Winterbach Update: Tennisclub mit Ristorante ausgebrannt

Winterbach. Am Samstagabend musste die Winterbacher Feuerwehr zu einem Großeinsatz am Rotenbergweg ausrücken. Aus noch unbekannter Ursache war kurz vor halb elf im Vereisheim des Tennisclubs Feuer ausgebrochen. Bis in die frühen Morgenstunden waren die Einsatzkräfte vor Ort. Der Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf bis zu 400 000 Euro. Verletzt wurde bei dem Brand zum Glück niemand.


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Der Schock sitzt am Sonntagvormittag noch tief bei den Mitgliedern des Tennisclubs Rot-Weiß Winterbach. Fassungslos stehen sie vor den Trümmern des Gebäudes, das von den Mitgliedern selbst erbaut und im Jahre 1984 eingeweiht wurde. Auf absehbare Zeit werden sie es nun nicht mehr nutzen können, was ein Mitglied lakonisch mit „alles selbst gemacht, alles dahin“ kommentiert. Verkohlte Balken und kaputte Dachlatten liegen vor dem Eingang. Mehrere Fenster sind mit Sperrholzplatten provisorisch verriegelt, ein Feuerlöscher auf dem Boden kündet noch von dem Versuch des Wirts, Schlimmeres zu verhindern.

Mit diesem war Ciro Salvemini am Samstagabend gegen 22.25 Uhr in die Umkleidekabinen gelaufen. Kurz zuvor hatte er von dort einen Schlag gehört und anschließend war schwarzer Rauch in die Restaurant-Räume gedrungen. Die letzten Gäste hatte der Wirt da schon verabschiedet. Zusammen mit seiner Frau Katja waren sie am Aufräumen, als das Feuer ausbrach. Doch mit dem Feuerlöscher konnte er dem Brand nicht mehr viel entgegensetzen. Den Löschversuch brach er, um sich selbst zu schützen, schnell wieder ab.

Als neun Minuten später die Winterbacher Feuerwehr unter der Leitung ihres Kommandanten Michael Seim am Rotenbergweg ankam, stand das Clubheim bereits voll in Brand. Mit 44 Mann und sechs Fahrzeugen waren die Einsatzkräfte vor Ort. Gegen 23.30 Uhr war der Brand gelöscht. Die Nachlöscharbeiten der Glutnester zogen sich noch bis 2.30 Uhr hin. Die letzten Feuerwehrleute, die zur Brandwache abgestellt waren, verließen das Gelände aber erst um sieben Uhr morgens.

Verdacht vieler Vereinsmitglieder: War es Brandstiftung?

Weshalb am Samstagabend Feuer ausbrach, ist noch unklar. Die versammelten Vereinsmitglieder haben am Tag danach jedoch einen Verdacht: Brandstiftung sei das gewesen – auch wenn niemand mit solch einer Aussage zitiert werden möchte. Die Vermutung liegt für viele der Tennisfreunde deshalb so nahe, weil es gar nicht lange her ist, dass dort ein der Polizei nach wie vor Unbekannter eine Brandstiftung begangen hat. Großer Schaden ist dabei zum Glück nicht entstanden. Das Feuer an diesem Samstagabend dürfte den Verein indes ziemlich teuer zu stehen kommen. Ersten polizeilichen Schätzungen zufolge beläuft sich der Sachschaden auf bis zu 400 000 Euro.

Weil Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Zumal es in dem Tennisheim vor wenigen Wochen bereits gebrannt hatte - und der Verursacher bis heute nicht ermittelt werden konnte. Das Gebäude ist deshalb vorerst beschlagnahmt und wird voraussichtlich am Montag von der Spurensicherung untersucht.

Auch Wirt Ciro Salvemini, der die italienische Vereinsgaststätte „Trattoria A modo vio“ seit fünf Jahren betreibt, will eine Brandstiftung nicht ausschließen, aber erst einmal die Ermittlungen abwarten. Aus seiner Sicht könnte es auch ein technischer Defekt gewesen sein. Schließlich ist das Feuer im Bereich der Umkleidekabinen ausgebrochen, wo sich auch der Heizungsraum befindet. Ob die gasbetriebene Zentralheizung das Feuer auslöste, kann Stand jetzt aber noch niemand sagen. Denn weder die Feuerwehrleute noch der Wirt haben die nahezu völlig zerstörten Räumlichkeiten bislang betreten. Von außen ist nur zu sehen, dass an drei Fenstern wohl aufgrund der Hitze die Scheiben zersprungen sind. An der Rückseite des Gebäudes ist ein Fenster unter der Hitzeeinwirkung zerborsten.

Wirtsfamilie steht vor Trümmern ihrer Existenz

Das Dach muss jetzt wohl komplett erneuert werden. Ob die Wände zu retten sind, ist noch unklar. Sicher ist, dass der Brand den Verein zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt trifft, wie ein Mitglied, das namentlich nicht genannt werden möchte, sagt. Denn im Juni und Juli wird das Areal besonders häufig zu Spielen und Turnieren genutzt.

Die Wirtsfamilie Salvemini indes steht nun vor den Trümmern ihrer Existenz. Wann sie das Clubheim wieder nutzen können, ist noch unklar. Das sichtlich geschockte Paar hofft nun auf baldige Aufklärung des Falls. Ob es Brandstiftung oder ein technischer Defekt war, wird zwar am Schaden nichts mehr ändern, so Katja Salvemini, „doch besser für die Seele wär’s“, wenn sich der Verdacht, dass ihnen - die sich bei Ausbruch des Feuers schließlich im Gebäude befanden - jemand schaden wollte, am Ende nicht erhärtet

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