Alfdorf

21 Jahre Feuerwehr-Kommandant in Alfdorf: Helmut Klenk über seine bewegendsten Einsätze

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Großbrand im Jahr 2005 bei der Firma Wiedmann in Alfdorf. © Bernhardt

Mehr als 20 Jahre lang war Helmut Klenk (59) Feuerwehrkommandant der Alfdorfer Gesamtwehr mit Abteilungen in Pfahlbronn und Vordersteinenberg. Corona hat er es zu verdanken, dass aus 20 Jahren schließlich 21 Jahre wurden und sein Nachfolger ein Jahr später bei niedrigen Inzidenzwerten in sein Amt eingesetzt wurde.

Im Zeitungsbericht über die Hauptversammlung hieß es so schön: „Anschließend ließ Helmut Klenk seine Amtszeit Revue passieren und gewährte den Zuhörern Einblicke in die vielen, zum Teil schweren Einsätze der vergangenen Jahrzehnte. Wir haben nachgefragt und von Helmut Klenk eine lange Liste erhalten, die nur in Ansätzen erkennen lässt, welche große menschliche und soziale Kraft so ein Amt kostet.

Großbrand im Jahr 2005 bei der Firma Wiedmann

Der Großbrand im Jahr 2005 bei der Firma Wiedmann war so enorm, dass die Rauchwolke bis ins Remstal zu sehen und zu riechen war. Mit an vorderster Front: Helmut Klenk, der in Welzheim wohnt und bei der Firma ZF/TRW beschäftigt ist.

Gemeinderat und TSV-Vorsitzender Klaus Hinderer, der seinerzeit Pressesprecher der Polizeidirektion Aalen war, berichtet jetzt auf unsere Anfrage hin: „Helmut Klenk, den ich schon von Kindesbeinen an kenne, hat sich große Verdienste für die Feuerwehr erworben. Er war von Anfang an ein begeisterter Feuerwehrmann und hat mit Leib und Seele dieses Ehrenamt gelebt. So war es nur logisch, dass er das Amt des Kommandanten, also Verantwortung, übernahm. Ich habe mit ihm in meiner Zeit als Polizei-Pressesprecher einige Einsätze mitgemacht. Ich kann mich insbesondere an den Großbrand bei der Firma Baustoff-Wiedmann erinnern, wo Helmut Klenk als besonnener Kommandant agiert hat und dadurch einen größeren Schaden verhindert hat.“

Am Anfang war das Feuer, Flammen, Dutzende Meter hoch. Die große Lagerhalle des Baustoffhandels Wiedmann brannte. 200 Feuerwehrleute halfen bei den Löscharbeiten. Der Großbrand war einer der größten in der Geschichte des Rems-Murr-Kreises.

Es hätte noch viel schlimmer ausgehen können

Es hätte schlimmer ausgehen können. Viel schlimmer. Der Brand wurde frühzeitig bemerkt, und schon im Vorbeifahren, nachdem der Alarm eingegangen war, hatte der Alfdorfer Feuerwehrkommandant Helmut Klenk die damaligen Kollegen Dieter Cerny (Welzheim) und Manfred Haag (Schwäbisch Gmünd) um Unterstützung gebeten. Das Wetter ließ Thermik zu, der Rauch zog nach oben ab. „Hätten wir Ostwind gehabt“, sagte seinerzeit Helmut Klenk, wäre das benachbarte Büro- und Baumarktgebäude „nicht zu halten gewesen“. Von den Rauchwolken und möglichen Schäden für die Nachbarschaft ganz zu schweigen. Auch Firmenchef Norbert Wiedmann war dankbar für den Einsatz aller Feuerwehr- und Rettungskräfte: „Denen gebührt ein dickes Lob.“

Von der Feuerwehr erwartet der Bürger schnelle Hilfe und dass alles richtig gemacht wird. Feuerwehrleute üben regelmäßig, praktisch und in der Theorie. Aber nicht alles lässt sich vorher testen, manche Situation kommt auf die Helfer zu, und es gab keine Zeit, sich vorzubereiten. Die Erwartungen der Bürger sind groß, doch Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner sind auch nur Menschen mit Gefühlen, mit ihren persönlichen Eigenschaften und können auch mal einen Fehler machen. Und dann steht man in der Verantwortung für das, was geschehen ist. Diese Last ist nur gemeinsam zu schultern.

