Alfdorf

50 Jahre Alfdorf: Gemeinde hat drei Tage lang das Jubiläum fulminant gefeiert

Feuerwekr 50 Jahre Alfdorf
Zum Gemeindejubiläum gab es ein großes Feuerwerk. © Markus Metzger

Das Alfdorfer Kultur- und Sportzentrum ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Es ist Freitagabend und die Menschen warten auf den Startschuss zur Feier der „Goldenen Hochzeit“ ihrer Gemeinde.

Ein ohrenbetäubendes Geschnatter aus allen Richtungen unterstreicht die Wichtigkeit dieses Abends: Denn alle namhaften Vertreter der Ortsteile nebst Vereinen glänzen durch ihre Anwesenheit. Bürgermeister Ronald Krötz betritt kurz nach halb acht die Bühne und hält eine mitreißende Rede, bei der dem ein oder anderen Bürger durchaus eine Träne der Rührung verkommt. Dem Satz „Ich freue mich sehr, dass wir das 50-jährige Gemeindejubiläum gemeinsam miteinander begehen können, schön, dass Sie alle da sind“, folgt ein kräftiger Applaus.

Der Zusammenschluss: Eine historische Entscheidung

Krötz schwärmt vom gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenwachsen und „dass man stolz auf das Erreichte sein kann“. Er blickt zudem auf die historische Entscheidung aller drei Gemeinden im Jahr 1972 zurück, bei der im Rahmen der Gemeindereform die bis dahin eigenständigen Gemeinden Alfdorf, Pfahlbronn und Vordersteinenberg, zu einer Gemeinde zusammengelegt wurden. „Hätte man damals nicht den Zusammenschluss gewagt, würde die Gemeinde heute nicht da stehen, wo sie heute steht, mahnt Krötz rückblickend und bekräftigt sein Statement: „Gott sei Dank war dem so.“

Wo die Ursprünge der heutigen Gemeinde Alfdorf liegen

Historisch findet der Ort die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1143 unter der Bezeichnung „Alechtorf.“ Vordersteinenberg wurde laut Krötz erstmals im Jahr 1251 erwähnt, hier war von einer Hammerschmiede bei Kapf und Hüttenbühl die Rede. Pfahlbronns erste Niederschrift wurde 1293 in einem Vertrag festgehalten, in dem das Kloster Lorch den Grafen Eberhard I. zum „Verteidiger und Beschützer“ erwählte.

Forschungen ergaben jedoch, das Pfahlbronn bereits 81 bis 192 n. Chr. entstanden war und der Name, aus einem aus Pfählen bestehenden Schutzwall abgeleitet wurde. Amtsinhaber Krötz hebt in seiner Rede nochmals die Herausforderungen der Zukunft hervor und ist optimistisch, „diese durch den gemeinsamen Zusammenhalt zu meistern“.

Die zweitgrößte Flächengemeinde im Kreis

Alfdorf wurde durch den Zusammenschluss, weiß er zudem, zur zweitgrößten Flächengemeinde im Rems-Murr-Kreis und hat eine Fläche von 68,5 Quadratkilometern, wovon die Hälfte allein aus Wald besteht. Die Einwohner verteilen sich auf 63 Teilorte, Wohnplätze und Gehöfte. Alfdorf sei heute eine wirtschaftlich stabile Gemeinde mit erfolgreicher und innovativer Industrie nebst Gewerbe. Das Engagement der Bevölkerung wie auch der hohe Erholungswert würden die Gemeinde auszeichnen.

Der Alfdorfer Bürgermeister verteidigt an diesem Abend klar die vor 50 Jahren getroffene Entscheidung der Zusammenlegung und ist voll des Lobes: „Das Wohl und den Zusammenhalt des Gemeinwesens prägen hier 80 ehrenamtliche Vereine, und ich bin stolz auf die Menschen, da das keine Selbstverständlichkeit ist.“

Das Programm zum Jubiläumswochenende kann sich durchaus sehen lassen: Der offizielle Festakt am Freitagabend wird vom extra engagierten ZVW-Redakteur und Moderator Peter Schwarz begleitet. Zeitzeugen – bestehend aus Hans Ehret, Fritz Bareiss, Norbert Wiedmann, Walter Kinkel und Eva Gölz – berichten in einer Podiumsrunde von den anfänglichen Schwierigkeiten und der Skepsis gegenüber der Eingemeindung, inklusive geleisteter Überzeugungsarbeit.

Viele Ehrengäste waren beim Festakt zu Gast

Gespannt verfolgen dabei die Ehrengäste – wie der langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Gernot Gruber und Landrat Richard Sigel – deren Erzählungen. Der extra angereiste Landrat hat für die Gemeinde sogar einen Scheck dabei und Bürgermeister Krötz nimmt diesen gern in Empfang. Auch sind die Bürgermeister aller Nachbargemeinden vor Ort: Michael Clauss für Kaisersbach, Thomas Bernlöhr für Welzheim und Raimon Ahrens für Rudersberg.

