Alfdorf

Raus aus dem Alltag, rein in die Kutsche: Planwagen-Fahrten im Welzheimer Wald

Planwagen Kutsche Alfdorf
Familie Köngeter bei einer ihrer Planwagenfahrten im Welzheimer Wald. © Markus Metzger

Goldgelbes Stroh liegt im Innenhof des Bauernhofs von Familie Köngeter in Alfdorf-Brech. Schnaubend stehen zwei bildschöne Altwürttemberger Pferde in der Nähe des zuvor liebevoll hergerichteten Planwagens und warten darauf, angesäumt zu werden. „Da die einen guten Charakter haben und sehr nervenstark sind, züchten wir diese Rasse und das bereits in dritter Generation,“ verrät Denisa Köngeter, die mit ihrem Ehemann Marco Köngeter den regionalen landwirtschaftlichen Betrieb, nebst eigenem Hofladen, leitet.

„Diese Pferderasse steht zudem auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten“, ergänzt die Fachfrau. Parallel arbeiten Köngeters seit Jahren mit einem bekannten Gestüt in Marbach zusammen und ihre Hengste decken deren Stuten. Man nimmt Denisa Köngeter dieses Fachwissen durchaus ab, bei der Beobachtung, wie sie das Geschirr ihrer Pferde anlegt. Die anschließenden Planwagenfahrten der Köngeters gehen in der Regel quer durch den Welzheimer Wald. 18 Pferde sind hierfür gerade aktuell auf dem Hof zu finden. Zwölf Personen finden auf den insgesamt drei zur Verfügung stehenden Planwagen Platz, und bei Interesse weiß man nach einem kurzen Telefonat sofort, ob der eigene Wunschtermin noch frei ist.

„Wo gib es das sonst, dass man in einem offenen, aber doch geschlossenen Umfeld eine bestimmte Zeit lang, ohne Ablenkung von außen, nur die Umgebung und die monotone Geschwindigkeit der trabenden Pferde wahrnimmt“, fragt Denisa Köngeter und lächelt dabei unter ihren blonden Strähnen hervor. In geselliger Runde, versteht sich. Denn Köngeters sind auf Gruppen spezialisiert, natürlich nebst der Planwagen-Verpflegung aus dem eigenen Hofladen: Von selbst gebackenen Salzkuchen über eigene Liköre und Schnäpse, wie der legendäre Weinbergpfirsich- oder Haselnusslikör, bis hin zum Williams-Birnen-Brand bleibt hier kein Gast auf dem Trockenen sitzen. Für die Kids gibt es parallel natürlich auch eine kindergerechte Verköstigung, und das „hoch zu Ross“. Bei jedem Wetter, versteht sich.

„Einmal waren wir in der Meuschenmühle“, erzählt Denisa Köngeter, „und es begann wie aus dem Nichts zu schütten. Der Planwagen hält jedoch selbst Platzregen stand und unsere Pferde können Regen locker abhaben, das macht denen nichts aus“, weiß sie zudem. Eine Hochzeitskutsche hat der Pferdehof für alle Brautpaare mit im Programm. Eine Stunde Planwagenfahrt kostet 80 Euro und egal ob runder Geburtstag, Familienfeier oder eine private Fahrt: Köngeters nehmen sich die Zeit. Zeit zur Entschleunigung.

Private Feiern wie Geburtstage und Hochzeiten liegen im Trend

„Wir holen die Menschen bis zu 70 Kilometer Anfahrt auch am Haus ab“, verspricht Peter Müller, aus Alfdorf-Enderbach. Der Landwirt, der bereits seit 40 Jahren in dritter Generation Planwagen- und Festumzugsfahrten anbietet, ist ebenfalls im Welzheimer Wald zu Hause. 75 Euro kostet bei ihm die Stunde Fahrt und die Leute dürfen hier an Verpflegung, wie Kaffee und Kuchen, gern mitbringen, was sie wollen. Die Anfahrt kommt natürlich dazu, aber Peter Müller ist nach eigener Aussage gerade bei Betriebsausflügen oder an Geburtstagen „für viele Ideen zu haben“.

So hält er gern an den gewünschten Gaststätten und wartet vor dem Haus auf seine Kundschaft. Aktuell ist der Pferdefachmann bald wieder mit seinen geschmückten Wagen auf dem anstehenden Volksfest, am Stuttgarter Wasen, zu finden. Auch ist er ein fester Bestandteil des Fellbacher Herbsts mit seinen Pferderassen Percheron und Süddeutsches Kaltblut, da diese ein ruhiges Gemüt mitbringen und kinderfreundlich seien.

Bei Festumzügen schätzen die Brauereien zudem schwere Pferde. Er hat aktuell zehn Pferde sowie zusätzliche Ponys auf dem Hof und bei ihm stehen passend fünf Planwagen bereit, auf denen bis zu 14 Personen Platz finden können. „Gerade der Herbst bietet, da es nicht mehr so warm ist, für Mensch und Tier ein ganz besonderes Flair, um abzuschalten“ schwärmt Müller.

Für den Winter hat er sogar einen offenen Holzschlitten parat, für ein echtes „Schaffell-Winterromantik-Märchen“. Bis zu sechs Personen finden auf dem Schlitten Platz. „Da kann man die Füße links und rechts raushängen lassen“, erläutert der Pferdefachmann. Natürlich muss man dieses Erlebnis den Schneeverhältnissen nach spontan anfragen. Beim Enderbacher Landwirt gab es als Highlight auch schon einige Eheversprechen: „Bei Nachtfahrten wird bei mir gern mal ein Heiratsantrag gemacht“, lächelt er und ergänzt: „Bei jedem Wetter, versteht sich.“ Vorausgesetzt, der Antrag war erfolgreich, hält Müller dann im Anschluss gleich noch die passende Hochzeitskutsche im Repertoire bereit. Natürlich ebenfalls geschmückt und auf Wunsch sogar mit „weißen Rössern“.

Goldgelbes Stroh liegt im Innenhof des Bauernhofs von Familie Köngeter in Alfdorf-Brech. Schnaubend stehen zwei bildschöne Altwürttemberger Pferde in der Nähe des zuvor liebevoll hergerichteten Planwagens und warten darauf, angesäumt zu werden. „Da die einen guten Charakter haben und sehr nervenstark sind, züchten wir diese Rasse und das bereits in dritter Generation,“ verrät Denisa Köngeter, die mit ihrem Ehemann Marco Köngeter den regionalen landwirtschaftlichen Betrieb, nebst eigenem

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