Viele schwere Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten

Helmut Klenk berichtete im Rückblick über viele schwere Verkehrsunfälle zwischen Alfdorf und Adelstetten, einer am Aussiedlerhof mit drei Toten. Die Helfer sehen mehr Leid, als in der Zeitung gezeigt wird, sie sind direkt dran und sehen die leidenden, sterbenden oder schon toten Mitmenschen. Das muss erst einmal verdaut werden. Deshalb gehen die Feuerwehrmenschen nach so einem Einsatz nicht gleich nach Hause, sondern sitzen im Feuerwehrhaus noch einmal zusammen mit Ansprache von Mensch zu Mensch, aber die Bilder bleiben.

Helmut Klenk war und ist es wichtig, in dem Feuerwehrmann auch den Menschen zu sehen. Er hat, wie es der neue Bürgermeister Ronald Krötz ausdrückte, seine Truppe mit viel Herzblut und Leidenschaft, mit Fachwissen, Fingerspitzengefühl und der erforderlichen Menschenkenntnis in allen drei Abteilungen geführt. Dabei ist Kommunikation das A und O.

Zahlreiche technische Hilfeleistungen

Die Feuerwehr ist nicht nur für Brände da, von denen 25 in der Liste von Helmut Klenk in 21 Jahren aufgeführt sind. Technische Hilfeleistungen nehmen einen breiten Raum ein. Da sind zum Beispiel die Orkane im Jahr 1990 und 1999, die über den Welzheimer Wald fegten und große Schäden anrichteten. Da sind die vielen Unfälle mit vielen Verletzten und auch einigen Toten. Am 11. Juni 2018 sorgte ein Wassereinbruch im gesamten Gemeindegebiet für einen Großeinsatz. Doch überall gleichzeitig konnten die Feuerwehrmänner auch nicht die Keller leer pumpen. Im Juni 2016 war Gasalarm in Kapf, weil beim Abdrücken der Leitung Gas ausgeströmt war.

Einher gingen die 21 Dienstjahre als Kommandant mit einem großen technischen Wandel. So kann man in dem Zeitungsbericht zur Wahl von Helmut Klenk im März 2000 nachlesen, dass der damalige Bürgermeister Werner Nägele mit Stolz verkündete, dass die Gemeinde für Einsätze mehrere D-1- und D-2-Handys zur Verfügung gestellt habe. Heute hat fast jeder sein Smartphone in der Hosentasche. Trotzdem ist der Funk immer noch das wichtigste Kommunikationsmittel.

Klenk bleibt bescheiden

Aktuell läuft für Alfdorf die Umstellung auf den zeitgemäßen Digitalfunk, der einsatztaktisch noch ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Als wir Helmut Klenk anriefen und einen weiteren Bericht über ihn ankündigten, war er zunächst gar nicht so sehr begeistert. Über ihn sei in den letzten Tagen schon genug in der Zeitung gestanden. Die uneigennützigen Helfer sind meist bescheiden und wollen nicht so oft im Rampenlicht stehen, dabei ist ihre Arbeit so wichtig.

Mehr als 20 Jahre lang war Helmut Klenk (59) Feuerwehrkommandant der Alfdorfer Gesamtwehr mit Abteilungen in Pfahlbronn und Vordersteinenberg. Corona hat er es zu verdanken, dass aus 20 Jahren schließlich 21 Jahre wurden und sein Nachfolger ein Jahr später bei niedrigen Inzidenzwerten in sein Amt eingesetzt wurde.

Im Zeitungsbericht über die Hauptversammlung hieß es so schön: „Anschließend ließ Helmut Klenk seine Amtszeit Revue passieren und gewährte den Zuhörern Einblicke in die

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