Berglen

Gewappnet für den Ernstfall: Freiwillige Feuerwehr Berglen übt in Rettersburg

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Die kleinen und großen Zuschauer im Neubaugebiet Hanfäcker sind begeistert von der reibungslosen Zusammenarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Berglen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Dicht gedrängt standen am Samstagnachmittag die Menschen im Rettersburger Neubaugebiet Hanfäcker in der Steinäcker- und in der Buhläckerstraße in den Einfahrten und am Straßenrand, so dass stellenweise schier kein Durchkommen war. Die Blicke der Schaulustigen richteten sich auf den Rohbau zweier Mehrfamilienhäuser mit je elf Wohneinheiten der Firma Riker. Aus dem rechten Gebäude quoll dicker weißer Rauch. Dass davon allerdings keine Gefahr ausgehe, versicherte Michael Maier, der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Berglen, über Lautsprecher. Es handle sich stattdessen um die Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr.

Das Szenario: In der Tiefgarage ist ein Feuer ausgebrochen

Die Aufgabe, die an diesem Nachmittag von den 60 Kameradinnen und Kameraden zu lösen sei, bestehe in der Annahme, dass in der Tiefgarage des einen Gebäudes ein Brand ausgebrochen sei. Über den Aufzugschacht und das Treppenhaus habe sich im ganzen Gebäude dichter Rauch ausgebreitet, mehrere Personen seien eingeschlossen oder hatten sich auf Balkone geflüchtet.

Nachdem bei der Rettungsleitstelle in Waiblingen ein telefonischer Hilferuf eingegangen sei, wurden über Funk die Angehörigen der aktiven Feuerwehr der Berglen alarmiert. Sie hätten „alles stehen und liegen gelassen“, so Maier, und seien direkt in ihr jeweiliges Gerätehaus geeilt und von dort aus zum Einsatz ausgerückt. Ganz so, wie es auch im Alltag immer wieder vorkomme.

Einsatzwagen fahren vor, die Besatzungen stellen eine Schlauchleitung her

Nur wenige Minuten nach der Alarmierung traf auch schon das erste Einsatzfahrzeug der Abteilung Nord aus Oppelsbohm in der Buhläckerstraße ein. Der erste Wagen aus dem Feuerwehrgerätehaus in Erlenhof, von der Abteilung Süd, folgte nur einen Moment später. Die Wagen hielten vor dem Rohbau, ihre Besatzungen stellten eine Schlauchleitung von der Trinkwasserleitung in der Straße zum Hof her, um das Feuer zu bekämpfen und zu verhindern, dass es auf Nachbargebäude übersprang.

Gleichzeitig formierten sich im Hof zwischen den Rohbauten sogenannte Angriffstrupps, Feuerwehrleute mit Sauerstoffflaschen und Atemschutzmasken, die in das Innere der Gebäude vorrückten, um nach Menschen zu suchen, die dort womöglich von den Flammen eingeschlossen wurden.

Mittlerweile war die Berglener Feuerwehr fast vollständig im Einsatz, alle ihre Fahrzeuge und Ausrüstung vor Ort. Verstärkt wurde sie von der Mannschaft der Winnender Drehleiter, die mit ihrem Fahrzeug als Verstärkung angerückt war. Über die Drehleiter, deren spektakulärer Einsatz einen besonderen Blickfang darstellte, wurden mehrere Personen, die sich vor Feuer und Rauch auf Balkone im Obergeschoss geflüchtet hatten, evakuiert, darunter auch mehrere „verletzte“ Stoffpuppen. Sie wurden an die Mitglieder der Bereitschaft des DRK-Ortsvereins Winnenden zur Erstversorgung übergeben. Diese war mit zwei Krankenwagen vor Ort und hatte in der Holzwiesenstraße einen Verbandsplatz eingerichtet.

Jeder kennt seine Aufgabe – keine Hektik, kein Durcheinander bei der Feuerwehr

Nicht einen Moment ließen die Zuschauer - Anwohner der Hanfäcker, Angehörige der Feuerwehrleute und interessierte Berglener - das spannende Geschehen aus den Augen, das sich live vor ihnen abspielte. Begeistert verfolgten sie, wie routiniert die „Floriansjünger“ vorgingen. Jeder von ihnen kannte dem Augenschein nach seine Aufgabe und seine Funktion im Ablauf, jede Bewegung schien zielgerichtet, es kam weder Hektik auf, noch entstand ein Durcheinander. Es wurde nicht viel geredet, die Verständigung klappte dem Anschein nach auch mit wenigen Gesten, selbst zwischen den verschiedenen Abteilungen und der Winnender Besatzung der Drehleiter. Offensichtlich kennt man sich, ist miteinander vertraut und arbeitete an diesem Tag nicht zum ersten Mal gemeinsam.

Manche Steine fielen hörbar von den Herzen einiger Kinder, nachdem sie sich mit eigenen Augen davon überzeugen konnten, dass es sich bei den „Verletzten“ tatsächlich nur um Puppen handelte, und dass auch die keinen größeren dauerhaften Schaden davongetragen hatten.

Der Bürgermeister ist stolz auf seine Feuerwehr

Bürgermeister Holger Niederberger hatte sich die Hauptübung ebenfalls angesehen. Es sei beruhigend zu wissen, dass die Bewohner der Berglen bei ihrer Feuerwehr gut aufgehoben seien. Er sei dankbar, dass er von seinem Amtsvorgänger Maximilian Friedrich eine gut aufgestellte, gut ausgerüstete und hervorragend ausgebildete Feuerwehr übernommen habe, auf deren hohem Einsatzniveau aufgebaut werden könne. Dankbar sei er auch der Firma Riker, die diese Übung in ihrem Rohbau möglich gemacht habe; schließlich verfügten die Berglen nicht über allzu viele derart große Objekte.

Dicht gedrängt standen am Samstagnachmittag die Menschen im Rettersburger Neubaugebiet Hanfäcker in der Steinäcker- und in der Buhläckerstraße in den Einfahrten und am Straßenrand, so dass stellenweise schier kein Durchkommen war. Die Blicke der Schaulustigen richteten sich auf den Rohbau zweier Mehrfamilienhäuser mit je elf Wohneinheiten der Firma Riker. Aus dem rechten Gebäude quoll dicker weißer Rauch. Dass davon allerdings keine Gefahr ausgehe, versicherte Michael Maier, der

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