Alfdorf

Weshalb der Leinecksee in Alfdorf gerade kaum Wasser hat

Leinecksee
Am Leinecksee ist im Moment der Seegrund zu sehen. © Gabriel Habermann

Wer im Moment am Leinecksee in Alfdorf vorbeikommt, wird darin nur wenig Wasser entdecken. Doch keine Sorge: Der niedrige Wasserstand liegt nicht an der sommerlichen Trockenheit. Der Grund sind vielmehr Bauarbeiten des Hochwasserschutzverbands Kocher-Lein, die dort anstehen. Dafür wurde das Wasser weitestgehend abgelassen.

Was die Maßnahmen bezwecken sollen

Dabei war der See doch erst im vergangenen Sommer trockengelegt? Ja, das ist richtig, bestätigt der Verbandsvorsitzende Michael Segan. „Wir haben letztes Jahr bereits mit den Maßnahmen begonnen.“ Ziel war es, den Leinecksee zu entschlammen. Denn „durch die Bäche kommen Sand und Schlamm in den See, dadurch verringert sich das Fassungsvermögen“. Dem will der Hochwasserschutzverband mit der Entschlammung entgegenwirken.

Alle zwei Jahre werden solche Maßnahmen in der Regel an den elf Seen in seiner Zuständigkeit durchgeführt, die vom Aichstrutsee bis zum Laubachstausee in Abtsgmünd reichen. Im kommenden Jahr ist der Reichenbachstausee bei Spraitbach dran. „Hier laufen schon die Voruntersuchungen“, so Segan, der dem Verband seit fünf Jahren vorsteht. Und in drei Jahren wird das Wasser am Hüttenbühlsee abgelassen.

„Früher haben wir immer im Winter entschlammt. Da sind wir am besten reingekommen, weil der Seegrund gefroren war.“ Doch weil die Winter inzwischen wärmer und zudem regnerischer geworden sind, ist der Verband dazu übergegangen, die zunehmend heißer und trockener werdenden Sommer für die Entschlammung zu nutzen.

Weshalb es zu Verzögerungen kam

2021 hatte man mit dem Wetter allerdings reichlich Pech: „Das vergangene Jahr war ausgerechnet die Ausnahme und recht verregnet, deshalb konnten wir nur zwei Drittel des Sees entschlammen“, so Segan.

Der Verband kam also nicht umhin, dieses Jahr noch einmal Wasser abzulassen und den Rest des Schlamms aus dem Leinecksee zu holen. Der extrem trockene Sommer hätte dazu eigentlich ideale Bedingungen geboten. Doch dann kam wieder Pech dazu: „Der Landwirt, bei dem wir ihn lagern wollten, hat gesagt, er macht nicht mehr mit.“ Also musste ein neuer Landwirt gesucht werden. Den habe man inzwischen gefunden, doch steht momentan noch die Genehmigung des Landratsamts aus, ohne die der Schlamm nicht auf der Ackerfläche ausgebracht werden kann. Dazu müssen Seegrund und landwirtschaftliche Fläche chemisch untersucht werden – „das soll verhindern, dass die Fläche überdüngt wird“, erklärt der Verbandsvorsitzende.

Wie viel Schlamm aus dem See muss

11.000 Kubikmeter an Schlamm sind 2021 aus dem See entfernt worden, weitere 4000 bis 5000 kommen dieses Jahr noch hinzu. „Wir hoffen, dass das Genehmigungsverfahren jetzt zügig läuft und wir ihn vor Ende der Trockenphase wieder aus dem See bringen.“ Wenn das Wetter mitspielt, müsste das in etwa zwei Wochen geschafft sein.

Darüber würde sich auch der Fischerei- und Hegeverein Leineck freuen, der seit zwei Jahren keine Fische mehr in den Stausee einsetzen konnte. Für Badegäste gab es indes keine Einschränkungen, da in dem See bekanntermaßen seit Jahrzehnten ein Badeverbot herrscht.

Was am See sonst noch gerichtet wird

Die Entschlammung ist jedoch nur ein Teil der Baumaßnahmen. Auch die technischen Einrichtungen am Stausee wurden in diesem Sommer saniert. So wurden das Einlauf- und das Auslaufwerk neu betoniert, der alte Schieber erneuert und ein zweiter eingebaut – als Rückfalllösung, falls der erste nicht funktionieren sollte. Auch die komplette Elektrik und das Schiebehäuschen wurden in diesem Zuge erneuert. In Kürze soll hier noch das Dach begrünt werden.

Insgesamt 1,1 Millionen werden die auf zwei Sommer ausgedehnten Maßnahmen des Hochwasserschutzverbands kosten. Vielleicht auch etwas weniger, weil die Menge des Schlamms offenbar etwas geringer ausfällt als erwartet.

70 Prozent der Kosten werden vom Land bezuschusst.

Wer im Moment am Leinecksee in Alfdorf vorbeikommt, wird darin nur wenig Wasser entdecken. Doch keine Sorge: Der niedrige Wasserstand liegt nicht an der sommerlichen Trockenheit. Der Grund sind vielmehr Bauarbeiten des Hochwasserschutzverbands Kocher-Lein, die dort anstehen. Dafür wurde das Wasser weitestgehend abgelassen.

Was die Maßnahmen bezwecken sollen

Dabei war der See doch erst im vergangenen Sommer trockengelegt? Ja, das ist richtig, bestätigt der Verbandsvorsitzende

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