Als Vertreter der Kirche ist Alfdorfs evangelischer Pfarrer Patrick Steinbacher vor Ort und er kommentiert den Abend wie folgt: „Ich bin sehr stolz, hier zu sein, denn ich habe Alfdorf als herzliche Gemeinde kennengelernt. Alfdorf feiert sich heute selbst – und das zu Recht.“ Eine große Anzahl der Alfdorfer Gemeinderäte ist ebenfalls gekommen und mischt sich unters Publikum. Horst Metzger, als annähernd dienstältester Gemeinderat vertreten, „überlebte“ ganze vier Bürgermeister und hat für den Amtsinhaber durchaus Gutes im Gepäck: „Der macht seine Sache wie ein Alteingesessener und wir sind mit ihm äußerst zufrieden.“

Gebannt lauschen zudem die Vertreter des ortsansässigen Roten Kreuzes, der Feuerwehr, des FC Alfdorf, des SV Pfahlbronn, des TSV Alfdorf, des Rütli Vordersteinenberg und des GHV den historischen Fakten. Der SV Hintersteinenberg übernimmt die Bewirtung. Musikalisch wird der Abend weiter von Martin Reich, einem Klavierlehrer der Alfdorfer Musikschule, und dem Singer und Songwriter Fabian Bruck umrahmt, der ebenfalls hier geboren wurde.

Das Feuerwerk wurde der Gemeinde gespendet

Ein visueller Augenschmaus erwartet die Besucher auch außerhalb der Halle mit dem Musik-Feuerwerk der Firma „MENonFIRE“. Das Feuerwerk ist bis weit über die Ortsgrenze sichtbar und bietet eine ergreifende Mischung aus Musical und Schönheit. Ist nun ein solches Feuerwerk in Zeiten von Energiekrise und Krieg wirklich passend? „Gerade in Zeiten wie diesen, wo einem nicht immer unbedingt zum Feiern zumute ist, stärkt das gemeinsame Erleben, und es gibt allen Kraft“, verteidigt der Bürgermeister die Entscheidung. Und er bedankt sich herzlich bei der Feuerwehr Lambrechtshausen, die das Feuerwerk zum Gemeindejubiläum gespendet hat.

Begeisterte nächtliche Zuschauerblicke bestaunen diese fulminante Abwechslung. Man spürt sie erneut, die besondere Magie des Abends. Zum Ausklang gibt die Band „The Ponycars“ eine Kostprobe ihres Könnens, alles unter den Augen eines sichtlich zufriedenen Bürgermeisters.

"Alfdorf ist zusammengewachsen"

Gemeinderätin Andrea Kolckmann ist zudem begeistert „von der bunten Vielfalt des Abends und dem großen Interesse der Bevölkerung“. Kreisrätin Gislind Gruber-Seibold von der SPD ist dankbar, „dass Alfdorf nun zusammengewachsen ist“, und sie ergänzt, „dass egal, wo ich hinkomme, das Miteinander effektiv gelebt wird“.

Am Samstagabend steht dann das Kulturprogramm mit „Füenf singen Kriwanek – und eigene Welterfolge“ an. Dieser Programmpunkt bringt das durch „schwäbische Mundart“ beschwingte Publikum zum Jubeln. Der Sonntagmorgen wird als Erstes durch einen ökumenischen Gottesdienst umrahmt. Ein anschließender Frühschoppen mit dem Alfdorfer Musikverein folgt wie auch nachmittägliche Vereinsbeiträge.

Ende und Abschluss der goldenen Gemeinde-Hochzeit bildet dann noch der bunte Partyfestausklang für jedermann mit der Band „ALARM“.

Hoher Besuch aus der Partnergemeinde in Ungarn

Nicht unerwähnt bleiben soll der Besuch aus Ungarn. Seit 2011 hat Alfdorf nämlich eine offizielle Partnerschaft mit der Gemeinde Hosszuheteney. Zum Gemeindejubiläum reisten nun extra gut zehn Vertreter der Magyaren an, inklusive dem ungarischen Bürgermeister Laszlo Czernay, um an den Feierlichkeiten – und an ihrem am Sonntag stattfindenden Blaskapellen-Auftritt – teilzunehmen.

Für Ausschussmitglied und stellvertretenden Bürgermeister Klaus Hinderer ist dieser Besuch hervorzuheben, und er untermauert es mit folgenden Worten: „Gerade in der jetzigen Zeit, wo die politischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten wiederholt atmosphärisch gestört sind, ist der Besuch eminent wichtig“, und er ergänzt, „das Kommen sei ein Ausdruck dafür, dass die guten persönlichen Verbindungen nicht unter binationalen Problemen leiden.“

"Ich bin richtig glücklich", sagt Bürgermeister Krötz

Von Donnerstagabend bis Montagfrüh soll dieser Besuch mit einem bunten Programm die europäische Idee ergänzend zum Jubiläum stärken und die Gesamtgemeinde Alfdorf als langjährigen Gastgeber nebst allen Mitwirkenden hervorheben.

Bürgermeister Ronald Krötz bringt das Jubiläum abschließend wie folgt auf den Punkt: „Ich bin richtig glücklich, dieses Wochenende mit einem so super Programm, tollen Bands, einem mega Feuerwerk und vor allem so großartigen Menschen feiern zu dürfen – danke Alfdorf!“

Das Alfdorfer Kultur- und Sportzentrum ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Es ist Freitagabend und die Menschen warten auf den Startschuss zur Feier der „Goldenen Hochzeit“ ihrer Gemeinde.

Ein ohrenbetäubendes Geschnatter aus allen Richtungen unterstreicht die Wichtigkeit dieses Abends: Denn alle namhaften Vertreter der Ortsteile nebst Vereinen glänzen durch ihre Anwesenheit. Bürgermeister Ronald Krötz betritt kurz nach halb acht die Bühne und hält eine mitreißende Rede, bei der

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