Berglen

Berglen bekommt einen zweiten Hausarzt

Hausarzt
Sandra, Sophia und Alexander Endreß in der Praxis im Ärztehaus. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Gemeinde Berglen bekommt einen zusätzlichen Allgemeinmediziner. Er ist 38 Jahre alt, kommt aus Buhlbronn und heißt Alexander Endreß. Lange war Udo Werner der einzige Hausarzt in der Gemeinde. Gerade zu Urlaubszeiten war das für Patienten nicht immer einfach. Nun bekommt er einen Kollegen, was in einer Pandemie,  wie wir sie aktuell erleben, nicht schaden kann. „Corona an sich hat mich nicht zum Zweifeln gebracht, ob ich mich selbstständig machen soll. Für die Patienten ist es aber natürlich eine Einschränkung. Mir wäre es lieber gewesen, ich hätte ohne Scheibe oder Ähnlichem den Kontakt zu den Patienten. So ist es jetzt etwas unpersönlicher, das ist schade“, sagt Endreß und fügt hinzu: „Am 4. Januar geht es los.“, Seine Praxis eröffnet Alexander Endreß in der Johann-Sebastian-Bach-Straße im dortigen Ärztehaus. 

In Schorndorf und Winnenden Erfahrung gesammelt

Der 38-Jährige hat in Tübingen Medizin studiert, anschließend im Krankenhaus in Schorndorf, beim Schorndorfer Diabetologen Thomas Hensel und in der Winnender Praxis von Thorsten Fiering Erfahrungen gesammelt. Mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen, habe er schon länger gespielt. „Dass ich jetzt in Berglen gelandet bin, ist mehr oder weniger ein Zufall“, sagt der Buhlbronner. „Eine Bekannte kennt den Gemeinderat Armin Haller, der wiederum Bürgermeister Maximilian Friedrich von mir erzählt hat“, berichtet Endreß. Friedrich habe sich umgehend bei ihm gemeldet. „Dass wir jetzt neben Udo Werner einen zweiten Hausarzt in Berglen haben, das ist wirklich ein Quantensprung. Solche Worte nehme ich sonst nicht gerne in den Mund, aber ich bin stolz und dankbar, dass wir diese Lösung gefunden haben“, sagt der Bürgermeister.

Zweite Praxis auch für die Apotheke wichtig

Gerade zu Urlaubszeiten seien die Vertretungsregeln für die Bewohner Berglens sehr unglücklich gewesen. „Wenn man nur einen Hausarzt in der Gemeinde hat, ist es auch immer ein Stück weit unsicher. Man weiß ja nie, ob es vielleicht zu einem kurzfristigen Ausfall kommt“, sagt Friedrich. Man müsse zudem beachten, dass ein weiterer Mediziner auch für die Apotheke wichtig sei. „Ohne einen Arzt in der Nähe, hätte es auch die Apotheke schwer gehabt. Die meisten Leute wollen dort direkt hin, wenn sie vom Arzt kommen, und nicht noch weit herumfahren. Mit Alexander Endreß haben wir auch auf langfristige Perspektive die ärztliche Versorgung sichergestellt“, sagt der Bürgermeister, der zudem Wert darauf legt, dass der 38-Jährige auch Hausbesuche anbietet. „Hier sehe ich bei unseren 6450 Einwohnern einen Bedarf und ich finde es super, dass er das macht“, sagt Friedrich. Auch der Mediziner sieht das so. „Es gibt eben auch ältere Menschen, die nicht in die Praxis kommen können.“

Für diejenigen, die das noch können, sei die Lage jedoch ideal. „Die Bushaltestelle ist ums Eck und die Apotheke auch in unmittelbarer Nähe“, sagt Endreß.

In eine Großstadt wollte Alexander Endreß nie

Allgemeinmediziner zu finden und dann auch noch für ländliche Gebiete zu begeistern, das ist nicht einfach. „Ich wollte nie in eine Großstadt wie Stuttgart oder Frankfurt, in der ich meine Praxis dann in einem Hochhaus habe“, sagt Endreß. Das bestätigt auch seine Ehefrau Sandra Endreß. „Er ist auf dem Land aufgewachsen und kommt aus der Nähe. Das passt“, sagt die 31-Jährige, die aus Reutlingen stammt. Auch sie ist Ärztin, hat im Göppinger Krankenhaus in der Abteilung für innere Medizin gearbeitet und im Anschluss bei Allgemeinärzten in Donzdorf und Schorndorf. Zusammen haben Alexander und Sandra Endreß eine elfmonatige Tochter namens Sophia. „Nach der Elternzeit steigt meine Frau in die Praxis mit ein“, berichtet Alexander Endreß. Auch jetzt unterstützt sie ihn, wo es geht, zunächst hauptsächlich in der Verwaltung. Die Gemeinde hat die Praxis an das Ärzteehepaar vermietet.

Alexander Endreß ist nun dabei, die Praxis einzurichten. „Die Raumaufteilung hat die Gemeinde bereits vorgegeben. Wir haben gestrichen und tapeziert. Außerdem ist die Toilette jetzt behindertengerecht und wir haben im Labor eine Durchreiche eingerichtet, so dass man Urinproben nicht durch die ganze Praxis tragen muss“, sagt Endreß.

Die Ausstattung der Praxis werde nach und nach geliefert. Auch hier komme es durch die Pandemie zu Verzögerungen. „Bis zum Start am 4. Januar ist hoffentlich alles da“, hofft der Bulbronner, der auf seinen Start gespannt ist. „Ich habe keinen Patientenstamm von einem Vorgänger übernommen, sondern fange bei null an. Das ist sicher eine große Hürde“, sagt er.

Die Gemeinde Berglen bekommt einen zusätzlichen Allgemeinmediziner. Er ist 38 Jahre alt, kommt aus Buhlbronn und heißt Alexander Endreß. Lange war Udo Werner der einzige Hausarzt in der Gemeinde. Gerade zu Urlaubszeiten war das für Patienten nicht immer einfach. Nun bekommt er einen Kollegen, was in einer Pandemie,  wie wir sie aktuell erleben, nicht schaden kann. „Corona an sich hat mich nicht zum Zweifeln gebracht, ob ich mich selbstständig machen soll. Für die Patienten ist es aber

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