Windpark Goldboden Stillstand im Windpark

Drei Windräder stehen im Walde: Bei den Anlagen am Goldboden dauert es noch etwas, bis sie richtig in Bewegung geraten dürfen. Foto: Gaby Schneider

Winterbach. Nach der Inbetriebnahme folgte der Stillstand: Über Weihnachtsfeiertage und Jahreswechsel bewegten sich die Windräder am Goldboden kaum. Der Grund: Noch muss die Technik durchgeprüft und eingestellt ist, damit die Anlagen auch ohne Überwachung vor Ort in den Regelbetrieb gehen können.

Seit dieser Woche wird laut EnBW an den drei Windrädern am Goldboden wieder gearbeitet, deswegen ist dort nun vereinzelt auch wieder Bewegung zu sehen. Über Weihnachten und den Jahreswechsel fragten sich allerdings viele, was den nun mit den Teilen los ist, denn der Wind blies in dieser Zeit ja meist ziemlich ordentlich bis stürmisch. Der Grund für den Stillstand ist, dass über die Feiertage keiner der Techniker der EnBW und der Herstellerfirma Nordex vor Ort war und die Windräder noch nicht so weit sind, dass sie ohne Aufsicht im autonomen und nur aus der Ferne überwachten Betrieb sein können.

„Der Probebetrieb und die Restarbeiten sind noch nicht abgeschlossen“, sagt Dagmar Jordan, Pressesprecherin der EnBW. „Es wird alles noch einmal durchgeprüft und getestet, bevor der Regelbetrieb starten kann.“ Der Probebetrieb werde voraussichtlich noch bis Ende Januar oder Anfang Februar dauern. „Die Windräder drehen sich dann immer wieder mal für entsprechende Tests“, so Jordan. Das heißt: Bis Anfang Februar werden die drei Windräder keine nennenswerten Strommengen ins Netz einspeisen. Sie haben noch im Jahr 2017 lediglich die ersten paar Kilowattstunden geliefert, die nötig waren, damit die EnBW die Einspeisevergütung nach dem alten Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) in Anspruch nehmen kann.

EnBW geht von 26 400 Megawattstunden im Jahr aus

Wenn sich die Windkraftanlagen dann einmal ganz regulär drehen, geht die EnBW von einem durchschnittlichen Stromertrag von 26 400 Megawattstunden im Jahr aus. Ab einer für eine gewisse Zeit konstanten Windgeschwindigkeit von etwa drei Metern pro Sekunde auf 164 Metern Nabenhöhe, gehen die Anlagen in Betrieb, die Rotoren stellen sich in den Wind und drehen sich.

Bei elf Umdrehungen pro Minute liefern die Windräder die optimale Leistung ab. Bei zu viel Wind, werden die Rotorblätter automatisch so gedreht, dass er nicht mehr so stark auf sie wirken kann. Und wenn es richtig stürmt, dann schalten die Anlagen sich irgendwann auch komplett ab und nehmen die Rotorblätter aus dem Wind, laut EnBW ab Geschwindigkeiten von etwa 20 Metern pro Sekunde auf Nabenhöhe.

Abschaltzeiten zum Schutz der Fledermäuse

Außerdem sind vom Landratsamt zum Schutz von Fledermäusen bestimmte Abschaltzeiten festgesetzt: in der Zeit zwischen dem 1. April und dem 31. August ab einer Stunde vor Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang sowie zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober ab drei Stunden vor Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Diese Regelung gilt allerdings nicht bei Windgeschwindigkeiten von sechs Metern pro Sekunde oder mehr sowie bei Temperaturen von zehn Grad oder darunter, weil man davon ausgeht, dass Fledermäuse dann gar nicht unterwegs sind.

Ab Frühjahr soll der Windpark Goldboden auch in der E-Cockpit-App der EnBW aufgenommen sein. Sie kann über die App-Stores auf Android oder iOS heruntergeladen werden. Damit kann jeder über Tablet und Smartphone verfolgen, wie viel Energie die drei Anlagen tatsächlich liefern.

  • Bewertung
    24
 

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!