Winnender Citytreff Das große Winnender Stadtfest

Winnenden. Den riesigen Besucherandrang erlebt der Citytreff-Samstag – dem Augenschein nach der besucherstärkste Tag – nicht nur wegen des Essens und des prächtigen Sommerwetters. Einen großen Anteil daran haben die Bühnenprogramme. Viele Besucher kommen zum Mitwogen im Stimmungsmeer, das auf den sechs Plätzen unterschiedlich hohe Wellen schlägt.

Die Zydeco Playboys bringen an der Partymeile Wallstraße mit sattem Sound einen Stimmungsschub in die Menge. Das Publikum reagiert begeistert auf den „Waschbrettbauch“ mit rhythmisierender Wirkung: Der Perkussionist macht sich im Turbogang an zwei verbogenen Löffeln zu schaffen, mit dem er so über das Louisiana-Rubboard schabt, dass beinahe die Funken zu fliegen scheinen. Titel wie Jambalaya und „Demasiado de corazon“ von Willy Deville sind von Haus aus lebensbejahend.

So funky-folky-flegelhaft wie ihn die seit 25 Jahren existierende Band auf der Winnender Bühne präsentiert, wird klar, worum es geht: „Freude haben, tanzen, gemeinsam gut essen“, drückt es Bandgründer, Akkordeonspieler und Sänger Oliver Kraus aus. Akkordeon und Waschbrett gehen mit schnellen tanzbaren Melodien nach vorne, bringen das Publikum ins Grooven und sich selbst ins Schwitzen. Obwohl sie hitzeerprobt sind. „Wir mussten ordentlich schwitzen, es war ähnlich wie in Louisiana, wo es im August 120 bis 140 Prozent Luftfeuchtigkeit haben kann“, sagt Oliver Kraus. Ein Wiederhören gibt’s schon bald, am Freitag beim Kunsttreff am Marktbrunnen.

Zur Band aus der Region Stuttgart gehört der Winnender Musikschullehrer Thomas Küsters (Bass, Gesang), der Pop, Rock und Jazz (Bandcoaching) unterrichtet. Sechs Winnender Musikschulbands waren am Samstag tagsüber auf derselben Bühne zugange.

Tagsüber bei Sonne sind die Schirme ein Handicap für die Darbietungen

Die siebte Musikschulband stimmte auf der Marktplatzbühne in den Abend ein, die Big Band unter Leitung von Thomas Kratzer.

Davor lautete hier das Motto „Schauen und Schwätzen“: Vorführungen gaben die Schüler der Tanzschulen Minkov und Monro, erste Theaterszenen zeigte die im Rahmen der Heimattage gegründete integrative Theatergruppe. Ihr Ziel ist, beim Landesamateurtheaterfestival Anfang November in Winnenden ein Stück auf die Bühne zu bringen. Das einzige wirkliche Handicap auf dem Marktplatz beim Stadtfest sind tagsüber immer die Sonnenschirme. Ohne hält es das Publikum nicht auf den Bierbänken aus, mit ist die Sicht auf die Bühne erheblich eingeschränkt. Wer sich an der Publikumsbefragung des Kulturamts beteiligt und eine hilfreiche Idee hat, ist willkommen. „Auf jeden Fall haben wir schon auf den vielfach geäußerten Wunsch des Publikums reagiert und den Marktplatz stärker bestuhlt“, sagt der Citytreff-Zuständige Jonathan Tropea.

Abends, die Sonnenschirme sind längst zusammengeklappt, geht mit der Stuttgarter Coverband Fun Q and the Silver Horns die Post ab.

Boxautos und Bandcontest am Kronenplatz

300 Meter weiter die nächste Musikstation, der Kronenplatz: Kommendes Jahr eine Baustelle, dieses Jahr noch mal eine Bühne für treibende Harmonien, rotzige Riffs, steinigen Schmettersound. Beim Rems-Murr-Bandcontest der Jugendhäuser schlagen die besten Anwärter auf die „Goldene Ukulele“ auf der Bühne hohe Rock- und Indiepop-Wellen. (Ergebnis des Wettbewerbs siehe Seite C 3.) Richtig spät startete deshalb die Band La Diri ihren Auftritt, nach 22 Uhr. Kein Problem, das ganze Fest dauert bis 1 Uhr, genug Zeit, zwischen Essen- und Musikgenuss auch noch einige Runden mit dem Boxauto oder sich in luftige Höhe schleudern zu lassen - ebenfalls auf dem Kronenplatz bilden Fahrgeschäfte einen kleinen Vergnügungspark und faszinieren vor allem das jugendliche Publikum.

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