Winterbach Richtfest für das Tiny House

Winterbach. In ihren kühnsten Träumen hätte sich Madeleine Krenzlin aus Winterbach nicht erhofft, was in ihrer Schorndorfer Miet-Werkstatt in nur drei Tagen entstanden ist. Zusammen mit 15 weiteren Häuslebauern schuf sie das Grundgerüst für ein Tiny House – ihr winziges mobiles Zuhause auf knapp 20 Quadratmetern – das sie nach der Fertigstellung im Spätsommer beziehen will.

Die größte Hürde beim Häuslebau? „Von der Idee ins Machen kommen“, findet Madeleine Krenzlin. Den ersten Schritt ihres Projekts konnte sie nun nach jahrelangem Träumen, Lernen und Planen endlich umsetzen: Auf einem speziell für das Tiny House gefertigten Anhänger, den sie bereits vor ein paar Wochen aus Bayern abgeholt hat, steht nun das Skelett eines winzigen Hauses. Um das zu bauen, sägten und schraubten 16 Mini-Haus-Begeisterte drei Tage lang hinter den türkisfarbenen Toren einer Schorndorfer Werkstatt. Zehn dieser Menschen träumen selbst vom Mini-Wohnraum und lernen dafür Theorie und Praxis bei Workshops, im Zuge derer das Tiny House von Krenzlin entsteht.

Von der Theorie zur Praxis

Bevor das große Werkeln losgehen konnte, vermittelte die Winterbacherin einen Teil des Wissens, das sie sich selbst über sechs Jahre hinweg angeeignet hat. Die Teilnehmer lernten, wie man die Idee vom minimalistischen Leben auf kleinem Raum ins eigene Leben überträgt, die eigenen Wohnbedürfnisse und Lebensgewohnheiten klar herausstellt und dann entscheidet, wie man die wenigen zur Verfügung stehenden Quadratmeter ideal für sich nutzt.

Erste Maßnahme: Ehrlich zu sich selbst sein

Denn wer ein Tiny House plant, muss natürlich auf vieles verzichten. Ein großer Kühlschrank raubt Arbeitsfläche in der Küche, eine Badewanne stiehlt möglicherweise der Waschmaschine den Raum. Deshalb ist es wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein. „Stelle ich mir nur vor, dreimal die Woche zum Sport zu gehen, oder brauche ich vielleicht doch nicht so viel Platz für Tennisschläger und Co.?“, ist Krenzlins Beispiel für die Teilnehmer. Sie empfiehlt deshalb, alle Dinge in drei Kategorien zu unterteilen, um „Ballast abzuwerfen“:

  • Was will ich unbedingt?
  • Was ist mir nicht so wichtig?
  • Worauf kann ich verzichten?

Nach diesen Kriterien kann das Haus dann individuell geplant werden. An das Tiny House von der Stange glaubt Krenzlin nicht, „zumindest nicht, wenn man vorhat, darin dauerhaft zu wohnen“.

Beim Bau des Schorndorfer Mini-Hauses steht all das schon lange fest, jeder Zentimeter ist penibel durchgeplant. Anhand der Konstruktionszeichnungen leiteten professionelle Schreiner die Häuslebauer an. Maschinen brachten sie selbst mit, genau wie ein Musterhäuschen. Das Holz ist eine Spende des Geradstettener Fachmarkts Videre, deren Inhaber das Projekt der Winterbacherin so toll finden, dass sie es gerne unterstützen.

„Grandios, wie viele Fortschritte wir gemacht haben“

Aus den Holzlatten wurde zunächst der Bodenrahmen auf den Anhänger gebaut. Danach entstanden die Seitenwände, die dann nacheinander auf dem Unterbau montiert und zusammengefügt wurden. Es folgten die Dachsparren und eine atmungsaktive Membran als Regenschutz. Am Ende des letzten Workshop-Tages konnte Richtfest gefeiert werden.

Obwohl es nicht ihr eigenes Häuschen ist: Die Augen der Teilnehmer leuchteten. Sie brachten selbst gebastelte Schuhkarton-Modelle oder Fotos mit und kamen bei ihren Ideen mit Hilfe der Experten selbst auch einen Schritt weiter. Und auch die Bauherrin selbst ist glücklich: „Grandios, wie viele Fortschritte wir in den drei Tagen gemacht haben.“

Blick in die Werkstatt

Am Sonntag, 22. April, öffnet Madeleine Krenzlin die Tore ihrer Werkstatt für alle Interessierten. Hier können die Baufortschritte begutachtet und Fragen gestellt werden. Genauere Informationen zu Ort und Zeit folgen.

Es finden noch drei weitere Workshops statt, zu denen sich künftige Häuslebauer unter mytinyhouseproject.de anmelden können.

Wir begleiten den Bau des Tiny Houses mit Bildern, Texten und Videos.

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