Berglen

Berglen: Der „neue“ Brunnenplatz in Oppelsbohm ist bald fertig

Brunnenplatz
Jour fixe mit Planer Michael Blank, Kapo Filippo Annata, Bauamtsleiter Reiner Rabenstein, Annika Büning vom Bauamt und Bürgermeister Holger Niederberger (v. l.). © Benjamin Büttner

Oppelsbohm bekommt bald einen zweiten Platz mit „Aufenthaltsqualität“ in der Ortsmitte. Wobei der neue um einiges größer ist als die Anlage gegenüber dem Rathaus. Aber „neu“ ist nicht ganz korrekt, denn der Brunnenplatz an der Ortsdurchfahrt, beziehungsweise J.-S.-Bach-Straße, zwischen dem „Ärztehaus“ und der Wagnergasse, wird „nur“ umgestaltet. Wobei die Veränderungen aber so groß sind, dass „neu“ so falsch nicht ist.

Die Arbeiten, ausgeführt von der Leutenbacher Firma Mayer, sind sozusagen auf der Zielgeraden. Am Mittwoch, 12. Oktober, soll der neugestaltete Platz mit einer kleinen Feier (ab 15 Uhr) übergeben werden, dem Anlass angemessen vom Gesangverein Harmonie umrahmt. Bürgermeister Holger Niederberger geht beim Vor-Ort-Termin im Rahmen des regelmäßigen Baustellen-Jour-fixe launig davon aus, dass der einheimische Chor eher nicht „Am Brunnen vor dem Tore“ anstimmen wird. Das mit dem Brunnen würde zwar stimmen, aber „vor dem Tore“ liegt der Platz überhaupt nicht, im Gegenteil. Man werde auch keines der (bekannt-berüchtigten) Einweihungsbänder durchschneiden, sondern eine Art Baumpflanzung durchführen, verspricht Niederberger.

Drei Sitzbänke aus Fertigbeton mit Auflagen und Rückenlehnen aus Holz

Die nächste Aussage von ihm ist allerdings auch so gemeint und auf sie legt er Wert. Die „Idee“ zu all dem entstand vor seinem Amtsantritt, diesen Lorbeer will er sich nicht unverdient aufsetzen. Wobei die Klarstellung keineswegs eine Distanzierung ist, auch das im Gegenteil, Niederberger „steht dahinter“, begrüßt das Vorhaben ausdrücklich und er hat es ja auch, wenn man so will, fortgesetzt und zudem gegen vereinzelte Kritik verteidigt.

Diese greift er denn auch gleich von sich aus auf, nämlich auf die Frage „Wozu das Ganze?“. Es gehe nämlich keineswegs nur oder vorrangig um weitere Parkplätze. Die, das sei allerdings auch gesagt, von Gewerbebetrieben in der Nachbarschaft zumindest „angeregt“ wurden. Nein, so Niederberger, das Ziel sei vor allem eine weitere Aufenthaltsmöglichkeit, mehr Aufenthaltsqualität auf dem Areal als bisher, vor allem inklusive drei Sitzgelegenheiten. Diese Sitzbänke bestehen aus Betonfertigteilen mit Auflagen und Rückenlehnen aus Holz.

Noch etwas stellt der Bürgermeister bei der Gelegenheit klar: Zwar mussten von bislang vier Bäumen zwei weichen, aber weil drei neue hinzukommen (eine Linde und zwei Traubenkirschen), werden es in Summe, mit fünf, mehr sein als vorher und es wird auch mehr Schatten geben als bislang. Wenn man schon mal bei Zahlen, beziehungsweise Vergleichen, ist: Deutlicher fällt der Zuwachs an Stellplätzen aus. Vorher waren es neun, künftig sind es 16, zwei davon mit Elektrolademöglichkeit (mit der Option für mehr). Diese verteilen sich auf zwei „Standorte“: zum „Ärztehaus“ hin (zehn), damit am Rand und quer zum Platz, sowie dort, wo bisher der Brunnen und Bänkle waren (sechs).

