Welzheim KunstSinn-Festival in der Laufenmühle

Welzheim. Ein goldenes Oktoberwochenende mit mildem Herbstwetter, das geradezu zwang, die eigenen vier Wände hinter sich zu lassen, dazu ein Publikum, das seine Sinne und Herzen für ein außergewöhnliches Erlebnis zu öffnen bereit war: Besser hätte sich am Samstag der erste Tag des „KunstSinn“-Festivals in der Welzheimer Laufenmühle gar nicht entwickeln können.

Der Gedanke, der seit dreieinhalb Jahrzehnten hinter dem „KunstSinn“-Festival in der Laufenmühle steht, besteht nach Ansicht der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Daniela Doberschütz darin, nicht einfach nur einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, sondern Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen und ihnen auf diese Art und Weise ein ungezwungenes Kennenlernen zu ermöglichen – mit Hilfe eines Mediums, das alle Sinne anspricht, das begeistert, unterhält und Freude bereitet, nämlich der Kunst. Zwar sei man heuer durch die Baumaßnahmen, die gerade in der Laufenmühle stattfinden, räumlich etwas eingeschränkt, aber durch geschicktes Umorganisieren habe man es dennoch geschafft, dass sich alle beteiligten Künstler und Anbieter frei entfalten konnten.

Zwei von diesen, die Puppenspieler Santos und Alexander, waren zwei Tage vorher in Jaen in Andalusien aufgebrochen, um an diesem Event teilzunehmen. Die Stars ihres „Microteatro siete“ sind Marionetten, die Geschichten von Menschen erzählen, die sich den Herausforderungen des Lebens stellen. Welchen Zauber die Puppen erwecken, wenn sie scheinbar zum Leben erwachen und auf ihrer Bühne agieren, dies war in den Augen und auf den Gesichtern der jungen und jung gebliebenen Besucher während der Aufführung herauszulesen. Und dies, so Santos, sei wiederum stets die größte Belohnung für ihn und seine Arbeit.

Das Tanzbein schwingen, bis der Kartoffelsnack fertig ist

Zum zweiten Mal beim „KunstSinn“-Festival mit dabei waren Selina Houwing und Martijn Jansen aus Amsterdam mit ihrer DJ Frietmachine. Ihre interaktive Spaßinstallation versorgte die Besucher mit Pommes Frites aus einer Kartoffel, die diese sich selbst ausgesucht hatten. Und so lange sie darauf warteten, dass der Kartoffelsnack fertig wird, verlockte die parallel dazu von einer Schallplatte abgespielte Musik dazu, das Tanzbein zu schwingen. „Nein!“, versicherte Manuel Carrozzo aus Rudersberg, der am Stand unmittelbar daneben alle Hände voll zu tun hatte, die Hungrigen mit seinen Kürbiskern-Bratwüsten, Roten und ebenfalls Pommes Frites zu versorgen, „die DJ Frietmachine ist keine Konkurrenz!“

Seit nunmehr zehn Jahren sei er Stammgast in der Laufenmühle, und das Schöne an der Veranstaltung sei, dass es hier überhaupt keine Konkurrenz gebe. Alle Teilnehmer hätten gemeinsam Anteil am Erfolg, und sie teilten miteinander den Spaß und die Freude, die ihnen das wunderbare Publikum und die hervorragend arbeitenden Veranstalter bereiteten.

Aus der Schweiz angereist waren der Violinist Markus Landolt und der Akkordeonspieler Claude Hutter, die als „Duo Klangheimlich“ auf dem gesamten Festivalgelände aufspielten, zum Mitsingen und Mittanzen einluden und den Besucherstrom in die „Rote Achse“ lenkten. Dort präsentierte die Laufenmühle nicht nur die Erzeugnisse ihrer eigenen Imkerei und Werkstätten rund um das Thema Upcycling, Textiles, Papier und Feuer. Der Kunsthandwerkermarkt bot Gelegenheit, mit den Künstlern selbst ins Gespräch zu kommen, ihnen über die Schulter zu schauen und für sich selbst Anregungen mitzunehmen.

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