Winnenden Banküberfall: Täter auf der Flucht

, aktualisiert am 30.01.2018 - 11:17 Uhr

Winnenden.
Am Dienstagmorgen (30.01.) ist die Volksbank-Filiale in der Marktstraße in Winnenden überfallen worden. Der Räuber betrat gegen 8.40 Uhr den Schalterraum und erbeutete mit vorgehaltener Pistole Bargeld. Laut Matthias Layher, Pressesprecher der Volksbank, erbeutete er rund 40 000 Euro. Ein Polizeisprecher sagte, die Waffe sei zur Drohung eingesetzt worden, Schüsse seien nicht gefallen. Gerüchte, es hätte eine Schießerei mit Verletzten gegeben können demnach nicht bestätigt werden. Zur Suche nach dem derzeit noch flüchtigen Täter wird ein Hubschrauber eingesetzt. Die Überwachungskamera der Bank hat den Mann gefilmt. Die Bilder liegen der Polizei vor und sind weiter unten im Artikel zu sehen. "Jetzt müssen wir einfach abwarten und die Polizei ihre Arbeit machen lassen", sagte Layher.

Den Reportern vor Ort in Winnenden konnte die Polizei keine weitere Auskunft geben. Von den Bankangestellten wollte sich keiner zu dem Überfall äußern. "Denen steckt das natürlich noch in den Knochen", so ein Polizist. Matthias Layher erklärte, es gehe der diensthabenden Mitarbeiterin soweit gut, sie wurde umgehend betreut.

Mehrere Winnender fragten bei den Polizisten nach, warum die Bank geschlossen sei und wie sie jetzt an ihr Geld kämen. Sonderlich aufgeregt schien aber keiner von ihnen zu sein. Die meisten Passanten ließen sich von Absperrband und Polizeipräsenz nicht beeindrucken und gingen einfach weiter. Es ist der zweite Überfall innerhalb von 14 Monaten auf die Volksbankfiliale. Bereits am 12. Dezember 2016 hatte ein 19-jähriger Kosovare 35 000 Euro erbeutet, mit denen er ein für ihn viel zu teures Auto finanzieren wollte.

Täterbeschreibung

Die Polizei sucht mit Bildern der Überwachungskamera nach dem Bankräuber:

Zusätzlich gibt es folgende Täterbeschreibung: 

  • ca. 170 bis 175 cm groß
  • normale Figur
  • dunkle Jacke
  • vermutlich blaue Jeans

Wer Hinweise zur Tat oder auf einen Verdächtigen geben kann, sollte sich dringend bei der Polizei in Winnenden unter 07195 6940 oder unter 110 melden.

Insbesondere fragt die Polizei Folgendes:

  • Wer kennt diesen Mann?

  • Wurde dieser Mann vor dem Überfall in Tatortnähe gesehen?

  • Hatte er möglicherweise ein Fahrzeug oder Fahrrad dabei?

  • Wurde der Räuber bei der Flucht von Passanten wahrgenommen?

  • Wer kann sonstige Hinweise geben?

  • Wurden in Tatortnähe abgelegte Kleidungsstücke gesehen?


Banküberfälle im Rems-Murr-Kreis: Ein Überblick

12. Dezember 2016, Winnenden:

Ein etwa 20-jähriger, nicht maskierter Mann überfällt die Volksbankfiliale in Winnenden. Der Einzeltäter bedroht eine Kassiererin mit einer Waffe und erbeutet mehrere Tausend Euro. Verletzt wird niemand. Ein Großaufgebot der Polizei fahndet nach dem Räuber, der zu Fuß flüchtet. Drei Tage später vermeldet unsere Zeitung, dass die Polizei einen 19-jährigen Kosovaren festgenommen hat, der schon oft straffällig geworden ist.

