Winnenden Siedlung hinterm Aldi bekommt doch eine Bushaltestelle

, aktualisiert am 25.10.2019 - 10:28 Uhr
Warten auf den Bus an der Haltestelle Wolfsklingenweg: Künftig soll an dieser Stelle auch der Bus stadtauswärts halten. Foto: ZVW/Martin Schmitzer

Winnenden. Aldikunden und die künftigen Bewohner der Siedlung hinterm neuen Aldi bekommen jetzt doch eine Bushaltestelle in der Nähe und mit direkter Gehweg-Anbindung. Ganz einfach war es nicht im Gemeinderat.

Kurz bevor der neue Aldi beim Björn-Steiger-Kreisel eröffnet wurde, war dem damaligen Stadtrat Hans-Dieter Baumgärtner aufgefallen, dass dort gar keine Bushaltestelle in der Nähe liegt, zumindest nicht eine für die Leute, die aus der Stadt heraus zum Aldi wollen mit dem Bus. Denn die Stadtauswärts-Haltstelle liegt weit weg vom Aldi am Wolfsklingenweg, und so heißt sie auch. Dort wurde nie ein Gehweg gebaut. Die Straße führte hinaus ins freie Feld und für die paar Fußgänger dort reichte der Weg auf der linken Seite stadtauswärts.

Die Wohnsiedlungen hinterm Aldi brauchen einen Bushalt

Hat Aldi den Bedarf verändert? Fährt eigentlich irgendjemand mit dem Bus zum Discounter? Eher nicht. Aldi ist ein Laden für Autofahrer. Aber: Hinter Aldi entstehen die großen Wohnsiedlungen Nature 8 und Eichendorffstraße – und vielleicht wollen von diesen Leuten einige auch mal abends mit dem Bus nach Hause fahren. Eine Haltestelle in der Nähe und vor allem ein begehbarer Fußweg wären da schon angebracht. OB Holzwarth warb in der Gemeinderatssitzung diese Woche dafür: „Das ist ein wichtiger Ortseingang. Auch die Einwohner der neuen Siedlung werden es später wünschen, wenn sie mal eingezogen sind. Es wäre vorausschauend, wenn wir uns dem Thema widmen würden.“

Siegloch: „Wir sollten es so belassen. Es ist zu teuer“

Einige Gemeinderäte fragten allerdings nach Kosten und Nutzen. 385 000 Euro kostet die neue Haltestelle zusammen mit dem neuen Gehweg und mit einem Buswartehäusle an der Haltestelle stadteinwärts. „Gut, dass wir den Vorschlag geprüft haben. Aber wenn ich Kosten und Nutzen abwäge, meine ich: Wir sollten es so belassen. Es ist zu teuer“, erklärte FWV-Stadtrat Markus Siegloch. Bauamtsleiter Klaus Hägele wird einen Zuschuss beim Land beantragen. Weil solche Anträge lange Bearbeitungsdauern haben, könnten dann im Jahr 2021 erst die neue Haltestelle, der Gehweg und das Wartehäusle gebaut werden.

Nicole Steiger: „Es erscheint vielleicht teuer, aber ...“

Bettina Jenner-Wanek (CDU) meinte: „Es ist doch logisch, dass die beiden Bushaltestellen rechts und links einander gegenüber liegen sollen. Ich find’s klasse, wenn wir’s machen.“ „Es erscheint vielleicht teuer“, meinte Nicole Steiger (FDP), „aber wir bekommen eine überdachte Haltestelle und einen Fahrradstreifen, und wir ersetzen eine Haltestelle, die ziemlich unsicher ist. Ich kann dem nur zustimmen.“

Die Nikolaus-Lenau-Straße wäre die Ausweichstrecke

Christoph Mohr (ALi) meint über die alte Haltestelle direkt am Wolfsklingenweg: „Das ist doch im Grunde eine hässliche Stelle in der Stadt, die es seit Ewigkeiten gibt. Jeder denkt: Was ist denn das für eine buckelige Konstruktion! Den Umweg über die Nikolaus-Lenau-Straße zu gehen – dazu hat man keine Lust.“ Die Lenaustraße wäre der Weg, der zum Aldi führen würde, allerdings ohne Gehweg über eine zugeparkte Wohnstraße. „In der Nikolaus-Lenau-Straße fahren in der Stunde vielleicht drei Autos. Das ist zumutbar“, meinte SPD-Stadtrat Uwe Voral. Er war bei der Entscheidung hin- und hergerissen. Er wohnt nahe bei der Haltestelle und hat im Sommer die Leute auf den Bus warten sehen an der Haltestelle: „Die stehen da am Straßenrand und stellen sich hinter den Laternenmast, damit sie wenigstens einen Streifen von Schatten haben“, erzählte er, „des Dächle brauchen die. Selbst wenn wir sonst gar nichts machen sollten, müssten wir das Wartehäusle bauen.“


Abstimmung

  • Von den 26 Winnender Gemeinderäten stimmten sieben, überwiegend Freie Wähler, gegen den Bau des Gehwegs, den Grunderwerb für den Gehweg, das Wartehäusle und die Verlegung der Bushaltestelle in Richtung Aldi. Ihr Grund: die hohen Kosten von 385 000 Euro.
  • Einer enthielt sich der Stimme. Alle anderen stimmten mit Ja.
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