Alfdorf

Bauarbeiten nach Kran-Unfall unterbrochen

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Am Donnerstag wurde der Kran von einer Fachfirma geborgen. © ZVW/Mathias Ellwanger

Alfdorf. Ein lauter Knall erschreckte am Mittwochabend gegen 19 Uhr viele Alfdorfer. Auf der Baustelle für das neue Pumpwerk am Haldenweg war das Seil eines Krans gerissen. Am Donnerstag wurde der beschädigte Kran nun geborgen. Die Arbeiten an der Baustelle sind vorerst unterbrochen. Erst nach der Bergung wird klar sein, wie hoch der Sachschaden am Bauwerk ist.

Bürgermeister Michael Segan ist am Mittwoch direkt mit der Feuerwehr an den Unfallort gefahren. Im Einsatz waren Feuerwehrleute aus Pfahlbronn und Alfdorf sowie ein Drehleiterfahrzeug aus Welzheim. Auch Kreisbrandmeister René Wauro kam nach Alfdorf. Gemeldet hatten Anwohner ein explosionsartiges Geräusch.

Vor Ort zeigte sich dann, dass bei Reparaturarbeiten am Kran auf der Baustelle für das neue Pumpwerk ein Stahlseil eingebrochen war. Was den von Anwohnern als Explosion wahrgenommenen Knall zur Folge hatte. Durch den Seilriss war der Ausleger auf die noch nicht komplett fertig gebaute Stützmauer gekippt, der Kran kam in ein Ungleichgewicht. In der Folge waren die Gewichte ausgebrochen. Wie es zu dem Riss kommen konnte, ist noch unklar.

Umgehend habe man die ausführende Baufirma über den Unfall informiert, bei dem zum Glück keine Personen zu Schaden gekommen sind. Lediglich ein Materialschaden ist zu verzeichnen, dessen Höhe noch nicht ganz klar ist. Dies kann erst nach der Bergung des Krans sicher bewertet werden. „Fix und fertig“ seien die beiden Mitarbeiter der Baufirma an dem Abend dennoch gewesen, berichtet Segan.

Verzögerungen auf der Baustelle

Vor fünf Wochen hatte die Gemeinde mit dem Bau des Pumpwerks begonnen. Durch den Unfall kommt es auf der Baustelle nun zu leichten Verzögerungen. Eigentlich sollten am Donnerstag die Arbeiten am Fundament beginnen. Diese mussten jetzt verschoben werden.

Dabei kamen die Arbeiten bislang gut voran. Die Baugrube ist größtenteils ausgehoben. Die Stützmauer sowie die Nägel – insgesamt 52 von ihnen mit einer Länge zwischen vier und sechseinhalb Metern – sind an dem Hang bereits verbaut.

Letztere sollen vor allem für mehr Stabilität sorgen. Denn die Baustelle befindet sich in einem Rutschgebiet. Aus diesem Grund hatte das Landratsamt auch zusätzliche Sicherungsmaßnahmen eingefordert. Und deshalb war es bei dem Projekt bekanntermaßen zu zeitlichen Verzögerungen gekommen.

Zukünftig nur noch eine zentrale Kläranlage

Der Bau des neuen Pumpwerks ist notwendig, weil Alfdorf sein Abwasserkonzept neu aufgestellt hat. Künftig wird es in der Gemeinde nur noch eine zentrale Kläranlage in Leineck geben. Dorthin muss das Wasser aus verschiedenen Teilorten transportiert werden. Das Pumpwerk mit einem Vorlagespeicher von 120 Kubikmetern soll dies künftig leisten. Dazu ist auch der Bau einer Pumpleitung notwendig. Beides soll planmäßig bis Oktober 2020 abgeschlossen sein. Im Zuge der Maßnahme bekommt dann auch die dringend sanierungsbedürftigte Ortsdurchfahrt ab kommendem Jahr einen neuen Belag.

Kran ist künftig nicht mehr einsatzbereit

Am Donnerstagvormittag rückte erst einmal eine Spezialfirma an, um den Schaden zu begutachten und zu beseitigen. Die entscheidende Frage lautete, ob der Baukran wieder neu aufgestellt werden kann.

Danach sieht es aber nicht aus. Ein Mitarbeiter der Fachfirma gab vor Ort am Nachmittag die Auskunft, dass der Kran aller Voraussicht nach überhaupt nicht mehr einsatzbereit ist.

Im Laufe des Freitags soll er deshalb durch einen neuen ersetzt werden.


Gefahren?

Die Sorge mancher Anwohner, der Kranunfall von Mittwoch könne in einem Zusammenhang mit möglichen Hangrutschungen stehen, ist laut Michael Segan unbegründet. „Das hat nichts mit der Geologie zu tun“, versichert der Alfdorfer Bürgermeister. Der Bau werde möglichst bald fortgesetzt.

Laut Umweltamt besteht auch keine Gefahr, dass Abwasser austritt.