Winnenden Spatenstich für den B 14-Weiterbau

Symbolischer Spatenstich für den B 14-Ausbau in Backnang-Waldrems. An den Spaten war die gesamte lokale, landes- und bundespolitische Prominenz aus dem Wahlkreis Backnang mit Staatssekretär Norbert Barthle und Verkehrsminister Winfried Hermann an der Spitze. Foto: Layb

Leutenbach/Backnang. Der schier unendlichen Geschichte der Bundesstraße 14 ist am Freitag ein weiteres Kapitel hinzugefügt worden. In Backnang-Waldrems erfolgte der symbolische Spatenstich für den Ausbau eines 2,2 Kilometer Abschnittes von Nellmersbach über Waldrems hinaus.

Verkehrsminister Winfried Hermann hofft, dass im Anschluss an den ersten Abschnitt die Straße bis Backnang-West gleich weiter vierspurig ausgebaut wird. „Es liegt nicht an den Plänen, sondern an der fehlenden Finanzierung“, sagte er mit Blick auf Bundesverkehrsstaatssekretär Norbert Barthle. Hermann versprach, dass die Planungen bis Sommer 2017 unter Dach und Fach sein werden. Bund und Land schieben sich oft gegenseitig die Verantwortung zu, wenn Verkehrsprojekte nicht vorangehen. Die B 14 ist ein Musterbeispiel für lange Planungs- und Bauzeiten, erinnerte Hermann an die Geschichte der B 14, die bis in die 1950er-Jahre zurückgeht (siehe „B 14-Historie“). Statt stücklesweise zu bauen, sollten Projekte in einem Zug verwirklicht werden. Verkehrspolitik, betonte Hermann, sei aber mehr als Straßenbau. Auch die Schiene müsse ausgebaut werden, wies der Verkehrsminister auf die nach wie vor eingleisigen Abschnitte auf der Murrbahn hin.

Rund 42 Millionen Euro kostet der erste Abschnitt der vierspurigen Weiterführung der B 14 über Nellmersbach hinaus. In einem ersten Schritt wird die bisherige Fahrbahn provisorisch verlegt, dazu gehören eine sechs Meter breite Feldwegbrücke und eine Anbindung des Gewerbegebietes Waldrems. Dieses Provisorium werde im Vorgriff auf den direkt im Anschluss folgenden, 800 Meter langen Bauabschnitt nach Maubach hergestellt und während der Bauzeit des 135 Meter langen Tunnels Waldrems benötigt. Der heutige Flaschenhals Nellmersbach verlagert sich von 2020/2021 an nach Waldrems. Das Verkehrsaufkommen wird dort jedoch geringer als heute sein, da die Backnanger Bucht direkt an die B 14 angebunden sein wird.

„Der Bund hat seine Hausaufgaben geleistet“, sagte Verkehrsstaatssekretär Barthle beim Spatenstich. „Jetzt ist die Landesstraßenbauverwaltung dran.“ Barthle enttäuschte jedoch die in ihn gesetzten Hoffnungen, dass er aus Berlin das Sahnehäubchen für den Spatenstich mitbringe, nämlich die Zusage für eine Finanzierung des Gesamtprojektes. Die 42 Millionen Euro seien gut angelegtes Geld, meinte Barthle und zitierte seinen Minister: „Ohne Mobilität keine Prosperität.“

Erleichtert zeigte sich der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper, dass er die Realisierung der B 14 noch erleben dürfe – und dies sogar mit Zähnen. „In Sachen B 14 hatte ich nicht nur manchmal die Befürchtung, dass ich mir die Zähne ausbeiße, sondern auch die Furcht, dass ich meine letzten Freunde verliere“, sagte Nopper über seine Klartext-Gespräche mit seinem Parteifreund Barthle oder auch mit Verkehrsminister Hermann, der einst sein Sportlehrer war. Die letzten Jahre des B 14-Ausbaus beschrieb er als eine Achterbahn der Gefühle. „Heute wissen wir, dass der Ausbau kommt.“ Und Nopper forderte forsch: „Jetzt muss die große B 14-Lösung her!“ Sprich: „Ohne Unterbrechung und ohne schuldhafte Zögern“ die 5,2 Kilometer lange Resttrasse in einem Zug bis zum Autobahnzubringer weiterzubauen.

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