Alfdorf

Das war auf der Ausbildungsmesse in Alfdorf am Samstag (21.05.) geboten

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Ausbildungsmesse
Verschiedene Arbeitgeber buhlten um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen. © ALEXANDRA PALMIZI
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Ausbildungsmesse
Neben Informationen rund um die berufliche Zukunft konnten die Jugendlichen die Unternehmen spielerisch kennenlernen. © ALEXANDRA PALMIZI

Nach zweijähriger Unterbrechung hatte am Samstag in Alfdorf die 15. Ausbildungsmesse des Wirtschaftsforums Welzheimer Wald Wieslauf ihre Türen geöffnet. Emsiges Treiben herrschte bereits am späten Vormittag in und um das Sport- und Kulturzentrum in Alfdorf - keine sich ellenlang windenden Schlangen, kein Gedränge oder Zusammenballung, aber ein ständiges Kommen und Gehen. Die Messe ermöglichte den jugendlichen Besucherinnen und Besuchern sowie deren Eltern, zwischen den Messeständen der 58 Aussteller herumzuschlendern, zu schauen, zu fragen und sich auch in aller Ruhe beraten zu lassen.

Von öffentlichen Arbeitgebern bis hin zu Global Playern

Die Bürgermeister Ronald Krötz aus Alfdorf und Thomas Bernlöhr aus Welzheim, die sich am gemeinsamen Stand mit Rudersberg mit den Fragen der angehenden Auszubildenden und dualen Studenten befassten, waren sich einig, dass nach der langen Corona-Pause eine derartige Präsenzveranstaltung die ideale Gelegenheit biete, sich zu orientieren.

Ob eine praktische Ausbildung oder ein Studium für die Jugendlichen der bessere Weg wäre, welche Möglichkeiten sich vor Ort und in der näheren Umgebung bieten und welche Voraussetzungen man mitbringen muss. In dieser Zeit des demografischen Wandels und des Arbeitskräftemangels würden sich für Schulabgänger und Berufseinsteiger Möglichkeiten bieten wie schon lange nicht mehr.

Vehement widersprach Krötz der Vorstellung, Welzheimer Wald und Wieslauftal stellten in erster Linie ein Arbeitskräftereservoir für den Großraum Stuttgart dar. Wenn man durch die Halle schlenderte, stelle man fest, dass es vor allem örtliche Firmen und Behörden sind, die sich präsentierten. Und gerade in Zeiten, in denen eine Fridays-for-Future-Bewegung ein Umdenken einleite, würde so mancher die Vorteile eines wohnungsnahen Ausbildungsplatzes wieder zu schätzen wissen.

Explodierende Lebenshaltungs- und Energiekosten würden schließlich sowohl beim Benzinpreis wie auch bei den Fahrkartenpreisen für den öffentlichen Personennahverkehr ihre Spuren hinterlassen. Und natürlich lohne es sich auch, darüber nachzudenken, ob man seine Freizeit mit der Familie, Freunden und Hobbys verbringt oder hinter dem Steuer auf dem Weg zur und von der Arbeit.

Umso dankbarer sei man deshalb dem Wirtschaftsforum und der Alfdorfer Ortsverwaltung, ergänzte Bernlöhr, die gemeinsam diese Veranstaltung organisiert hatten und es den Firmen ermöglichten, sich vorzustellen. Wohl stellten persönliche Empfehlungen und Ratschläge aus der Familie und dem sozialen Umfeld eine wichtige Entscheidungshilfe dar, aber unerlässlich sei, sich einen Eindruck zu verschaffen, welche Chancen und Möglichkeiten überhaupt vorhanden seien.

Diese Chance, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, nutzten nicht nur öffentliche Arbeitgeber wie Rathäuser, Polizei und Finanzamt. Auch Global Player wie ZF und Dungs oder regional große Namen wie Zehnder, Frech, Leibbrand oder Burger Schloz waren vertreten. Zimmermannmeister Michael Biber lockte die Besucher mit einer Obstkiste voller Äpfel als Blickfang an seinen Stand, aus der sich jeder bedienen konnte.

„Einzige Bedingung“, stellte er klar, „den Apfel, den du anfasst, den musst du auch mitnehmen!“ In seinem Holzbaubetrieb, berichtete Biber, gebe es pro Jahrgang jeweils ein bis zwei Auszubildende. Der Berufsnachwuchs liege ihm deshalb besonders am Herzen, betonte er, „weil ohne Nachwuchs gibt es keine Zukunft“. Natürlich sei es für einen Handwerksbetrieb unmöglich, im Hinblick auf Gehälter, Prämien und Sonderzahlungen mit den Weltmarktführern mitzuhalten.

Aber nicht jeder junge Mensch fühle sich in einer Werkshalle oder hinter einem Büroschreibtisch wohl. So mancher sehe auch die Chancen und Möglichkeiten, die sich ihm als Individuum gerade im Handwerk eröffneten. Aus diesem Grund sei es ihm auch wichtig, auf das „Sommercamp für angehende Zimmerleute“ hinzuweisen, das es Jugendlichen vor Beginn des letzten Schuljahrs ermöglichen soll, im Zimmerer-Ausbildungszentrum diesen Beruf kennenzulernen.

International anerkannte Pflege-Ausbildung

Auf das breitgefächerte schulische Angebot wiesen mehrere private Bildungseinrichtungen wie Donner & Kern in Waiblingen und Ludwigsburg, Kolping und die Privaten Beruflichen Schulen von „Pro Genius“ in Schwäbisch Gmünd hin. Auf das neu ausgerichtete Berufsfeld der Pflegefachleute, unter dessen Dach die bisherigen Alten- sowie Kranken- und Gesundheitspfleger zusammengefasst werden, wiesen unter anderem das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe Rems-Murr, die Evangelische Heimstiftung in Pfahlbronn und das Diakonische Institut für Soziale Berufe im Kloster Lorch hin.

Dessen Schulleiterin Catrin Schmid war es besonders wichtig, dass diese Ausbildung europaweit anerkannt sei und die Möglichkeit eröffne, an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg einen Bachelorabschluss Pflege zu erwerben. Und wem nach all diesen Informationen der Kopf schwirrte, dem bot der Förderverein Schlossgartenschule Alfdorf im Foyer die Möglichkeit, sich bei Kaffee und Kuchen zu stärken und all das Gehörte und Gesehene in aller Ruhe sacken zu lassen.

Nach zweijähriger Unterbrechung hatte am Samstag in Alfdorf die 15. Ausbildungsmesse des Wirtschaftsforums Welzheimer Wald Wieslauf ihre Türen geöffnet. Emsiges Treiben herrschte bereits am späten Vormittag in und um das Sport- und Kulturzentrum in Alfdorf - keine sich ellenlang windenden Schlangen, kein Gedränge oder Zusammenballung, aber ein ständiges Kommen und Gehen. Die Messe ermöglichte den jugendlichen Besucherinnen und Besuchern sowie deren Eltern, zwischen den Messeständen der 58

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