Winnenden Schauübung der Freiwilligen Feuerwehr

Feuerwehr Winnenden, Rotes Kreuz und Malteser üben gemeinsam im Industriegebiet Birkmannsweiler. Foto: Palmizi/ZVW

Winnenden-Birkmannsweiler. Samstagnachmittag im Industriegebiet Birkmannsweiler: Die Freiwillige Feuerwehr hat gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Malteser Hilfsdienst geübt. Die Annahme: Im Gebäude oberhalb von Giesser-Messer, dort, wo im Mai das Stadtarchiv einziehen wird, brennt’s. Und dann gibt’s auch noch beim Autohaus Hilt einen schweren Verkehrsunfall.

Das sonnige Wetter hatte zahlreiche Neugierige an die Bushaltestelle beim Autohaus Hilt gelockt, darunter auch Angehörige von Feuerwehrleuten, die einfach nur „den Papi schauen“ oder „ein Handyfoto schießen“ wollten. Für die 74 Feuerwehrangehörigen, die 20 Rot-Kreuzler und drei Malteser, die an der Übung teilnahmen, handelte es sich allerdings um eine durchaus ernstzunehmende schweißtreibende Angelegenheit.

Angerückt waren sie mit insgesamt 19 Fahrzeugen, drei vom Roten Kreuz, eins von den Maltesern und 15 der Feuerwehr, darunter auch die Drehleiter, das in Winnenden stationierte Bevölkerungsschutzfahrzeug des Landkreises und der Öl-Säure-Gerätewagen.

In verrauchten Räumen kommt die Wärmebildkamera zum Einsatz

Einsatzleiter Stefan Blessing erklärte die Übungsannahme: Im Gebäude Industriestraße 6 (darin befinden sich unter anderem ein Fitnessstudio und ein Spielcasino und bald auch das Stadtarchiv) ist ein Feuer ausgebrochen. Personen sind im verrauchten Innern und auf dem Dach eingeschlossen. Und dann auch das noch: Auf der Kreuzung kommt es zu einem Unfall, weil Neugierige mehr auf den Einsatz als auf den Verkehr geachtet haben. Ein Auto liegt am Straßenrand auf der Seite, ein weiteres ist gegen den Strommasten neben der Straße geknallt, im Gras liegt ein verletzter Radfahrer, der von einem der Autos erfasst wurde.

Kann im Ernstfall genug Löschwasser hergeführt werden?

Ein gespielter Großeinsatz also, bei dem es in der Herzog-Philipp-Straße bisweilen arg eng zuging. Außer den zahlreichen Zuschauern und den Feuerwehrleuten, die ihre Schläuche über die Fahrbahn verlegten – 660 Meter vom Ortszentrum heraus – schlängelte sich auch noch der normale Bus-, Pkw- und Motorradverkehr zwischen den Feuerwehreinsatzfahrzeugen hindurch, die am Straßenrand abgestellt waren. Zu überprüfen, ob im Ernstfall tatsächlich genug Löschwasser über die Leitungen und aus dem Buchenbach herbeigeführt werden könne, stelle eines der Ziele der Übung dar, erläuterte Kommandant Kai-Benedikt Feess. Denn hier im Industriegebiet sei die Kapazität der Wasserleitungen nicht übermäßig ausgelegt. Weiter gehe es auch darum, den Umgang mit den Wärmebildkameras zu üben, von denen jede Abteilung mit einer ausgestattet sei und die dazu dienten, auch in verrauchten Räumen, bei unzureichender Sicht, eingeschlossene Personen zu finden.

Nachdem die, wie üblich von der Jugendfeuerwehr gespielten, Unfall- und Brandopfer aus den Autos herausgeschnitten und vor Feuer und Rauch „gerettet“ waren, kamen sie zum Roten Kreuz zur Versorgung. Dafür war auf dem Parkplatz an der Ecke Industrie- und Herzog-Philipp-Straße ein Zelt aufgebaut, in sieben Minuten, betonte Abschnittsleiter Raphael Rojas. Für das Zelt sei man dankbar, da man in ihm nicht nur Verletzte versorgen könne, sondern auch über einen Schutzraum bei schlechtem Wetter verfüge, den man bei Bedarf sogar beheizen könne. Feuerwehr und Rotes Kreuz kennen sich mittlerweile ja sehr gut von vielen echten gemeinsamen Einsätzen, meinte er, aber eine derartige Übung sei immer eine hervorragende Gelegenheit, um die Abläufe einzuüben und auch zu überprüfen.

Feess: Ausbildung erfolgreich bestanden

Ein entspannter Zuschauer am Rande war bei der Hauptübung am Samstagnachmittag auch der ehemalige Feuerwehrkommandant Harald Pflüger. Er genieße es, einfach nur zuzuschauen, während andere die Verantwortung zu tragen haben. Vor allem sei er hier, um den schönen Nachmittag mit seinen Enkeln zu verbringen, wofür bisher immer die Zeit gefehlt habe.

Pflügers Nachfolger, Diplom-Ingenieur Kai-Benedikt Feess, hat übrigens inzwischen auch seine Ausbildung zum gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst abgeschlossen und die Prüfung erfolgreich bestanden.

Auch Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, Bürgermeister Norbert Sailer und einige Gemeinderäte beobachteten die Übung.

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