Weinstadt-Schnait Fast tausend Unterschriften für Bargeldautomat

Karl Mangold (links) und Walter Schiller (Mitte) haben Oberbürgermeister Michael Scharmann am Donnerstag vorm Beutelsbacher Rathaus die gesammelten Unterschriften übergeben. Foto: Benjamin Beytekin

Weinstadt-Schnait.
Der Druck auf die Sparkasse und die Volksbank steigt: Ein Drittel der Bürger aus Baach und Schnait hat für den Erhalt der Bargeldversorgung in Schnait unterschrieben – nämlich immerhin 966 Menschen. Nachdem bereits die Sparkasse ihre Schnaiter Filiale zum 30. November 2018 geschlossen hat, zieht nun zum 14. Februar auch die Volksbank Stuttgart nach. Nicht mal mehr ein Geldautomat soll Stand heute erhalten bleiben, genau wie bei der Sparkasse. Da es in Schnait auch keinen Supermarkt wie Rewe oder Aldi gibt, in dem beim Einkaufen Bargeld abgehoben werden kann, wäre der Ort nach dem 14. Februar ohne Bargeldversorgung. Die rund 3200 Einwohner von Schnait plus die knapp 70 Einwohner von Baach müssten dann mindestens nach Beutelsbach fahren – und das wollen sie nicht akzeptieren. Mittlerweile haben sie einen Verbündeten gewonnen – den Weinstädter Oberbürgermeister Michael Scharmann.

"Nach der Fusion hat man uns versprochen, dass die Filialen bleiben"

Das Stadtoberhaupt hat nach Angaben des Schnaiter Unternehmers Walter Schiller selbst auf der Liste unterschrieben. Zusammen mit dem Schnaiter Transport- und Brennstoffunternehmer Karl Mangold hat er am Donnerstagvormittag die gesammelten Unterschriften an Michael Scharmann übergeben. Der sagte bei dem Termin weitere Unterstützung zu. „Die Stadt will jetzt einen Termin mit den Banken vereinbaren“, sagt Walter Schiller. Er ist selbst Kunde bei der Volksbank Stuttgart und erinnerte sich noch daran, welche Zusagen es gab, als sich 2016 die Volksbank Stuttgart mit der VR-Bank Weinstadt zusammenschloss. „Nach der Fusion hat man uns versprochen, dass die Filialen bleiben.“ Nun wird der Schnaiter Standort der Volksbank Stuttgart doch geschlossen, weil dort nach Angaben des Pressesprechers die Zahlen nicht mehr stimmen und zu wenig Kunden die Filiale samt dem Geldautomaten nutzen.

Der Volksbank-Sprecher brachte Mitte Dezember indes eine Alternativlösung ins Spiel: eine mobile Filiale, die zu bestimmten Zeiten vor Ort ist und in der Volksbankkunden weiter Geld abheben können. Er sprach damals davon, dass nun solche Alternativkonzepte geprüft würden. Auf Nachfrage teilte uns die Volksbank Stuttgart am Donnerstag mit, dass der Vorstand der Bank zum jetzigen Zeitpunkt nichts Neues zu der Idee der mobilen Filiale sagen könne. Gleiches gelte für die Anregung der Bürger, dass die Volksbank mit der Sparkasse in Schnait einen gemeinsamen Geldautomaten betreibt und sich dafür die Kosten teilt. Auch hierzu gibt es keine Stellungnahme. Dabei sind solche Kooperationen in anderen Bundesländern bereits an einigen Standorten umgesetzt worden.

Hier könnte ein Bargeldautomat aufgestellt werden

In einem offenen Brief an die Vorstandsmitglieder der Kreissparkasse Waiblingen und der Volksbank Stuttgart verweisen die Schnaiter Unternehmer Walter Schiller und Karl Mangold darauf, dass es nicht sein könne, dass Schnait keinen Bargeldautomaten mehr haben soll, während in den vier Weinstädter Stadtteilen Großheppach, Endersbach, Beutelsbach und Strümpfelbach sogar jeweils mehrere Bargeldautomaten stünden. „Es muss doch möglich sein, einen Standort in Schnait zu finden, wo ein solcher Automat öffentlich und zu allen Zeiten zugänglich aufgestellt werden kann“, heißt es in dem Schreiben. Mangold und Schiller schlagen hier folgende Orte vor: beim Lebensmittelladen Stahl, dem Dorfladen, der Tankstelle Unrath, der Genossenschaftskelter, dem Feuerwehrhaus oder der früheren Apotheke. „Auch die Volksbank könnte bei gutem Willen, zumindest übergangsweise, im Vorraum der seitherigen Filiale Schnait den dort vorhandenen Bargeldautomaten belassen.“ Schiller und Mangold halten es auch für möglich, dass Sparkasse und Volksbank sich die Kosten an diesem Standort teilen.

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