoss wird es zudem ein weiteres Kinderhaus mit vier Gruppen geben, schließlich werden durch das benachbarte neue Baugebiet Halde V auch mehr Kinder in der Nachbarschaft aufwachsen. Mancher im Gemeinderat fragte sich freilich, ob der Entwurf der Verwaltung nicht zu klein ausfällt.

Witzlinger: „Der Bedarf für ein weiteres Stockwerk ist absehbar“

Baubürgermeister Deißler hat sich nämlich hauptsächlich deshalb für ein nicht ganz so großes Gebäude ausgesprochen, weil er hofft, damit in der Anwohnerschaft nicht zu viel Protest auszulösen. Aus Sicht vieler in der CDU-Fraktion wäre es indes besser, ein größeres Gebäude zu bauen, um mehr Platz für die Kita und mehr Platz für Wohnungen zu haben.

„Wir werden mehr, als wir gedacht haben“, betonte Fraktionschef Ulrich Witzlinger und verwies auf die Prognosen, die neuerdings von einem Bevölkerungswachstum bis 2035 ausgehen. Dazu werden nach seiner Einschätzung die Anforderungen an Kitas weiter steigen – und damit werde auch mehr Platz nötig.

„Der Bedarf für ein weiteres Stockwerk ist absehbar.“ Witzlinger redete sich hörbar in Rage und appellierte an die Adresse der Anwohner, dass jene, die neben einer Gemeinbedarfsfläche bauen, nicht erwarten können, dass diese für immer eine Blumenwiese bleibt. „Ihr wohnt in einer Stadt – und da habt ihr eine Verpflichtung.“ Die Fläche brauche die Stadt – und zwar „für unsere Kinder“.

Rückenwind von den anderen Fraktionen

Baubürgermeister Thomas Deißler hielt dagegen und erinnerte an die höheren Brandschutzauflagen, die bei einer zweigeschossigen Kita anfallen. Wer mehr als die jetzt vorgesehenen vier Kita-Gruppen will, der muss aus seiner Sicht auch daran denken, dass für jede Gruppe ein bestimmter Platz an Außenfläche nötig ist.

Wer zudem mehr Wohnungen wolle, müsse auch das Erschließungskonzept überdenken – denn dann sind natürlich auch mehr Parkplätze nötig. OB Michael Scharmann stellte zudem klar, dass eine zweigeschossige Kita im Betrieb immer teurer sei.

Rückenwind erhielt die Verwaltung von den anderen Fraktionen. Hans Randler (SPD) zeigte sich erfreut, dass ihre alte Forderung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nun endlich erfüllt wird, nachdem der vorherige OB Jürgen Oswald das Thema in seinen letzten Amtsjahren nicht mehr anpackte.

GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger findet es gut, dass die Stadt von sich aus auf die Anwohner zugeht und deren Interessen berücksichtigt. Auch gefällt ihm, dass die Stadt zügig plant. Letztlich votierten 15 Stadträte für die Marschroute der Weinstädter Verwaltung – und nur acht dagegen.


Schönbühl: Experte rät von Wohnbebauung ab

  • Philosophie der Stadt ist es laut Baubürgermeister Thomas Deißler, künftig verstärkt im Inneren der Ortsteile zu bauen statt im Außenbereich, weil dies für die Stadt mit niedrigeren Kosten verbunden ist. Das deckt sich auch mit dem Verhalten der Stadtverwaltung mit Blick auf das Areal des ehemaligen Jugendheims Schönbühl, das weit außerhalb liegt. Eigentümer Thomas Barth möchte hier nach wie vor Wohnhäuser bauen, wobei er erst kürzlich für eine Teilfläche ein Angebot eines ausländischen Investors erhielt, dem etwas anderes als Wohnbebauung vorschwebt.
  • Was ihre ablehnende Haltung zu einem neuen Wohngebiet auf dem Schönbühl angeht, hat die Stadt indes Rückendeckung erhalten – und zwar just durch jenes Gutachten, das sie bei dem Stuttgarter Architekten Professor Gerd Baldauf in Auftrag gab. Wie auf Nachfrage aus dem Gemeinderat am Donnerstagabend öffentlich wurde, rät Baldauf dazu, den Schönbühl nicht als Wohngebiet zu entwickeln.
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