Backnang

29-Jähriger Backnanger gesteht: Frau mit Ausbeinmesser erstochen

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Symbolfoto. © ZVW/Joachim Mogck

Die Schwurgerichtskammer des Stuttgarter Landgerichts hat den Mordprozess gegen den 29-jährigen Backnanger eröffnet, der seine Partnerin in der gemeinsamen Wohnung erstochen haben soll. Der Beschuldigte gestand vor Gericht, seine damals 25-jährige Freundin, mit der er nach islamischem Recht verheiratet gewesen sein soll, „im Affekt getötet“ zu haben.

Sowohl der Angeklagte als auch das 25-jährige Opfer stammen aus türkischen Familien, deren Angehörige im Gerichtssaal vertreten waren. Der Vater der getöteten jungen Frau tritt als Nebenkläger auf. Welches Geschehen ihn so übermannte, dass er seine damalige Partnerin am 4. Mai dieses Jahres in der gemeinsamen Wohnung im Backnanger Seehofweg mit einem Ausbeinmesser tötete, hat der Angeklagte dem Gericht noch nicht preisgegeben. Nach den Ergebnissen der Gerichtsmedizin soll er fünfmal so wuchtig auf die junge Frau eingestochen haben, dass das Messer ihr das Rückenmark durchtrennte und sie innerlich verblutete.

Nach der Tat einen Unfall gebaut

Festgenommen wurde der 29-jährige Produktionsmitarbeiter noch am Tattag, als er mit seinem Wagen voller Taschen und Kleider auf der Landesstraße zwischen Großbottwar im Kreis Ludwigsburg und Großaspach einen Unfall baute. Als verletzter Unfallverursacher flüchtig, stellte ihn die Polizei nach etwa vier Stunden im nahen Hardtwald, fragte ihn aus und fuhr mit ihm zum Tatort. In der Backnanger Wohnung fanden die Beamten dann nachmittags gegen 17 Uhr die Leiche der jungen Frau.

Der vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer, Norbert Winkelmann, stellte am ersten Verhandlungstag fest, dass der Angeklagte mit falschen Personalien in Deutschland einen Asylantrag gestellt hat. Wegen der Alias-Identität hatte ihn seine Partnerin bei der Polizei angezeigt. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft geht bislang davon aus, dass der Angeschuldigte sein Opfer aus Ärger über die Anzeige mit dem Tod bestrafen wollte.

Richtig stellte der Angeklagte bei den Angaben zu seiner Person, dass er nicht syrischer, sondern türkischer Staatsangehöriger sei. Bei seiner Familie in der Türkei habe er schon im Alter von zehn Jahren nach der Schule in einer Teppichfabrik arbeiten müssen.

Einer seiner Verteidiger hob hervor, dass der Backnanger in Deutschland stets gearbeitet habe und in jeder Firma als guter Mitarbeiter bekannt gewesen sei. In die Backnanger Wohnung, wo die Leiche gefunden wurde, sei er erst im Dezember letzten Jahres gezogen.

Selbstmordversuch unternommen

„Ich bereue sehr, was ich getan habe, und ich bitte alle Familienangehörigen um Verzeihung“, sagte der 29-Jährige, der im Untersuchungsgefängnis Stuttgart-Stammheim einen Selbstmordversuch unternommen hat und deshalb in eine überwachte Einzelzelle gekommen ist, vor Gericht.

Dem Gerichtspsychiater Dr. Peter Winckler gegenüber soll er nach Informationen von Richter Winkelmann erzählt haben, er habe für einen Backnanger aus kriminellen Kreisen Diebstähle begangen, wofür eine Vorverurteilung spreche, aber dazu wollte sich der 29-Jährige im Prozess nicht äußern. Auch die Frage des vorsitzenden Richters, was er denn genau mit „im Affekt getötet“ meine, beantwortete der Angeklagte im Gericht nicht.

Die Schwurgerichtskammer des Stuttgarter Landgerichts hat den Mordprozess gegen den 29-jährigen Backnanger eröffnet, der seine Partnerin in der gemeinsamen Wohnung erstochen haben soll. Der Beschuldigte gestand vor Gericht, seine damals 25-jährige Freundin, mit der er nach islamischem Recht verheiratet gewesen sein soll, „im Affekt getötet“ zu haben.

Sowohl der Angeklagte als auch das 25-jährige Opfer stammen aus türkischen Familien, deren Angehörige im Gerichtssaal vertreten waren.

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