VfB Stuttgart

„Katastrophal und fast schon vereinsschädigend“: Ehemalige Präsidenschaftsbewerber kritisieren Machtkampf beim VfB Stuttgart

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Christian Riethmüller. © ZVW/Benjamin Büttner

In einem offenen Brief haben die ehemaligen Präsidentschaftsbewerber Christian Riethmüller, Martin Bizer und Susanne Schosser den in der Öffentlichkeit ausgetragenen Machtkampf beim VfB Stuttgart kritisiert. „Wir sorgen uns um die Zukunft unseres Herzensvereins“, schreibt das Trio, das bei der letzten Präsidentenwahl 2019 zusammen mit dem aktuellen Clubchef Claus Vogt auf der sogenannten „Short List“ stand.

„Einmalig im Fußball und im allgemeinen Geschäftsleben“

Mit einem vierseitigen Schreiben hatte der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger am 30. Dezember seine Bewerbung für das Präsidentenamt öffentlich gemacht und den amtierenden Präsidenten Vogt heftig attackiert. Das Echo - medial und bei den Mitgliedern - war gewaltig. 

„Dieses Schreiben gibt dem entsetzten Leser einen Einblick zum einen in die Umgangsformen, zum anderen in die Strukturen und Mechanismen der Machtausübung bei unserem VfB Stuttgart“, finden Riethmüller, Schosser und Bizer. Ein solcher Vorgang sei „nun wirklich einmalig im Fußball und im allgemeinen Geschäftsleben“.

Dabei wollen die drei ehemaligen Bewerber nicht für eine der beiden Fraktionen Partei angreifen. An die Gremien des VfB haben sie dennoch eine klare Botschaft: „Weder das Präsidium, noch der Vereinsbeirat und auch nicht der Aufsichtsrat hat es bisher für notwendig erachtet, eine solche öffentliche Demontage des amtierenden Präsidenten zu verurteilen. Dies ist in seiner Außenwirkung katastrophal und fast schon vereinsschädigend.“

Wer hat beim VfB Stuttgart eigentlich das Sagen?

Wie schlimm ist die Situation „bei unserem VfB“ in der Führungsetage? Wie schlimm steht es um die Finanzen des Vereins, „wenn die Beauftragung der Firma Esecon zur Aufdeckung der Datenweitergabe zur Zahlungsunfähigkeit des Vereins führt“? Wer hat beim VfB Stuttgart eigentlich das Sagen? Versehen mit einem ausführlichen Fragebogen zu den Themenkomplexen „Vorgehen Thomas Hitzlsperger“, „Daten-Affäre“ und „Konsequenzen“ wurde das Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, Anfang Januar an die Mercedesstraße geschickt. Eine Antwort gab es bislang noch nicht. 

Aus Sicht von Riethmüller, Schosser und Bizer geht es in der aktuellen Situation „mehr als nur um Personen und Posten – es geht um die zukünftige Ausrichtung des VfB Stuttgart.“ Sie fordern „aussagekräftige, verlässliche und kompetente Antworten“. Das derzeitige Vorgehen lege „den Schluss nahe, dass individuell motivierte Ziele durch die Hintertür und in recht ruppiger Manier erreicht werden sollen – und das geht mit den Mitgliedern des VfB Stuttgart nicht!“

Vielmehr gelte es, „das Kräfteverhältnis zwischen Verein und AG nicht aus der Balance zu bringen oder wieder neu auszutarieren. Es muss klar sein, wofür der VfB Stuttgart steht – und das darf kein bloßes Lippenbekenntnis sein!“