Berglen

Der Circus Montreal gastiert in Berglen - Premiere am Donnerstag (01.09.)

Zirkus Montreal
André und Michelle Köllner mit ihren irischen Welsh-Ponys. © Alexandra Palmizi

Der Geruch von in der Arena frisch ausgestreutem Sägemehl, die glitzernden Kostüme der Artisten, Zuckerwatte, Puffmais, ein schmetternder Pasodoble, atemraubende Spannung ... das sind Erinnerungen, die Zirkusliebhaber von Kindesbeinen an in ihren Herzen tragen und die sie durch das ganze Leben begleiten. Dass diese Erinnerungen auch die nachwachsenden Generationen begleiten, dieser Aufgabe haben sich Gabriele und Andreas Köllner mit ihren Kindern André, Samantha, Michelle und Schwiegertochter Jannin verschrieben.

Familie Köllner ist der Circus Montreal, und seit nunmehr 15 Jahren ziehen sie durch die Hohenlohe, den Schwäbisch-Fränkischen Wald und das Remstal, um die großen und kleinen Zirkusfans mit ihren Vorstellungen zu verzaubern.

Seit Montag stehen die 16 leuchtend gelben Wagen mit der knallroten Aufschrift in Berglen-Erlenhof neben der Gärtnerei Bühler, davor waren sie in Welzheim. Nachdem sie in Öhringen überwinterten, begann die Tournee im März in Mainhardt, die nächsten Stationen sind Rudersberg-Schlechtbach, Remshalden und Weinstadt-Großheppach.

Fahrendes Volk: Seit 33 Jahren unterwegs und mittlerweile im Süden zu Hause

„Auch wenn wir fahrendes Volk nirgendwo daheim sind, hier im Süden ist unsere Heimat“, meint die 57-jährige Gabriele Köllner. Hier an Rems, Murr und Kocher sei die Landschaft besonders schön und die Menschen besonders freundlich. Davor seien sie mit dem Zirkus bereits in Ostfriesland, in der Hamburger und Kölner Gegend, in Bayern, Österreich und im Allgäu unterwegs gewesen. Seit 33 Jahren sei sie nun mit dem Circus Montreal unterwegs, fünf Kindern schenkte sie in dieser Zeit das Leben, und keinen Gedanken verschwendet sie ans Aufhören. „Wir machen weiter, solange es irgend geht, und wir sind froh und dankbar für jede Gemeinde, in der wir willkommen sind.“

Harte Zeiten für den Familienbetrieb: Erst Corona, dann Krieg und Energiekrise

„Der Plan ist“, ergänzt ihr 55-jähriger Mann Andreas, dass der 25-jährige Sohn André eines Tages in die Fußstapfen tritt und das Amt des Zirkusdirektors oder „Chefs“ übernimmt. „Das wäre dann die 8. Generation“, erzählt Andreas, „unsere Familie gehört seit 1842 zum fahrenden Volk.“ Mit der Bezeichnung „Chef“ könne er allerdings nichts anfangen, stellt Andreas klar, „wir sind ein Familienbetrieb und teilen Wohl und Wehe“. Als Familienoberhaupt sei er, wenn schon, dann der Knecht, derjenige, der als Erster gerufen werde, wenn es irgendwo klemme, und der die Verantwortung für das Ganze trage. Gerade in diesen komplizierten Zeiten wiege diese Verantwortung schwer, erzählt Andreas weiter.

Kaum dass die Corona-Pandemie etwas abgeklungen sei – lange Monate, in denen man überhaupt nicht längerfristig planen konnte und niemand wusste, was man überhaupt durfte und wie es weiterging –, seien nun der Krieg, Energiekrise und Inflation über die Menschen gekommen. Dies alles habe viele Menschen verunsichert und verängstigt, halte sie nach wie vor davon ab, aus dem Haus zu gehen.

Pferdedressuren, Artistik, Seiltanz und mehr sind in der Vorstellung geboten

Sie aus dem Haus zu locken, ihnen ein klein wenig Abwechslung zu bringen und den Alltag etwas bunter zu gestalten, das ist die Lebensaufgabe Köllners. Dafür öffnen sie jeweils von Donnerstag bis Sonntag um 16 Uhr ihr großes Zirkuszelt, das einen Durchmesser von 18 Metern hat und circa 150 Besuchern Platz bietet.

In der ungefähr eineinhalb Stunden langen Vorstellung gibt es Pferdedressuren, Artistik, eine Tempojonglage, Akrobatik mit dem Reifen am Ringtrapez, Seiltanz und eine Taubendressur für Kleintierliebhaber, zählt Gabriele Köllner auf. „Und in der Pause bietet unsere Tierschau die Möglichkeit, unseren Streichelzoo zu besuchen und hautnah Ponys, Lamas Seiden- und Zwergziegen, Gänse und Enten gegenüberzutreten.“ Überhaupt handle es sich um einen Zirkus zum Anfassen. Groß und Klein seien herzlich willkommen, betont sie.

Aufführungen finden donnerstags bis sonntags jeweils um 16 Uhr statt. Montag, Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage. Premiere beim Circus Montreal ist auf dem Festplatz in Berglen-Erlenhof an diesem Donnerstag um 16 Uhr, die letzte Vorstellung am Sonntag, 11. September, um 14 Uhr.

Donnerstag und Sonntag sind Familientage, da zahlen Eltern auch nur den Kindereintrittspreis. Tickets kosten je nach Platz für Erwachsene 16 bzw. 14 Euro, für Kinder 14 bzw. zwölf Euro. Kartenreservierungen sind ab sofort möglich unter 01 57/71 59 25 05.

Der Geruch von in der Arena frisch ausgestreutem Sägemehl, die glitzernden Kostüme der Artisten, Zuckerwatte, Puffmais, ein schmetternder Pasodoble, atemraubende Spannung ... das sind Erinnerungen, die Zirkusliebhaber von Kindesbeinen an in ihren Herzen tragen und die sie durch das ganze Leben begleiten. Dass diese Erinnerungen auch die nachwachsenden Generationen begleiten, dieser Aufgabe haben sich Gabriele und Andreas Köllner mit ihren Kindern André, Samantha, Michelle und

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