Weinstadt Radrundweg wird besser beschildert

Weinstadt. Die Beschilderung auf der Weinstädter Radrundtour muss besser werden: Das ist der einmütige Tenor des Radverkehrsforums, das die Stadt Weinstadt am Dienstag zum zweiten Mal angeboten hat. Bis zur Remstal-Gartenschau 2019 ist das machbar, sagt Rita Banzhaf vom Stadtplanungsamt. Bis dahin wird auch eine neue Broschüre für die Strecke ausgearbeitet.

Verlockend klingt die Beschreibung der 25 Kilometer langen „Radrundtour durch Weinstadt“ in der gleichnamigen Broschüre der Stadtverwaltung: „Die Radrundtour führt Sie durch alle Weinstädter Stadtteile – durch Weinberge und Streuobstwiesen, durch historische Ortskerne entlang zahlreicher Sehenswürdigkeiten“. Ausgehend vom Endersbacher Bahnhof leitet sie über den Strümpfelbacher Nuss-Skulpturenpfad und die Wallfahrtskirche „Käppele“ bis zum Schnaiter Silcher-Museum, dann weiter zum Beutelsbacher Marktplatz und übers Gundelsbacher Tal bis zur Großheppacher Häckermühle. Schließlich geht’s an der Rems entlang zurück nach Endersbach.

Ein Versprechen, das nicht gehalten wird

Doch die Broschüre macht ein Versprechen, das sie nicht halten kann: „Eine genaue Ausschilderung macht die Wegefindung einfach“, heißt es da. Dass das spätestens in Strümpfelbach nicht mehr der Fall ist, machte GOL-Fraktionsmitglied Ina Steiner beim zweiten Radverkehrsforum im Beutelsbacher Kurt-Dobler-Saal deutlich. Gemeinsam mit weiteren GOL-Mitgliedern ist sie die Strecke im Vorfeld abgefahren.

Problemstellen-Sammeln

Sie stieß mit ihrem Hinweis ins selbe Horn wie Rita Banzhaf. Diese ist bei der Stadtverwaltung für das Thema Radverkehr zuständig und moderierte das Radverkehrsforum, das nun zum zweiten Mal angeboten wurde. In diesem Jahr drehte es sich ganz um den Rundweg. „Die Beschilderung ist insgesamt verbesserungsbedürftig, das sag’ ich Ihnen gleich“, hatte Banzhaf ihrer Präsentation vorangeschickt. Sie weiß, wovon sie spricht: Sie ist die Strecke ebenfalls abgefahren und hat sich Problemstellen notiert. Außerdem sammelt sie Hinweise von Bürgern, die im Internet über den Mängelmelder – zu finden rechts auf der Homepage der Stadt unter dem Stichwort „Online-Bürgerservice (wie Fundsachen und Mängelmelder)“ – zu ihr ins Amt gelangen, oder ihr persönlich angetragen werden. Noch bis zum Ende der Sommerferien sind Bürger sogar gezielt aufgefordert, sich dort mit Hinweisen zu melden.

Schilder fehlen besonders in den Ortsmitten

Es fehlt an mehreren Stellen an klaren Hinweisen, zum Beispiel in der Strümpfelbacher, Schnaiter und Großheppacher Ortsmitte. Selbst wer sich ganz gut auskennt, kann dort leicht die falsche Abzweigung nehmen. Aber auch dort, wo der Weg eindeutig scheint, wären Schilder hilfreich: Schlicht als Rückversicherung, dass Radler noch auf dem richtigen Weg sind, sagt Banzhaf. Außerdem seien manche Schilder verblasst (sie sind immerhin schon knapp 15 Jahre alt), andere zu weit von der Straße entfernt oder halb von Ästen verdeckt.

Markierungen direkt auf den Wegen?

Manfred Siglinger, der Fraktionsvorsitzende der GOL, regte an, Markierungen direkt auf den Wegen anzubringen, vor allem auf Landesstraßen. Er schlug beispielsweise ein Fahrradsymbol mit einem richtungsweisenden Pfeil und Quermarkierungen vor, die Autos nach französischem Vorbild zum Bremsen ermahnen. Der Vorschlag stieß auf Gegenliebe bei einem der Zuhörer: Er radle viel, achte aber eher auf die Straße als auf hoch angebrachte Schilder.

Forums-Besucher Siegfried Loos schlug außerdem vor, zur Orientierung mehr Schilder anzubringen, die nicht nur mit einem Pfeil den Weg weisen, sondern gleich noch den passenden Zielort nennen.

Überarbeitung bis zur Remstal-Gartenschau

Banzhaf nahm die einzelnen Wortmeldungen auf und betonte: Die Beschilderung und die Strecke werden bis zur Remstal-Gartenschau 2019 überarbeitet, ebenso die Broschüren des Stadtmarketings. Bis dahin müssen einige Vorschläge geprüft werden: Zum Beispiel muss geklärt werden, ob und wo aus verkehrsrechtlicher Sicht Markierungen auf der Fahrbahn angebracht werden können. Außerdem wird geprüft, ob Strecken an einzelnen Stellen in Parallelstraßen verschoben werden könnten. Zum Beispiel könnte der Radweg dann in Beutelsbach am Württemberg-Haus vorbei zum Marktplatz geführt werden, statt durch die Buhlstraße, eine Einbahnstraße.


Zweite Radwegerkundung am 22. Juli

Die Grüne Offene Liste (GOL) Weinstadt lädt alle Interessierten zu einer zweiten Radwegebegehung in Großheppach und Beutelsbach ein. Sie setzt sich seit Jahren für die Weinstädter Radwege ein. Die Teilnehmer treffen sich am Samstag, 22. Juli, um 14 Uhr vor dem Gasthof Zum Trollinger in der Kleinheppacher Straße 62.

Es geht vor allem um die Schülerradwege zum Bildungszentrum in Benzach, außerdem um die Radverbindungen zum Beutelsbacher S-Bahnhof.

Die Gruppe fährt besonders störungsanfällige Punkte an und dokumentiert Problemstellen. Dabei kann es sich zum Beispiel um gefährliche Übergänge handeln, um fehlende Schilder oder Bodenmarkierungen, um schlammige oder enge Abschnitte, um schwer einsehbare Kreuzungsbereiche und so weiter. Die GOL hat sich bereits erste Eindrücke verschafft.

Die Ergebnisse werden der Stadt Weinstadt als Anregung für das Radwegekonzept überreicht. So war es auch bei der ersten Erkundungstour im Mai: Damals standen Endersbach, Strümpfelbach sowie die Anbindung an Kernen und die Rems im Mittelpunkt.

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