Der Brunnen ist künftig weiter vorne, zur Straße hin, damit besser sichtbar

Niederberger, Bauamtsleiter Reiner Rabenstein und Planer Michael Blank verweisen weiter darauf, dass bislang der Aufenthaltsbereich auf dem Platz hinten lag, versteckt, unattraktiv gewesen sei. Er wird nun nach vorne gezogen, zur Straße hin, ist damit von ihr aus besser sichtbar. Es werde mehr Raum für Festle, Veranstaltungen, rund 400 Quadratmeter ohne Stellplätze, geben. Der zur Verfügung stehende Platz werde optimiert, ergänzt Niederberger. Auch optisch, mit dem neuen Pflaster, angepasst an das in der Umgebung, werde es besser, betont Rabenstein. Vorher sei auf dem Platz viel verbuscht gewesen, außerdem ist nun der Schrank der Telekom, ein Multifunktionsgehäuse für den Breitbandausbau, an den Rand versetzt, vorher stand er mitten auf dem Platz.

Vor allem liegt aber der (neue) Brunnen ebenfalls weiter vorne, als Herzstück des Aufenthaltsbereichs. Quellwasser wird in einer Zisterne aufgefangen, kommt über eine Pumpe zum Brunnenbecken mit einem Quellstein, das Wasser, das von unten rauskommt, fließt über diesen, läuft von dort ins Becken und von dort wieder zurück zur Zisterne, erläutert Blank. So ist zumindest der Plan, so soll es funktionieren. Es gibt andernorts Brunnenanlagen an Plätzen im Ort, da war, auf dem Papier, alles so schön ausgedacht und die Wirklichkeit sah dann doch etwas anders aus. Also, man wird auch hier sehen, wie weit die Theorie den Praxistest besteht.

Der Platz soll außerdem abends beleuchtet sein – mit wenig Strom verbrauchendem LED und einer Abschaltung ab 22 Uhr, betont Rabenstein. Das Licht ist aber auch wegen des neuen, bogenförmig durchführenden, von der Straße abzweigenden Fußwegs vorgesehen, aus Sicherheitsgründen also demnach. Die Vergabesumme an die Landschaftsbaufirma belief sich auf knapp 240.000 Euro, alles in allem inklusive Planerhonorar wird das Vorhaben wohl rund 300.000 Euro kosten, weil das Versetzen des Telekom-Schranks und die Straßenbeleuchtung dazukommen. Die Gemeinde erhält aus dem Förderprogramm Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) fast 100.000 Euro.

Auf eine Besonderheit verweist Rabenstein: Es werden drei unterschiedliche Pflastersteingrößen verlegt, und zwar als „Nürnberger Verband“, der sozusagen richtungslos ist, kein starres Fugenbild ergibt: „Das wirkt damit klarer als eine einheitliche Fläche, lebendiger.“ Der verbaute Pflasterstein heißt „Tegula“, sei bewährt, geradezu ein Klassiker, bei dem der Nachschub gesichert sei, falls mal welche kaputtgehen und ausgewechselt werden müssen, versichern Rabenstein und Blank. Man werde also nicht wie in Stuttgart mit Asphalt ausbessern müssen. Das Pflaster kommt von einer Firma, die mit Schriftzug und Siegel wirbt, einst „Königlicher Hoflieferant“ gewesen zu sein. Diesen prestigeträchtigen Titel gab oder gibt es also nicht nur in Bayern, Preußen und Österreich (dort sogar „Kaiserlicher“) für alles Mögliche. Aber wer hätte das im kleinen (einstigen Königreichle) Württemberg bei Pflaster gedacht?

Oppelsbohm bekommt bald einen zweiten Platz mit „Aufenthaltsqualität“ in der Ortsmitte. Wobei der neue um einiges größer ist als die Anlage gegenüber dem Rathaus. Aber „neu“ ist nicht ganz korrekt, denn der Brunnenplatz an der Ortsdurchfahrt, beziehungsweise J.-S.-Bach-Straße, zwischen dem „Ärztehaus“ und der Wagnergasse, wird „nur“ umgestaltet. Wobei die Veränderungen aber so groß sind, dass „neu“ so falsch nicht ist.

Die Arbeiten, ausgeführt von der Leutenbacher Firma Mayer, sind

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