Berglen

Berglen: Kann ein Feuerwehrmann Silvester überhaupt genießen?

Silvester Feuerwehr
An Silvester hat die Feuerwehr tendenziell mehr zu tun als sonst. Ein Grund: Feuerwerkskörper. © ALEXANDRA PALMIZI

Raketen, Böller und Alkohol: Was für die einen eine rauschende Silvesterparty auszeichnet, bedeutet für andere oft Arbeit. Etwa den Rettungsdienst oder die Kräfte der Feuerwehr. Können sie den letzten Tag des Jahres überhaupt genießen? Oder sind sie an Silvester mehr denn je unter Spannung? Wir haben mit Jochen Gruber von der Feuerwehr in Berglen gesprochen.

„Wir sind an jedem Tag im Jahr in Alarmbereitschaft. Es kann ständig etwas passieren und ist für uns daher nichts Außergewöhnliches“, erzählt der Pressesprecher der Feuerwehr Berglen. Vielleicht sei die Anspannung vor dem letzten Tag des Jahres schon einen kleinen Ticker eher da. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir ausrücken müssen, ist an diesem Tag vermutlich höher als an anderen“, sagt er. Im Grunde ist Gruber das gewohnt. Schließlich ist er seit 20 Jahren dabei.

In den Berglen ist es an Silvester eher ruhig

Aber: „An Silvester ist in dieser Zeit in Berglen eigentlich nie etwas passiert“, erinnert er sich. Lediglich zwei kleinere Einsätze zählt er auf. Den letzten Alarm am 31. Dezember datiert er auf das Jahr 2019. „Wir hoffen natürlich, dass das so bleibt“, wünscht sich Gruber.

Selbst verbringt er den Tag mit seiner Familie. „Es wird keine rauschende Party, eher gediegen“, sagt er. Um 0 Uhr schießt auch Jochen Gruber ein paar wenige Raketen in die Luft. „Wir kaufen eine Kleinigkeit wegen den Kindern“, erklärt er. Kommt es jedoch zu einem Einsatz, dann wird Jochen Gruber mit ausrücken. Von den über 100 Kollegen werden sich auch an Silvester ausreichend Kräfte finden, die dann unterstützen.

Mehr Einsätze, weil das Böllern zwei Jahre lang ausgefallen ist?

Der Sprecher der Feuerwehr ist gespannt, wie das Feuerwerk in diesem Jahr ausfällt. Drohen möglicherweise eher Einsätze, weil das Böllern aufgrund der Corona-Pandemie zwei Jahre lang ausgefallen ist? „Das könnte schon sein. Es ist aber ganz schwierig, diese Frage zu beantworten“, sagt Jochen Gruber. Zum einen gebe es bei manchen wohl wieder das Bedürfnis, sich mit Feuerwerkskörpern einzudecken. „Auf der anderen Seite haben wir die gestiegenen Kosten in sämtlichen Bereichen. Ob die Menschen sich dann mit Böllern eindecken? Ich weiß es nicht“, zweifelt er.

In jedem Fall rät Gruber beim Umgang mit Raketen, Fontänen und Co zur Vorsicht. „Die sicherste Variante, um Raketen abzuschießen, ist es, die Rakete in eine leere Sektflasche zu stellen. Die Sektflasche wiederum steht bei uns in einer leeren Getränkekiste, damit sie beim Start der Rakete nicht umkippt“, erklärt der Feuerwehrmann. Keinesfalls sollten Raketen aus der Hand abgeschossen werden. Wer besonders tief ins Glas geschaut hat, lässt am besten die Finger von Feuerwerkskörpern. „Ansonsten sollte darauf geachtet werden, dass Erwachsene die Feuerwerkskörper zünden, die nicht für Kinder geeignet sind“, sagt Gruber. So dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie „F1“ ab dem zwölften Lebensjahr gezündet werden. Wer an Silvester Material der Kategorie „F2“ abschießen möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein.

Halten sich alle an die Spielregeln, dann ist auch die Chance höher, dass Jochen Gruber am letzten Tag des Jahres bei seiner Familie bleiben kann, nicht ausrücken muss. „Für das neue Jahr wünsche ich der Feuerwehr, dass alles weitestgehend ruhig bleibt“, sagt er. Ähnlich also wie im Jahr 2022. „Wir hatten zum Glück keine größeren Einsätze“, sagt der Feuerwehrmann. In den Berglen sei es eher noch so, dass die Leute sich selber zu helfen wissen. „Das ist oft der Unterschied von ländlicheren Gegenden zur Stadt“, sagt Gruber, der zudem einen Wunsch für den Neujahrstag hat. „Wer an öffentlichen Plätzen böllert, sollte bitte auch den Müll zügig wegräumen.“

Raketen, Böller und Alkohol: Was für die einen eine rauschende Silvesterparty auszeichnet, bedeutet für andere oft Arbeit. Etwa den Rettungsdienst oder die Kräfte der Feuerwehr. Können sie den letzten Tag des Jahres überhaupt genießen? Oder sind sie an Silvester mehr denn je unter Spannung? Wir haben mit Jochen Gruber von der Feuerwehr in Berglen gesprochen.

„Wir sind an jedem Tag im Jahr in Alarmbereitschaft. Es kann ständig etwas passieren und ist für uns daher nichts

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