2. Dezember 2013, Schorndorf:

Zwei Bankräuber überfallen maskiert und mit einer Pistole bewaffnet eine Sparkassenfiliale in Schorndorf-Nord. Sie lauern einer Bankangestellten im Treppenhaus nahe des Hintereingangs auf und verschaffen sich so Zugang zum Schalterraum. Nur eine Dreiviertelstunde, nachdem die beiden Bankräuber die Filiale Schorndorf-Nord der Kreissparkasse überfallen haben, werden sie im Kreis Göppingen in ihrem Fluchtwagen gestellt und festgenommen. Der 30-jährige Haupttäter wird zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, sein Komplize zu zwei Jahren und neun Monaten.

14. Februar 2013, Schorndorf:

Kurz vor 12 Uhr wird in Schorndorf-Weiler zum dritten Mal die Filiale der Kreissparkasse überfallen. Die Ringfahndung läuft den ganzen Tag auf Hochtouren. An allen Ausfallstraßen überprüfen Polizeibeamte Passanten und Autos. Ein Hubschrauber ist in der Luft und auch die S-Bahnhöfe der Region stehen unter besonderer Beobachtung.  Einige Tage später vermeldet unsere Zeitung, dass die Polizei einen 27-jährigen Mann aus dem Raum Fellbach festgenommen hat, der im dringenden Verdacht steht, in den vergangenen drei Monaten dreimal die Sparkassen-Filiale in Schorndorf-Weiler überfallen zu haben. Der 27-jährige hat sich bei seiner Oma versteckt.

September 2012, Leutenbach:

Banküberfall in Weiler zum Stein. Der Täter wird gefasst.

Ende September 2012, Waiblingen-Hegnach:

Der Täter wird innerhalb von einer Stunde geschnappt.

Juli 2012, Winterbach:

Nach drei Jahren Pause gibt es wieder einen Bankraub im Rems-Murr-Kreis: Ein schwarz gekleideter Mann überfällt eine Volksbankfiliale am Winterbacher Marktplatz und flüchtet zu Fuß. Ein Großaufgebot der Polizei durchkämmt die Stadt - doch vom Täter fehlt jede Spur. 

April 2009, Winterbach:

Ein Bankräuber überfällt eine Winterbacher Bank  und erbeutet 18 000 Euro. Danach verlässt der Unbekannte die Bank, nimmt seine Maske ab und flüchtet mit einem älteren Fahrrad. Wenig später wird der damals 63-jährige Mann in Schorndorf-Weiler geschnappt. Das Landgericht verurteilt den mehrfach Vorbestraften zu neun Jahren Freiheitsstrafe.

2006 bis 2008, Rems-Murr-Kreis:

In den Jahren 2006 bis 2008 begeht ein kokainsüchtiger Mann gleich fünf Banküberfälle. Mit einer Spielzeugpistole überfällt er von Juni 2006 bis Januar 2008 fünf Banken in Beinstein, Endersbach und Stetten

28. März 2003, Winnenden:

Mehrere tausend Euro erbeutet ein etwa 30 Jahre alter Mann gegen neun Uhr bei einem Überfall auf die Kreissparkasse in Winnenden. Zur Flucht benutzt der Täter ein Taxi.

17. Januar 2001, Leutensbach:
Zwei Männer überfallen die Volksbank-Filiale in Weiler zum Stein.

19. März 1997, Großerlach:

Überfall auf Volksbankfiliale. Maskiert und mit einer Pistole bewaffnet erleichtern die Täter die Bank um 87000 Mark. Sie passen eine Bankangestellte in der Tiefgarage ab und überwältigen sie. Sie zwingen die Frau, den Tresor der Bank zu öffnen, aus dem die Täter die Beute nehmen, ehe sie dann mit einem Kleinbus verschwinden.

16. Januar 1997, Winnenden-Hertmannsweiler:

Am Nachmittag überfallen zwei Männer mit schwarzen Gesichtsmasken und einer Pistole im Anschlag die Volksbankfiliale in Hertmannsweiler. Einer zwingt einen der Bankangestellten, den Tresor zu öffnen, während der zweite Bankräuber mit einem Stilett einen anderen Bediensteten in Schach hält. Die Beute: genau 108500 Mark.

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