Berglen

Farbenrausch im Rosenpark

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Der Garten der Familie Schmid in Reichenbach. © Sarah Utz
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Berglen. „Einmalig, euer Paradies!“, „Ein Stock blüht schöner als der andere“, „Der Bogen hängt übervoll mit Rosen“, „Guck mal, wie schön sich hier die Farben mischen“ – Emotionen lassen sich nicht verbergen beim Anblick dieses Gartens. Deren Besitzer Carmen und Edmund Schmid verrieten am Sonntag im Rahmen der Aktion „Offene Gärten“ so manches über Kletterrosen, die nicht klettern, und über vertauschte Rosen.

Ein Busch von „Henri Martin“ sei ungeplant zu groß geraten. Ein Rosenbogen sollte komplett weiß werden - dann brachte einer der Rosenstämme aber rote Blüten hervor. „Domm gloffa, da hat der Erzeuger die falsche Sorte eingepackt“, vermutet Carmen Schmid, die sich mit der rotweißen Kombination, ergänzt um die Farbe Blau, die Salbei und Storchenschnabel ins Ensemble tupfen, inzwischen arrangiert hat.

Blühende Wiesen und kontrollierte Wildniss

Der Fußweg in den „offenen Garten“ in Reichenbach führt durch bunt blühende Wiesen und stimmt ein auf Schmids Blüten, Farben und den kontrollierten Wildwuchs. Unter einem hohen alten Birnbaum weist Vogelscheuche „Bernd“ die Richtung, neben ihm neigen Kletterrosen ihre blütentragenden Köpfchen den schnuppernden Nasen entgegen.

Die einmalblühenden Ramblerrosen namens Rambling Rector oder Roselina wachsen am Stamm entlang dem Licht entgegen. Nur Chevy Chase blüht am Boden, ist schön lila, aber klettert nicht. „Sie scheint vergessen zu haben, dass sie eine Kletterrose ist“, verrät Carmen Schmid eine weitere Überraschung, die sie mit ihren Rosen erlebt. „Bis in den Herbst hinein haben wir hier eine rote und bunte Wand“, so Schmid weiter, weil sie sich für überwiegend mehrfachblühende Sorten in ihrem Garten entschieden hat.

Viele Plätze zum Verweilen auf 1500 Quadratmetern

Wobei Garten hier nicht so ganz das passende Wort ist. Der Besucher betritt mehr einen Park. Es ist nicht ohne weiteres erkennbar, wo das weitläufige Gelände endet. Einen Zaun gibt es nicht, die Wiesen außen sind einbezogen in den Tag des offenen Gartens. Dann der supergepflegte Rasen: über und über bewachsen mit Rosen, „thematisch geordnet und mit System gepflanzt“, informiert die Rosenliebhaberin.

„Dort das Thema Moosrosen, drüben englische Rosen, hier Rosenbögen, Wild- und Kletterrosen“, zeigt sie im Kreis herum. In alle vier Himmelsrichtungen blickt man in lilafarbene, rosarote, weiße, orange Blütenmeere, und selbstverständlich auch in rote Rosen, das Urbild von Liebe und Schönheit. „Das ist die Amadeus, und hier die Westerland, nicht totzukriegen“, stellt Carmen Schmid zwei ihrer 85 verschiedenen Rosensorten vor, die in 37 Beeten wachsen.

Gästebuch füllt sich mit schwärmerischen Kommentaren

Von überall wird sie auf ihr Paradies angesprochen, das ausliegende Gästebuch füllt sich mit schwärmerischen Kommentaren. Manche Bemerkung zeugt auch einfach von einer Lust am Gärtnern, um es sich schön draußen zu machen: „Mit dem Scherchen und dem Eimerle durch den Garten laufen und Pflanzen zurückschneiden ist Entspannung“, sagen Gerald und Manuela aus Weiler zum Stein. „Mega hier, das wäre mein Traum, überall kleine Plätzchen zum Verweilen“, sind sie angetan. Für ihren alten Rosenbestand, den sie um neue Sorten aufgestockt haben, möchten sie sich „ein paar Pflegetipps“ holen. „Und ganz ehrlich wollten wir auch mal Mäuschen spielen und die vielen Rosen sehen.“

Besucher versenken ihre Nasen in den zarten Blättern der Duftrosen

Seit neun Jahren sind die Rosen für Schmids ein Lebensinhalt, am Sonntag waren sie Gesprächsstoff für die Besucher, die hingebungsvoll die weichen Blättchen mit den Fingerspitzen berühren und ihre Nasen gezielt in die Duftrosen versenken. „Luftig, sonnig, das Richtige für den Sonntagsausflug“, finden Karin Kunadt, Elisabeth Pichl und Frieda Brosig. Die drei befreundeten Rentnerinnen aus Schorndorf fotografieren die Stöcke, Bögen und Blüten mit ihren Smartphones. Eine der Damen hat eine Augusta Luise im Garten. „Nur einen Stock, weil ich nicht so viel Platz habe“, sagt sie. Hier könne sie schauen, was „für schöne friedliche Plätze“ andere aus ihrem Garten machen.