Welzheim Großes Feuerwehr-Oldtimertreffen

, aktualisiert am 19.08.2019 - 07:13 Uhr

Welzheim. Die Welzheimer Feuerwehr beschenkt alle fünf Jahre sich selbst, Welzheim sowie alle mit ihr freundschaftlich verbundenen Menschen und Wehren mit einem ganz besonderen Fest: einem der größten, wenn nicht gar mit seinen mehr als hundert Teilnehmern größten Feuerwehr-Oldtimertreffen Deutschlands.

Es fand am vergangenen Wochenende zum vierten Mal im Rahmen der traditionellen Gerätehaushocketse statt, die deshalb auf den Kirchplatz vor dem Rathaus verlegt wurde. Die Auswirkungen des Megaevents strahlten weit über den Veranstaltungsort hinaus.

Rundfahrt über Kaisersbach und Gschwend nach Welzheim

Bereits auf den Bundesstraßen 14 und 29 stachen am Samstagvormittag die leuchtend roten Kraftpakete aus den Häusern Magirus, Hanomag, Unimog, Opel und Mercedes Benz ins Auge, auf ihrer Anfahrt hinauf in den Schwäbischen Wald, zunächst zum ATV-Parkplatz in der Silcherstraße. Von dort aus ging es zu einer gemeinsamen Rundfahrt über Kaisersbach und Gschwend zum gemeinsamen Fototermin ans Windrad, bevor die Fahrzeuge rund um den Kirchplatz den Augen ihrer Bewunderer präsentiert wurden und in Welzheims Ortskern die rote Farbe zum vorherrschenden Element machten.

Für Gesprächsstoff unter den Festbesuchern sorgten Raritäten wie ein 430 PS starker Magirus „Leichte Type Bayern“, so die offizielle Bezeichnung, der zwischen 1922 und 1950 bei der Feuerwehr Ottobeuren in Diensten stand und im Originalzustand und nach wie vor einsatzfähig vorfuhr, wie seine Besatzung stolz versicherte, die mit Messinghelmen und in ebenfalls original Jacken aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts vorfuhr – mächtig unbequem, und es werde einem darin warm, allein schon wenn man sie anziehe, auch ohne dass es brenne, wie sie verrieten.

Aus Karlsruhe wiederum fuhr ein 90 PS starker Horch SC 4000 vor, der 1959 im „Sachsenring“ gebaut wurde und bei der Feuerwehr in Halle im Einsatz war. Was ihn in den fünf Jahren, seit er bei der Pflege dieses Fahrzeugs dabei sei, stets immer wieder aufs Neue fasziniere, erklärte Sebastian Gerber, der stellvertretende Abteilungskommandant der Abteilung Karlsruhe-Grötzingen, sei der unglaubliche Zusammenhalt und die Begeisterung der Oldtimerfreunde für das gemeinsame Hobby.

Als ihm einmal bei einer Sternfahrt ein Kühlerschlauch geplatzt sei, erzählte er, da sei er noch nicht ausgestiegen, als schon ein Dutzend Helfer am Fahrzeug waren, „und sie standen nicht einfach nur herum, die einen hatten Werkzeug in den Händen, andere improvisierten Ersatzteile, und die Dritten krempelten schon die Ärmel auf, um zu helfen.“

Anstoß für diese Liebhaberei, erzählte Werner Kugler, der Organisator der Oldtimerfreunde innerhalb der Welzheimer Feuerwehr, war, als das 1964 gebaute TLF 16 1997 außer Dienst gestellt wurde. Sein Herz habe ihm und den Kameraden bei der Vorstellung geblutet, dass es nach so vielen Jahren und Einsätzen einfach weggegeben oder gar verschrottet werden sollte. Schließlich habe sich ein Freundeskreis zusammengefunden, der sich bereiterklärte, das Fahrzeug als Oldtimer zu pflegen und instand zu halten. Man habe mit ihm Oldtimertreffen besucht und schließlich beschlossen, zum 40. Jubiläum der Indienststellung selbst einzuladen.

Der Erfolg dieses Treffens, ergänzte Feuerwehrkommandant Andreas Schneider, sei überwältigend gewesen, bereits damals waren an die hundert Fahrzeuge angereist. Und alle seien begeistert gewesen von der Gastfreundschaft Welzheims und der besonderen Atmosphäre der Stadt, in der die Besucher nicht irgendwo auf eine Wiese am Ortsrand verbannt waren, sondern mitten im Ort ihre Schmuckstücke vorstellen durften.

Ein brennendes Backhaus bei einer großen historischen Übung gelöscht

Startschuss für das eigentliche Fest mit der Bevölkerung, erklärte Schneider, sei die große historische Löschübung, bei der das Löschen eines brennenden Backhauses im Jahr 1900 mit großem Aufwand nachgespielt wurde. Wohl stelle das zweitägige Fest für aktive, Jugend-, Alterswehr und die vielen freiwilligen Helfer aus dem Umfeld einen gewaltigen Kraftakt dar, räumte Schneider ein, aber man freue sich, zwei Tage lang mit der Bevölkerung gemeinsam zünftig feiern zu können, mit Musik und hervorragendem Essen und Trinken.

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