Windpark am Goldboden Rotor-Transporte dauern über Wochen

35 und 26 Meter lang sind die beiden Stahlturmteile, die seit Donnerstagnacht an der Gmünder Straße am Schorndorfer Stadtrand Richtung Urbach bereitstehen. Am Montagabend sollen sie von dort weitertransportiert werden zum Windpark Goldboden. Foto: Schneider / ZVW

Winterbach/Schorndorf. In den kommenden Wochen werden sich auf den Schorndorfer Straßen ziemlich spektakuläre Dinge abspielen. Am Dienstag wird, voraussichtlich ab 9.30 Uhr, das erste der insgesamt neun 65 Meter langen Rotorblätter für die Windräder am Goldboden mitten durch die Stadt und dann durch Schlichten transportiert. Zwei weitere sollen am Mittwoch und Donnerstag folgen.

Seit der Nacht von Donnerstag auf Freitag stehen beziehungsweise liegen an der Gmünder Straße am Schorndorfer Stadtrand zwei riesenhafte Stahlteile bereit: 35 Meter und 26 Meter lang. Es sind noch nicht die Rotorblätter, sondern die oberen Teile für einen der drei Türme des Windparks am Goldboden der EnBW. Die Stahlsegemente kamen des Nachts bei Urbach von der B 29 und wurden an dem eigens eingerichteten Platz am Schorndorfer Stadtrand ab- und umgeladen auf sogenannte Semitieflader, die für die letzten etwa zehn Kilometer durch Schorndorf und hinauf in den Schurwald nötig sind. Diese Fahrzeuge sollen sich am kommenden Montag, 20. November, ab 21 Uhr vom Umladeplatz aus auf den Weg machen, wie Heiko Balmer, der zuständige Disponent des Transportunternehmens Hofmann aus Paderborn, unserer Zeitung sagte.

Windradflügel kriechen in Schrittgeschwindigkeit

Wenn dann der Umladeplatz an der Gmünder Straße am Schorndorfer Stadtrand wieder frei ist, sollen in der Nacht von Montag auf Dienstag die ersten der drei 65 Meter langen Rotorblätter für den Windpark ankommen. Die Ankunft ist für 3 Uhr nachts terminiert, ihr Weg führt zuvor über A 7 und B 29. Die Rotorblätter werden umgeladen auf sogenannte Selbstfahrer, Spezialfahrzeuge, die die Windradflügel in Schrittgeschwindigkeit, ferngesteuert durch Schorndorf kutschieren.

Ein Rotorblatt am Tag, mehr schafft die Transportfirma in der Geschwindigkeit nicht. Losfahren wird das erste laut EnBW zwischen 8.30 und 9.30 Uhr. Bis 16 Uhr müssen die Straßen wieder frei sein. So ist es in Abstimmung mit der Stadt Schorndorf festgelegt, um den Berufs- und Schülerverkehr morgens und abends zu meiden und so wenig Verkehrsbehinderungen wie möglich zu verursachen, heißt es. Zu Behinderungen wird es natürlich auf jeden Fall kommen. Die Windradflügel sind auf vielbefahrenen Verkehrsachsen unterwegs, zum Beispiel über den Kreisverkehr zwischen Gmünder, Göppinger und Feuerseestraße und vorbei am Schulzentrum Grauhalde.

Nur der Abschnitt gesperrt, auf dem sich gerade das Rotorblatt befindet

Vier Stunden, so sei der Plan, werde man vom Umladeplatz bis zur Baustelle am Goldboden brauchen, sagt Silvio Rockinger vom Wörmann-Team aus Nordrhein-Westfalen, das alles rund um die Transporte herum organisiert. Zu welchen Uhrzeiten wann genau welche Straßen betroffen sind, das kann er aber derzeit nicht genau sagen. „Da spielen 1000 Faktoren zusammen“, sagt Rockinger. Die Fahrtzeit hänge zum Beispiel stark vom Verkehr ab und wie schnell man vor dem Transportfahrzeug die Straßen sperren könne. Das heißt: Es ist nicht die ganze Zeit die komplette Strecke gesperrt, sondern immer nur unmittelbar der Abschnitt, auf dem sich gerade das Rotorblatt befindet. Auf dem kompletten Weg durch Schorndorf und Schlichten werden die Selbstfahrer von der Polizei und dem Wörmann-Team begleitet. Dessen Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Strecke vor den Transportfahrzeugen frei ist. Sie räumen kurzfristig Straßenschilder aus dem Weg und stellen sie, sobald die Rotoren durch sind, wieder an ihren Platz. Nur vereinzelte Schilder wurden bereits im Vorfeld abmontiert.

Neun Rotorblätter, neun Tage Transporte durch Schorndorf

Geplant ist, dass die ersten drei Rotorblätter in der kommenden Woche am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, immer grob zwischen 9.30 und 16 Uhr vom Umladeplatz zur Baustelle am Goldboden unterwegs sind. Das Prozedere soll sich dann in den folgenden zwei Wochen an den gleichen Tagen und zu den gleichen Uhrzeiten wiederholen. Ob der Plan so durchgezogen werden kann, hängt aber auch daran, ob die neun Rotorblätter wie vorgesehen gleich an den drei Windkraftanlagen montiert werden können. Das ist zum Beispiel bei zu starkem Wind nicht möglich. Nur dann, wenn ein Rotorblatt verbaut ist, können die nächsten angeliefert werden, weil der Platz auf der Baustelle begrenzt ist.

Zwei Kräne im Einsatz für Metallturmteile

Für die Montage der Metallturmteile und der Rotoren kommen zwei Kräne zum Einsatz. Da die Windradtürme jetzt schon rund 100 Meter hoch sind und den Wald weit überragen, wird man die Montage ab kommenden Dienstag, gute Sicht vorausgesetzt beobachten können, besonders gut von der anderen Talseite aus, aber auch vom Tal, vor allem aus Richtung Schorndorf.


Wir berichten

Aktuelle Infos über den Verlauf der Transporte gibt es am Dienstag laufend auf www.zvw.de.

Alle Fragen und Antworten rund um den Windpark Goldboden finden sich schon jetzt unter www.zvw.de/goldboden

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