Windpark am Goldboden Windräder sind voll in Betrieb

Alle drei Windräder am Windpark Goldboden drehen sich. Foto: Palmizi / ZVW

Winterbach. 1,77 Gigawattstunden Strom hat der Windpark Goldboden in diesem Monat laut der EnBW E-Cockpit-App bereits erzeugt (Update 8. Februar: Die EnBW hat die Ertragsdaten inzwischen herausgenommen, weil sie nicht stimmig waren). Über diese App kann jeder die Leistungsdaten abrufen, jetzt doch schon früher als gedacht. Seit dem Wochenende drehen sich nun auch alle drei Windräder dauerhaft im Wind.

Video: Am Windpark Goldboden drehen sich jetzt alle drei Windräder.

Bisher drehten sich die Windräder nur sporadisch und immer nur vereinzelt. Selbst wenn der Wind ordentlich blies, standen mindestens zwei von ihnen oder sogar alle drei still. In den letzten Tagen sind nun erstmals alle drei Anlagen in gemeinsam-synchroner Bewegung zu beobachten gewesen.

"Es muss niemand mehr vor Ort sein"

Ja, bestätigt die Presseabteilung der EnBW auf Nachfrage: Die Technik sei jetzt so weit durchgeprüft und eingestellt, dass die Windräder über die Fernwartung laufen können. „Es muss niemand mehr vor Ort sein“, sagt Konzernsprecherin Dagmar Jordan. „Nur wenn Fehlermeldungen eingehen, fährt jemand raus und die entsprechende Anlage wird gestoppt.“

Endgültige Abnahme erst im Februar

Am vergangenen Freitag hatte Jordan zum weiteren Verlauf der Inbetriebnahme noch keine genaueren Angaben machen können. Sie betont auch weiterhin: Die Windräder seien noch nicht im sogenannten Regelbetrieb, sondern weiterhin im Probebetrieb. Die Anlagen müssten nun erst eine gewisse Anzahl von Stunden laufen, bevor die endgültige Abnahme stattfinden könne. Das wird laut Dagmar Jordan im Laufe des Februars oder sogar „eher Ende Februar“ der Fall sein.

Nutzer der E-Cockpit-App können Leistung nachverfolgen

Schneller als von der EnBW-Pressesprecherin vorausgesagt ging es jetzt auch mit der E-Cockpit-App. Über diese können Nutzer von Smartphones oder Tablets jederzeit nachverfolgen, welche Leistung der Windpark Goldboden gerade erbringt. Am Montagnachmittag gegen 17 Uhr waren es zum Beispiel 2,21 Megawatt (von möglichen 9,9) bei einer Windgeschwindigkeit auf Nabenhöhe von 4,7 Metern pro Sekunde aus Richtung Südwest. Eine Momentaufnahme, denn die Daten in der App werden laufend aktualisiert.

7,68 Cent pro Kilowattstunde

Fertiggestellt hatte die EnBW beziehungsweise die mit dem Bau beauftragte Firma Nordex die Windräder bereits kurz vor Weihnachten. In dieser Zeit flossen auch die ersten Kilowattstunden Strom ins Netz. Für die EnBW war das wichtig, weil nur so die Einspeisevergütung von 7,68 Cent pro Kilowattstunde für den Goldboden-Strom gesichert war. Wären die Windräder erst im neuen Jahr fertig geworden und ans Netz gegangen, hätte sich die Vergütung deutlich verschlechtert.

Tatsächlich hätte es wohl unter Umständen schon ausgereicht, die Anlagen baulich fertiggestellt zu haben, wie die Clearing-Stelle EEG des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage unserer Zeitung hin ausführt. Rechtssicher könne man das zwar nur in einem förmlichen Verfahren feststellen. Jedoch habe der Gesetzgeber die Vorschriften im Paragraf 3 Nummer 30 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes „bewusst und absichtlich so ausgestaltet“, dass eine Inbetriebnahme „im Bedarfsfall bereits schon vollzogen werden kann, bevor die Anlage an das Netz für die allgemeine Versorgung angeschlossen wurde“.

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