Winterbach EnBW bietet finanzielle Beteiligung am Goldboden an

Symbolbild. Foto: Schneider / ZVW

Winterbach. Die EnBW löst ein Versprechen ein und macht den Bürgern der Anlieger-Gemeinden am Windpark Goldboden ein Beteiligungsangebot. Derzeit läuft eine Interessenabfrage. Die Gemeinde Winterbach wird nicht in die Windräder auf ihrer Gemarkung investieren.

Der Windpark Goldboden auf dem Schurwald oberhalb von Winterbach ist seit fast einem Jahr in Betrieb. Jetzt bekommen die Anwohner der umliegenden Gemeinden, die Gelegenheit, sich finanziell an dem Projekt zu beteiligen. „Mit unserem Angebot können die Menschen vom wirtschaftlichen Erfolg unseres Projekts und damit der Energiewende profitieren“, sagt EnBW-Projektleiter Michael Soukup. Der Energiekonzern hatte das während der Realisierung des Windparks mehrfach angekündigt. „Dies dient dem Ziel, die Akzeptanz der erneuerbaren Energien vor Ort zu stärken“, so die EnBW.

In einer Pressemitteilung heißt es: Privatanleger können mittels Crowdfunding die Energiewende vor Ort unterstützen und ihr Geld zu attraktiven Konditionen anlegen.“ Das Ausgangsangebot der EnBW geht von einer Verzinsung von drei Prozent im Jahr auf eine Laufzeit von sieben Jahren aus. „Sollten keine gravierenden Änderungen auf dem Zinsmarkt eintreten, wird das öffentliche Angebot mit dieser Verzinsung auch angeboten“, so die EnBW.

Interessenabfrage läuft bis zum 25. November

Der Anlagebetrag kann eine Höhe zwischen 500 und 10 000 Euro haben. Beteiligen können sich Bürger der Gemeinden Winterbach, Schorndorf, Aichwald, Baltmannsweiler und Lichtenwald, die dort ihren Erst- oder Zweitwohnsitz haben.

Die Interessenabfrage der EnBW läuft bis zum 25. November. Anfang 2019 soll es dann ein verbindliches Angebot der EnBW für die Beteiligung mit dem dann fest über die sieben Jahre geltenden Zinssatz geben.

Es gibt Risiken

Wichtig zu wissen für die Anleger: Es handelt sich um ein Nachrangdarlehen mit eigenkapitalähnlicher Haftungsfunktion. Das heißt: Es sind gewisse Risiken dabei. Bei einem Nachrangdarlehen sind Verzinsung und Rückzahlung von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens abhängig. Geht es in die Insolvenz, bekommen die Anleger, die in diesem Fall Darlehensgeber sind, als Letzte ihr Geld – wenn überhaupt.

Wer es also für wahrscheinlich hält, dass die EnBW innerhalb der kommenden sieben Jahre Pleite geht, der sollte von dieser Geldanlage möglicherweise die Finger lassen. Die EnBW selbst sagt in Bezug auf den Windpark: „Wir gehen von einem stabilen wirtschaftlichen Ertrag aus.“ Außerdem finanziere die EnBW ihre Projekte aus Eigenkapital, das heißt, ohne Kredite.

Gemeinde Winterbach wollte nicht Investor werden

Die Gemeinde Winterbach hat von der EnBW ein ganz eigenes Angebot bekommen, als Investor mit in den Windpark einzusteigen. Sie hat es allerdings abgelehnt. „Es war in der Ausgestaltung so, dass es spekulativ war“, erklärt Bürgermeister Sven Müller die Ablehnung. „Wir dürfen nicht mit Steuergeldern und Gemeindevermögen spekulativ umgehen.

Das öffentliche Angebot der EnBW sei jedoch ein anderes, so Müller: „Ich denke, es ist ein solides Angebot, um sich an der Energiewende im Ort mit einer Einlage zu beteiligen.“ Er rechnet damit, dass es in Winterbach gut angenommen wird: „Weil sich viele mittlerweile mit den Windkraftanlagen identifizieren und das Ganze positiv sehen.“

Bereits im Jahr 2014 hat die EnBW eine deutschlandweite Bürgerbeteiligung an Windparks durchgeführt. Das Gesamtvolumen von zwei Millionen Euro war laut Pressestelle des Konzerns damals innerhalb kürzester Zeit erreicht. Im Jahr 2017 gab es kleinere Bürgerbeteiligungen für einen Windpark in Rot am See im Landkreis Schwäbisch-Hall sowie für einen Solarpark in Tuningen im Schwarzwald-Baar-Kreis. Für den einen kamen 340 000 Euro zusammen, für den anderen 140 000 Euro.


Mehr Infos

Weitere Infos gibt es auf der Seite www.buergerbeteiligung.enbw.com/windparkportfolio. Dort kann man auch unverbindlich sein Interesse für eine Beteiligung bekunden.

Anfang 2019 beginnt die zweite Stufe des Beteiligungsprozesses, die EnBW macht dann ein konkretes und verbindliches öffentliches Angebot.

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