„Wir brauchen diese Spielfreude“ Wie der VfB seine Youngsters entwickeln will

Der Rekordtransfer: Silas Wamangituka kam für acht Millionen Euro vom FC Paris zum VfB Stuttgart. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Stuttgart. 29 Profis tummeln sich im Kader des VfB Stuttgart. Darunter erfahrene Haudegen wie Stürmer Mario Gomez (34), Abwehrspieler Holger Badstuber (30) oder Mittelfeldspieler Gonzalo Castro (32). Mit Tanguy Coulibaly (18), Roberto Massimo (19), Silas Wamangituka (20) und Mateo Klimowicz (19) stehen aber auch vier Youngsters im Stuttgarter Aufgebot, die sich unter der Anleitung von Trainer Tim Walter behutsam entwickeln sollen. „Alle haben eine Waffe, die uns hilft,“ sagt Sportdirektor Sven Mislintat.

Unter den wachsamen Blicken von Papa Diego, 214 Bundeligaspiele für Wolfsburg, Dortmund und Bochum, ist Mateo Klimowicz nach einer Oberschenkelverletzung am Dienstagnachmittag wieder ins Mannschafttraining zurückgekehrt. Zugezogen hatte sich der junge Argentinier die Blessur einem Spiel für die zweite Mannschaft der Schwaben in der Oberliga Baden-Württemberg. Mit Ausnahme von Silas Wamangituka kamen alle Talente schon in der fünften Liga zum Einsatz. Das ist, wenn man so will, Teil des schwäbischen „Ausbildungsplans“.

Können die Jungprofis ihre Füße still halten?

Mit 344 Minuten bei den Profis ist Silas Wamangituka weiter als seine Teamkollegen. „Er hat schon ein Jahr in der 2. Liga in Frankreich gespielt“, erklärt Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislinat. Die Ligue 2 sei vom „athletischen Level“ durchaus vergleichbar mit dem Unterhaus in Deutschland. Für satte acht Millionen Euro kam der 19-Jährige vom FC Paris. Laut transfermarkt.de der teuerste Neuzugang in der Geschichte der 2. Bundesliga. Zehn Tage nach seiner Verpflichtung stand er beim 0:0 in Aue erstmals für den VfB auf dem Rasen. 

Während Wamangituka also schon mehrfach Zweitliga-Luft schnuppern durfte, müssen sich die anderen Spieler noch in Geduld üben: Der 18-jährige Tanguy Coulibaly kam bei den Profis noch nicht zum Einsatz, Roberto Massimo kommt auf 19 Minuten und Mateo Klimowicz auf 58 Einsatzminuten. Können die Jungprofis da ihre Füße still halten?

„Das ist überhaupt kein Problem“, sagt Mislintat, „Die Jungs wissen genau auf was sie sich eingelassen haben. Sie brauchen noch Intensität.“ Immer wieder gibt es kleinere Verletzung, was Mislintat auf die fehlende körperliche Robustheit zurückführt. Um die langfristige Entwicklung des Quartetts müsse man sich allerdings keinerlei Sorgen machen. „Alle haben eine Waffe, die uns hilft.“

„Wir brauchen diese Spielfreude“

Silas Wamangituka durfte seine Waffe schon auf der großen Bühne zeigen. Bei seinem Startelfdebüt im Heimspiel gegen den VfL Bochum (2:1) wurde der trickreiche Angreifer vom Stuttgarter Publikum mit Standing Ovations verabschiedet. Ein Treffer gelang dem 1,89 Meter großen Stürmer zwar noch nicht, sein Potenzial hat er aber schon aufblitzen lassen. In einigen Szenen vor dem Tor wirkt der Franzose mit kongolesischen Wurzeln mitunter noch zu verspielt, zu wenig abgezockt.

„Das dürfen wir ihnen nicht nehmen“, sagt Mislintat mit Blick auf seine jungen Schützlinge, „wir brauchen diese Spielfreude. Gerade, um tiefstehende Mannschaften aufzubrechen.“ Sportdirektor Mislintat und Trainer Tim Walter wollen die Youngsters behutsam an das Profigeschäft heranführen. Die Fehler der Abstiegssaison, als der junge Nicolas Gonzalez in nahezu allen Spielen in der Startelf stand, sollen nicht wiederholt werden. Die vier Jungprofis sollen sich behutsam entwickeln und bekommen dafür die nötige Zeit.

So steht es um Kaminski und Kalajdzic

In Geduld üben müssen sich auch die beiden Langzeitverletzten der Stuttgarter. Innenverteidiger Marcin Kaminski und Stürmer Sasa Kalajdzic fehlen beide wegen schwerer Knieverletzungen. Kalajdzic zog sich in einem Testspiel gegen Freiburg zum Ende der Vorberietung einen Kreuzbandriss, einen Innenbandriss und einen Außenbandriss zu, Kaminski riss sich beim Saisonauftakt gegen Hannover 96 das Kreuzbandriss.

„Die Schwerverletzten sind voll im Plan, eher ein bisschen drüber“, sagt Mislintat. „Die beiden Knie sehen gut aus. Aber die Zeit wird trotzdem noch lange.“ Der Sportdirektor rechnet mit einer Rückkehr auf den Trainingsplatz fühestens im Frühjahr 2020. „Mich würde es freuen, wenn die Jungs hinten raus noch drei, vier Einsätze bekämen – und dann hoffentlich noch Teil eines großen Erfolgs sein dürfen.“


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