Berglen

Haushoher Sieg für Holger Niederberger: Der Rettersburger wird neuer Berglener Bürgermeister

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Foto: Schneider © Gaby Schneider

Der Favorit hat haushoch gewonnen. Holger Niederberger ist mit 75,8 Prozent der abgegebenen und gültigen Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt worden. Damit hat er natürlich im ersten Wahlgang die Hürde 50 plus x locker genommen, es braucht keinen zweiten Wahlgang mehr. Ulrich Werner landet mit knapp zwölf Prozent auf dem zweiten Platz, Katja Weidlich mit 8,4 Prozent auf dem dritten. Joachim Reymann erhielt rund 1,5 Prozent.

Als das erste Ergebnis hereinkam, waren die Weichen schon gestellt

Die Spannung hielt sich eigentlich von Anfang in Grenzen, ja eigentlich kam erst gar keine auf. Denn schon mit dem ersten Ergebnis, das kurz vor halb sieben im Sitzungssaal des Rathauses in Oppelsbohm aufleuchtet, waren die Weichen gestellt, war im Grund die Messe gesungen. Niederberger kam im Wahlbezirk Rettersburg, wo er wohnt und damit ein „Heimspiel“ hatte, auf rund 77 Prozent. Die Überraschung, wenn man so will, war vielmehr, dass Werner vor Katja Weidlich lag, der einheimischen Bewerberin aus Steinach. Das, ebenso wie der riesige Abstand beider zu Niederberger, ändert sich auch nicht, als in kurzen Abständen hintereinander die Ergebnisse aus Vorderweißbuch, Steinach und Oppelsbohm hereinkamen. Bei Reymann hieß es von Anfang an „unter ferner liefen“. Wie erwartet, dauerte es zumindest bei einem der beiden Briefwahlbezirke erneut länger, so dass erst kurz nach dem 19-Uhr-Schlagen der benachbarten Mauritiuskirche das Endergebnis feststand – und es endlich dem befreiten, herzhaften Applaus für Niederberger gab.

Katja Weidlich: Hätte nicht gedacht, dass der Abstand so krass ist

Während Reymann erst gar nicht im Rathaus erschien, zeigten sich nach Bekanntwerden des Ergebnisses weder Katja Weidlich noch Ulrich Werner auf Nachfrage sonderlich überrascht oder gar enttäuscht von ihrem Abschneiden. Katja Weidlich hatte im Wahlkampf ihre Stimmbänder offenbar so strapaziert, dass sie kaum noch „Stimme“ hatte, was bei ihr, sonst immer überaus kommunikativ, ständig „auf Sendung“ natürlich besonders auffiel. Sie lacht erst mal. „Alles gut, das Ergebnis ist eindeutig und so auch wirklich in Ordnung für mich.“ Freilich habe sie nicht gedacht, dass der Abstand zu Niederberger so krass sein würde, mit rund 20 Prozent Differenz habe sie gerechnet. Ist sie enttäuscht, dass es nur für den dritten Platz reichte? „Überhaupt nicht, Ulrich Werner hat was auf dem Kasten und ist sympathisch.“ Und sie? „Also, ich werde jetzt meine Elternzeit erst mal genießen und mein Strahlen nicht verlieren.“ Er sei da ganz tiefenentspannt“, so Werner zum Ergebnis. Er freue sich für Niederberger und dessen deutliches Ergebnis. Der Wahlkampf sei unter Pandemiebedingungen gestanden, das sei für die einheimischen Kandidaten schon ein bisschen ein Vorteil gewesen. Aber Niederberger habe es auch wirklich sehr gut gemacht. Ja, er freue sich, dass er Zweiter geworden sei. Das zeige schon, dass er mit seinen Themen durchaus bei den Leuten angekommen sei, so Werner weiter. Das Ergebnis sei ein klares Mandat für Niederberger.

„Riesenvertrauensvorschuss der Berglener für mich“

Niederberger selbst betonte, in seiner ersten „Amtsrede“ vor dem Rathaus, dass eine so große Mehrheit im ersten Wahlgang ihn glücklich mache, „und auch ein bisschen stolz“. Das Ergebnis sei ein Riesenvertrauenvorschuss der Berglener für ihn. Er werde sich in die Arbeit als Bürgermeister „voll reinschmeißen“, kündigte Niederberger an. Er habe ja im Wahlkampf keine Versprechen gemacht, bis auf eines, nämlich, dass bei ihm, sollte er gewählt werden, die Tür immer offen stehen werde. Er könne das versprechen, weil das nur alleine an ihm liege, also das Versprechen zu halten. Es gab aber noch ein Versprechen von ihm. Er werde auch mit Katja Weidlich, die ja viele gute Ideen für Berglen habe, zusammenarbeiten.

Noch etwas war hoch: die Wahlbeteiligung mit knapp 56 Prozent. Damit lag sie zweieinhalb Prozent über der des zweiten Wahlgangs bei der ersten Wahl von Maximilian Friedrich 2012, und nur anderthalb Prozent unter der des ersten Wahlgangs damals.

Der Favorit hat haushoch gewonnen. Holger Niederberger ist mit 75,8 Prozent der abgegebenen und gültigen Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt worden. Damit hat er natürlich im ersten Wahlgang die Hürde 50 plus x locker genommen, es braucht keinen zweiten Wahlgang mehr. Ulrich Werner landet mit knapp zwölf Prozent auf dem zweiten Platz, Katja Weidlich mit 8,4 Prozent auf dem dritten. Joachim Reymann erhielt rund 1,5 Prozent.

Als das erste Ergebnis hereinkam, waren die Weichen schon

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